Markus Söder
Bavarian Prime Minister Markus Soeder speaks during a state government declaration, in Munich, Germany, October 21, 2020. REUTERS/Andreas Gebert

Marksu Söder bei seiner Regierungserklärung im Landtag in München. Bild: reuters / ANDREAS GEBERT

Söder kündigt neue Corona-Warnstufe "Dunkelrot" an – dann greifen noch strengere Maßnahmen als bislang

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für Regionen mit drastisch erhöhten Corona-Zahlen eine Beschränkung von Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr angekündigt. Dies soll dann greifen, wenn die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Das sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Krise im Landtag in München.

Es handelt sich um eine zusätzliche Warnstufe der sogenannten Corona-Ampel. Neben den geltenden Stufen bei Inzidenzzahlen von 35 und 50 sollten die Einschränkungen in Landkreisen mit einer Zahl von 100 von "Rot" auf "Dunkelrot" springen und damit automatisch weiter verschärft werden, sagte Söder in der Regierungserklärung.

Immer mehr Regionen in Bayern über dem 50er-Wert

Schon zuvor war durchgesickert, dass Söder einen neuen Corona-Grenzwert mit zusätzlichen Beschränkungen in Betracht zieht. Man müsse ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen beginnen, weitere Maßnahmen in Betracht zu ziehen, Richtlinien vorzugeben, sagte Söder nach Teilnehmerangaben bei einer CSU-Fraktionssitzung am Mittwoch.

Nach der bisherigen bayerischen Corona-Ampel gilt ab einem Wert von 35 Stufe Gelb - dann greifen in den betroffenen Regionen automatisch eine verschärfte Maskenpflicht, striktere Kontaktbeschränklungen und eine Sperrstunde in der Gastronomie. Bei einem Wert von 50 schaltet die Ampel auf Rot, dann gelten regional noch einmal schärfere Kontaktbeschränkungen und Restaurants müssen noch früher schließen.

Zuletzt hatten aber immer mehr Regionen in Bayern und auch in Deutschland den 50er-Wert teils deutlich überschritten. Viele Regionen liegen klar über 100, Spitzenreiter war zuletzt der Landkreis Berchtesgadener Land mit konstant und weit über 200.

Testpflicht für Berufspendler

Söder will im Freistaat außerdem eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots einführen. Wer sich binnen 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland zum Arbeiten pendelt, soll künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen.

(hau/dpa)

"Ich bin es leid": Virologin Brinkmann mit leidenschaftlichem Appell

Auf der Bundespressekonferenz am Dienstag sprachen unter anderem Jens Spahn und der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Lars Schaade. Spahn sprach im Zusammenhang mit Corona von einer "Mammutaufgabe" für Regierung und Gesellschaft.

Zu Gast auf der Bundespressekonferenz war auch Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Sie kam erstmal einige Minuten zu spät, weil ihr Zug Verspätung hatte. Dafür legte sie dann umso vehementer los.

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