Italien
Bild

Das Jüdische Viertel in Venedig ist komplett geflutet. Bild: dpa/Giacomo Cosua

Hochwasser in Venedig: Neue Unwetter angekündigt

Seit Tagen kämpfen die Menschen in Venedig mit den Wassermassen. Auch am Wochenende können sie wohl nicht richtig durchschnaufen. Der Bürgermeister ruft auch im Ausland zu Spenden auf. Andere Teile Italiens ächzen unter Schneelasten.

Die Lage in Venedig bleibt nach tagelangem Hochwasser angespannt. Für den späten Samstag kündigten Meteorologen neue Unwetter an. Die Schulen, die in Italien eigentlich auch am Samstag geöffnet sind, sollten weiter geschlossen bleiben. Viele Museen und Sehenswürdigkeiten, darunter auch der Dogenpalast am Markusplatz, sollten aber wieder öffnen.

Es war der höchste Wert seit mehr als 50 Jahren

Für den Vormittag sagte die Kommune einen Wasser-Höchststand von etwa 120 Zentimetern über dem normalen Meeresspiegel vorher. Bei dieser Höhe wird auch wieder der Markusplatz überschwemmt, weil er der niedrigste Punkt der Lagunenstadt ist. Der Wert liegt allerdings weit unter dem Rekord von Dienstag, an dem 187 Zentimeter erreicht wurden und fast die ganze Unesco-Welterbestadt überschwemmt war. Es war der höchste Wert seit mehr als 50 Jahren.

Am Freitag überflutete Wasser erneut große Teile der Stadt. Tote Ratten schwammen im Wasser, Bewohner versuchten ihre Geschäfte und Bars zu reinigen – der Schaden geht laut Bürgermeister Luigi Brugnaro in die Hunderte Millionen. Er rief auch zu Spenden aus dem Ausland auf. "Venedig ist der Stolz ganz Italiens, Venedig ist ein Kulturerbe für jeden, einzigartig in der Welt", erklärte er.

Der Kulturbeauftragte des Vatikans, Kardinal Gianfranco Ravasi, verglich die Zerstörung in Venedig mit dem Brand von Notre-Dame in Paris. Es habe damals nicht nur eine "technische Diskussion" gegeben, sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa. "Es gab Leute, die weinten, weil sie ein großes Symbol sterben sahen. Ich würde sagen, diese kulturelle Sensibilität müssten wir wiederholen."

Die Vorhersage für den Wasserpegel:

Für Samstag verhängte der Zivilschutz für Teile der Region Venetien die höchste Unwetterwarnstufe – allerdings nicht für die Stadt Venedig. Schnee richtete derweil schon am Freitag in Südtirol Chaos an, einige Dörfer waren abgeschnitten, weil Straßen gesperrt waren. Tausende Menschen waren ohne Strom, wie die Südtiroler Landesverwaltung mitteilte.

(dpa/lin)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Vor einem Jahr trat sie zurück: Was Theresa May heute macht

Am Ende flossen die Tränen. "Ich werde bald den Posten verlassen, den auszufüllen die Ehre meines Lebens war", sagte May vor gut einem Jahr vor der schwarzen Tür des Regierungssitzes 10 Downing Street in London. Am 24. Juli 2019 war dann Schluss. May musste ihrem Nachfolger Boris Johnson Platz machen.

Bei ihrem Amtsantritt war sie oft mit der "Eisernen Lady", Margaret Thatcher, verglichen worden. Doch May war eher eine hölzerne Lady. Ihr steifes Auftreten und ihre gestanzten Phrasen …

Artikel lesen
Link zum Artikel