Donald Trump
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Dunkle Wolken über dem Weißen Haus: Wenn Donald Trump sauer ist, bekommt sein Umfeld das deutlich zu spüren.

"Ihr seid ein Haufen Trottel!" Als Trump vor seinen Generälen ausrastete

Donald Trump bezeichnet sich gerne als "sehr stabiles Genie". Genau diesen Titel trägt nun ein Buch, das am 21. Januar in die Läden kommen wird: "A Very Stable Genius: Donald J. Trump's Testing of America". Geschrieben wurde es von den Pulitzer-Preis-Trägern Carol Leonnig und Philip Rucker von der "Washington Post".

In ebendieser Zeitung haben die beiden Autoren Auszüge aus ihrem Buch veröffentlicht. Detailliert beschreiben sie ein Treffen, welches sich im Juli 2017 im Hauptquartier des US-Verteidigungsministeriums, im Pentagon, ereignet hat.

An einem brütend heißen Sommertag traf Trump mit seinem Autokorso demnach im Herzen der US-Armee ein. Eingeladen hatten der damalige Verteidigungsminister (James Mattis), der damalige Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates (Gary Cohn) und der damalige Außenminister (Rex Tillerson). Ebenfalls im Raum: Der Vorsitzende der vereinten US-Generäle, Joseph F. Dunford.

Alarmiert durch Trumps Wissenslücken wollten sie dem Präsidenten eine Nachhilfe in US-Außenpolitik geben. Sie hatten Angst, dass die USA ihren Status als Supermacht verlieren würden, heißt es in dem Buch.

"Wir sollten sie für unsere Soldaten bezahlen lassen."

Donald Trump

Minutiös hatten sie ihre Präsentationen vorbereitet, im Wissen um die kurze Aufmerksamkeitsspanne des Präsidenten. Trump, offensichtlich verärgert, weil er sich wie in einer Schulstunde fühlte, unterbrach die Referierenden aber immer wieder. Der Oberbefehlshaber beschwerte sich etwa darüber, weshalb Länder wie Südkorea nicht für die stationierten US-Soldaten bezahlen würden. "Wir sollten sie für unsere Soldaten bezahlen lassen. Wir sollten mit allem Geld verdienen", schimpfte er.

Als Mattis und die anderen auf die Nato zu sprechen kamen, wurde Trump zornig.

Die USA verliere Millionen von Dollar, weil die Partner sich nicht wie abgemacht an den Kosten beteiligen würden. "Wir haben Schulden, die ihr nicht eingetrieben habt", warf Trump den Anwesenden vor. "Ihr würdet wahrscheinlich total bankrott gehen, wenn ihr euer eigenes Geschäft führen müsstet."

FILE PHOTO: U.S. President Donald Trump and U.S. Defense Secretary Jim Mattis attend the 119th Army-Navy football game at Lincoln Financial Field in Philadelphia, Pennsylvania. Dec. 8, 2018.  REUTERS/Jim Young/File Photo

Trump und sein ehemaliger Verteidigungsminister Mattis. Bild: X90065

Mattis versuchte in der Folge, Trump zu erklären, dass die Nato nicht nur dazu diene, Europa zu schützen, sondern auch die USA. Cohn erklärte dem Präsidenten, dass er auch den Wert der Handelsverträge einkalkulieren müsse.

Doch Trump war da bereits in Aufruhr und kam auf den Iran-Deal zu sprechen. "Es ist das schlimmste Abkommen der Geschichte", sagte er. Tillerson wollte dem widersprechen, wurde aber vom Präsidenten abgeklemmt. "Ich will es gar nicht hören. Ich will austreten."

"Ihr seid alles Verlierer. Ihr wisst nicht mehr, wie man gewinnt."

Donald Trump

Auch zu Afghanistan stands Trumps Meinung schon fest.

Die USA führe dort einen "Verlierer-Krieg", meint er und griff dann die Generäle direkt an. "Ihr seid alles Verlierer. Ihr wisst nicht mehr, wie man gewinnt." Trump dachte laut darüber nach, General John Nicholson zu feuern, der damals für Afghanistan zuständig war. "Ich glaube nicht, dass er weiß, wie man gewinnt", sagte Trump.

Der anwesende Dunford eilte zu Nicholsons Verteidigung und versuchte Trump zu erklären, dass der Befehl anders laute. Man versuche nicht zu gewinnen, sondern die Militärpräsenz zu verringern.

Trump entgegnete: "Ich will gewinnen. Wir gewinnen keine Kriege mehr. Wir geben sieben Billionen aus. Alle anderen bekommen das Öl und wir gewinnen nicht mehr."

Der Präsident war zu diesem Zeitpunkt definitiv in Rage und wurde persönlich.

Trump sagte:

"Ich würde nicht mit euch in den Krieg ziehen. (...) Ihr seid ein Haufen Trottel und Babys".

So beschimpfte der Oberbefehlshaber, der selber nie für die Armee gedient hatte, die wichtigsten Leute des US-Militärs.

Tillerson war der einzige, der dem Präsidenten dann noch widersprechen wollte. Er sagte, dass die Soldaten sich nicht in Uniform werfen würden, um ein Vermögen zu verdienen, sondern um die Freiheit zu verteidigen. "Herr Präsident, Sie liegen da total falsch", sagte der damalige Außenminister.

Die Sitzung war damit mehr oder weniger gelaufen. Trump nannte Tillerson einen "verdammten Narren". Auf Englisch: "He’s a f---ing moron".

THURMONT, MD - JANUARY 6: (AFP OUT) U.S. Secretary of State Rex Tillerson and U.S. President Donald Trump listen as Republicans take turns speaking to the media at Camp David on January 6, 2018 in Thurmont, Maryland. President Trump met with staff, members of his Cabinet and Republican members of Congress to discuss the Republican legislative agenda for 2018. (Photo by Chris Kleponis-Pool/Getty Images)

Musste am eigenen Leib erfahren, was passiert, wenn man Donald Trump widerspricht: Ex-Außenminister Rex Tillerson. Bild: Getty Images North America

Heute gehören Tillerson, Cohn und Mattis nicht mehr zum Team des Präsidenten. Sie alle wurden in den Monaten nach der Sitzung im Pentagon entlassen oder gingen von selbst.

Trump selbst setzt seine Vision fürs US-Militär derweil immer mehr um, so wie es ihm vorschwebt. Erst kürzlich prahlte er im Interview mit Fox News, dass Saudi-Arabien für die Stationierung von US-Soldaten eine Milliarde Dollar bezahlt habe.

(cma)

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