Frankreich

++ Polizei erschießt Straßburger Attentäter ++ IS-Miliz reklamiert Anschlag für sich ++

Nach einer zweitägigen Großfahndung hat die Polizei den mutmaßlichen Straßburg-Attentäter Chérif Chekatt getötet. Er soll für den blutigen Terroranschlag in der elsässischen Metropole mit drei Toten verantwortlich sein. Staatspräsident Präsident Emmanuel Macron dankte den Sicherheitskräften in der Nacht zum Freitag via Twitter: "Unser Engagement gegen den Terrorismus ist uneingeschränkt", schrieb Macron.

Der aktuellen Entwicklung war ein Großeinsatz der Polizei im Stadtviertel Neudorf vorausgegangen. Mit einem Großaufgebot hatten die Beamten dort Häuser durchsucht und Straßen abgesperrt.

Augenzeugen schreiben auf Twitter, sie hätten Schüsse gehört. Auch die französische Tageszeitung Le Figaro berichtet, Chekatt habe auf ein Team von Polizisten geschossen. Die wiederum hätten das Feuer erwidert. Ungefähr um 21 Uhr sei Chekatt dann getötet worden.

Anspannung auf den Straßen von Straßburg:

Auch andere französische Medien berichten davon, wie Passanten den anwesenden Polizisten applaudieren.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Der Angreifer sei ein Soldat des Islamischen Staates gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak. In der Amak-Meldung heißt es, der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bürger von der Staaten der Koalition anzugreifen. Damit ist die internationale Anti-IS-Koalition gemeint, die in Syrien und im Irak im Einsatz ist. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen - sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS verbreitet

Nach Angaben des französischen TV-Senders BFMTV hatte Chekatt am Donnerstag eine Frau angesprochen. Diese habe bemerkt, dass der Mann verletzt gewesen sei. Sie habe darauf die Sicherheitskräfte alarmiert. Der Nachrichtensender Franceinfo hatte zuvor am Abend berichtet, der Verdächtige sei "neutralisiert" worden. Das Verb "neutralisieren" kann im Französischen entweder "töten" oder "außer Gefecht setzen" heißen.

Der französische Innenminister war vor Ort.

In einer kurzfristigen Presse-Konferenz bestätigte Castaner noch einmal den Einsatz der Anti-Terror-Einheiten der franösischen Polizei. Die Beamten hätten eine verdächtige Person wahrgenommen, die pötzlich das Feuer eröffnete, sagte Castaner. Beim Schusswechsel sei Chekatt dann getötet worden. Mit Blick auf die Polizei-Beamten sagte Castaner:

"Ich bin stolz".

Chekatt war vor zwei Tagen mutmaßlich für einen Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Straßburg verantwortlich, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Mit der Aktion am Abend ist eine 50 Stunden andauernde Suche nach Chekatt zu Ende.

(aj/mbi/dpa/afp)

Lest hier noch einmal die Hintergründe zum Attentat auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt:

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