Politik
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Frauen bekommen im Rentenalter weniger als Männer, wie eine Userin auf Twitter zeigt. Bild: iStockphoto

Altersarmut: Frauen zeigen auf Twitter ihre Rentenbescheide – die Zahlen sind alarmierend

Jetzt ist das Leben noch schön. Wir können in den Urlaub fahren, uns einen netten Abend mit Freundinnen machen und einfach das Leben genießen – finanziert durch unseren Lohn.

Aber was kommt nach unserem Arbeitsleben? Müssen wir uns dann Sorgen um das liebe Geld machen? Wie es aussieht, lautet die Antwort: ja!

Auf Twitter hat die Autorin Christine Finke, auch bekannt für ihre Arbeit am Blog "Mama arbeitet", die Bilanz ihres Rentenbescheids veröffentlicht und damit eine Welle der Entrüstung ausgelöst.

Der Grund: Sie bekommt einen minimalen Betrag, obwohl sie immer gearbeitet hat. Die geschiedene 53-jährige Mutter von drei Kindern postete den Beitrag, der schon mehrere Tausend Mal gelikt wurde.

Sie schreibt dazu:

"Zu selten eine Festanstellung gefunden. Kein Geld zum Sparen. Pech gehabt."

577 Euro Rente pro Monat:

Doch wie Christine Finke geht es offenbar vielen Frauen, wie die Posts darunter zeigen. Unter dem Hashtag #meineRenteninformation zeigen Frauen, wie viel (oder besser gesagt wenig) Rente sie im Alter einmal zur Verfügung haben.

767 Euro pro Monat:

498 Euro pro Monat:

345 Euro pro Monat:

Die Beobachtungen der Frauen belegen auch die Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Frauen bekamen im Jahr 2018 gut 700 Euro, Männer immerhin knapp 1200 Euro Rente im Schnitt. Warum bekommen Frauen so viel weniger Rente als Männer? Ursache dafür ist, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes eher zu Hause bleiben oder ihre Arbeitsstelle reduzieren.

Eine Twitter-Userin schreibt, dass sie die Jahre der Kindererziehung einrechnete, vom Ergebnis aber auch nicht begeistert ist – und auch nicht leben könnte.

Der Sarkasmus ist beinahe greifbar:

Was kann man tun gegen Altersarmut?

Privat vorsorgen? In Immobilien oder Aktien investieren? In Berlin streitet man über einen Plan, der den betroffenen Frauen helfen könnte: Seit Mai ringen Union und SPD um das Grundrenten-Konzept, das Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgelegt hat. Mit der Grundrente sollen Menschen, die trotz langer Beitragszeit nur sehr wenig Rente bekommen, einen Zuschlag erhalten. Einigkeit besteht darüber, dass alle, die 35 Jahre an Beitragszeiten aufweisen, eine Rente zehn Prozent oberhalb der Grundsicherung bekommen sollen.

Kernstreitpunkt bei der Grundrente ist die Frage der Bedürftigkeitsprüfung. Bei einer solchen Prüfung wird das Vermögen des Antragsstellers berücksichtigt – dazu zählen auch Bargeld, Wertpapiere, Immobilien, Autos, Schmuck und verschiedene Einkommenswege wie die Einkünfte aus Minijobs, selbstständiger Arbeit oder aus Vermietung und Verpachtung. Die SPD sperrt sich gegen eine Bedürftigkeitsprüfung: Die Sozialdemokraten fürchten, dass im Falle einer solchen Prüfung viele Bedürftige sich einem Antrag verweigern würden.

Nach Monaten des Streits wollen die Regierungsparteien am Sonntag beim Koalitionsausschuss eine Einigung bei der Grundrente finden.

(lin/pb)

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