Donald Trump
Trump protesters show their feeling for the president outside the doors of Ned Peppers bar, the site of a mass shooting, Wednesday, August 7, 2019 in Dayton, Ohio.      Photo by John Sommers II/UPI Photo via Newscom picture alliance |

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Trump besucht Dayton und El Paso – und ihm schlägt die Wut der Bürger entgegen

Begleitet von Protesten hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch die Stadt Dayton im US-Staat Ohio besucht, wo ein Schütze in der Nacht zu Sonntag das Feuer eröffnet und neun Menschen getötet hatte. Am Ort der Attacke im Ausgehviertel Oregon District sowie entlang der Route des Präsidentenkonvois versammelten sich mehrere Hundert Menschen. Auf Live-Bildern von US-Sendern waren Plakate mit Slogans gegen den Präsidenten zu sehen.

Demonstranten forderten Trump in Sprechchören auf, die Waffengesetze zu verschärfen.

Der US-Präsident und First Lady Melania trafen sich in Dayton in einem Krankhaus mit Überlebenden des Angriffs, wie Sprecherin Stephanie Grisham mitteilte. Trump habe den Patienten gesagt, dass Gott auf sie "aufgepasst" habe. Im Laufe des Tages wollte der US-Präsident dann weiter in die Grenzstadt El Paso im US-Staat Texas reisen. Dort hatte ein rassistisch motivierter Täter am Samstag 22 Menschen in einem Einkaufszentrum erschossen.

Viele Politiker in Dayton wie in El Paso – darunter Republikaner und Demokraten – hätten lieber auf den Besuch des Präsidenten verzichtet. Vor allem in El Paso sehen viele die Rhetorik Trumps gegen Migranten als Teil des Problems, nicht als Teil der Lösung. "Er ist hier nicht willkommen. Er sollte nicht hierher kommen, während wir noch trauern", sagte die demokratische Kongressabgeordnete Veronica Escobar, die El Paso vertritt.

Trotz Einladung werde sie nicht an seinem Besuch teilnehmen, schrieb Escobar auf Twitter. Trump müsse sich entschuldigen und seine "rassistischen und hasserfüllten" Äußerungen zurücknehmen. Auch der texanische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke sah Trump in der Verantwortung. Der Präsident habe "geholfen, den Hass zu schaffen, der die Tragödie vom Samstag möglich machte", erklärte er.

Der Präsident attackierte O'Rourke umgehend auf Twitter. Der Demokrat solle die Opfer und die Sicherheitskräfte respektieren und "still sein", schrieb er. Der US-Präsident warf seinen Kritikern vor, das Thema politisch ausschlachten zu wollen.

Er selbst wolle sich raushalten, sagte er.

Trump hat die Eindämmung illegaler Einwanderung über die US-mexikanische Grenze zu einem Kernpunkt seiner Präsidentschaft gemacht. Kritiker werfen ihm vor, mit seiner aggressiven Rhetorik gegen Migranten und politische Gegner den Rassismus im Land zu befeuern und das Land zu spalten.

Vor dem Abflug nach Dayton widersprach der US-Präsident den Vorwürfen. Er glaube nicht, dass seine Worte dies täten, sagte Trump auf Fragen von Journalisten. "Ich denke, meine Rhetorik bringt Menschen zusammen." Amerika gehe es unglaublich gut.

Ein Todesschütze hatte in der Stadt an der Grenze zu Mexiko am Samstag in einem Einkaufszentrum um sich gefeuert. Insgesamt kamen 22 Menschen ums Leben, darunter mehrere Mexikaner und auch ein Deutscher. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Hintergrund aus. Er habe vor allem Latinos und Mexikaner angreifen wollen, hieß es. Der mutmaßliche Täter – ein 21-jähriger Weißer – ergab sich der Polizei und ist in Gewahrsam.

Führende Vertreter der Latino-Gemeinde in den USA forderten nach dem Massaker ein entschiedeneres Vorgehen der Politik. "Hispanics in diesem Land sind unter Beschuss", hieß es in einem offenen Brief, den die "Washington Post" am Mittwoch veröffentlichte. Auch Schwarze und Einwanderer seien Angriffen ausgesetzt. Sowohl die regierenden Republikaner als auch die Demokraten müssten sich für alle Menschen in dem Land einsetzen und anerkennen, dass die Vielfalt die größte Stärke der USA sei.

"Nennen wir den abscheulichen Akt der Gewalt vom Samstag das, was er ist: Ein sorgfältig geplantes und gezieltes Hassverbrechen, gerichtet gegen die hispanische und die Einwanderergemeinde", hieß es in dem Brief, den 39 Latino-Vertreter unterzeichneten, darunter Politiker und Bürgerrechtler.

Trump hatte die verheerenden Bluttaten am Montag als barbarisch verurteilt.

Er forderte Gesetzesänderungen, um sicherzustellen, dass psychisch Kranke, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, nicht in den Besitz von Waffen kommen können. Demokraten forderten dagegen generell strengere Hintergrundchecks für Waffenkäufer. Sie versuchen seit Monaten, dies im Kongress durchzusetzen, Trumps Republikaner blockieren das Vorhaben jedoch im Senat.

Trump machte sich am Mittwoch für die Einführung strengerer Überprüfungen potenzieller Waffenkäufer stark. Dafür gebe es im Kongress auch auf beiden Seiten des politischen Spektrums große Unterstützung, sagte er. "Ich will mental instabilen Menschen keine Waffen geben, oder Menschen mit Wut und Hass, oder kranken Menschen."

Auch nach dem Massaker an einer Schule in Parkland (Florida) im Februar 2018 hatte Trump striktere Überprüfungen versprochen. Letztlich legte das Weiße Haus aber nur ein Programm zur Verbesserung der Sicherheit in Schulen vor, in dem sich lediglich ein Appell an den Kongress fand.

(Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen)

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