Donald Trump
President Donald Trump speaks with reporters on the South Lawn of the White House, Wednesday, June 26, 2019, in Washington. Trump is en route to Japan for the G-20 summit. (AP Photo/Alex Brandon)

Bild: Alex Brandon/AP

Trump setzt rassistische Tweets ab – dann schlagen 4 Frauen zurück

Ralph Steiner / watson.ch

US-Präsident Donald Trump hat Ärger am Hals. Einmal mehr wird er des Rassismus bezichtigt, nachdem er demokratische Kongressabgeordnete auf Twitter angegriffen hatte. Trump schrieb:

"Es ist so interessant zu sehen, wie 'progressive' demokratische Kongressabgeordnete, die ursprünglich aus Ländern kamen, deren Regierungen eine vollständige und totale Katastrophe sind (...), jetzt laut und bösartig dem Volk der Vereinigten Staaten, der größten und mächtigsten Nation der Welt, sagen, wie unsere Regierung geführt werden soll."

Der besagte Tweet.

Mit der Tweet-Welle werden laut BBC vier linke, demokratische Frauen mit dunkler Hautfarbe angesprochen. Drei davon, Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley wurden in den USA geboren und sind auch dort aufgewachsen, die vierte, Ilhan Omar, zog als Kind in die USA.

Funfact: Ocasio-Cortez wurde im Stadtteil Bronx in New York geboren, rund zwölf Meilen vom Queens Hospital entfernt – dort wo Donald Trump 1946 zur Welt gekommen ist.

Der Twitter-Angriff auf die vier Politikerinnen folgt eine Woche nachdem sich diese mit Nancy Pelosi, der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses, getroffen haben.

Im dreistufigen Tweet schrieb Trump außerdem:

"Warum gehen sie nicht zurück und helfen, die völlig zerstörten und kriminell belasteten Orte zu reparieren, von denen sie kamen. Dann können sie zurückkommen und uns zeigen, wie es geht."

"Diese Orte brauchen eure Hilfe dringend, ihr könnt nicht schnell genug gehen. Ich bin sicher, dass Nancy Pelosi sehr gerne schnell freie Reisearrangements ausarbeiten würde!"

Die Reaktionen

Natürlich ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Nancy Pelosi zitierte Trumps Tweets und bezeichnete diese als fremdenfeindlich.

"Wenn Donald Trump vier amerikanischen Kongressabgeordneten sagt, dass sie in ihre Länder zurückkehren sollen, bekräftigt er seinen Plan, 'Amerika wieder groß zu machen'. Dieser beinhaltete schon immer, Amerika wieder weiß zu machen. Unsere Vielfalt und Einheit sind unsere Stärke."

Nancy Pelosi

Rashida Tlaib forderte auf Twitter Trumps Amtsenthebung . Sie schrieb:

"Willst du eine Antwort auf ein gesetzloses und vollständiges Versagen eines Präsidenten? Er ist die Krise. Seine gefährliche Ideologie ist die Krise. Er muss des Amtes enthoben werden."

Rashida Tlaib

Representative Rashida Tlaib (D-MI) speaks during a news conference with Yazmin Juarez, mother of 19-month-old Mariee, who died after detention by U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE), on Capitol Hill in Washington, U.S., July 10, 2019. REUTERS/Al Drago

Bild: X06559

Ayanna Pressley, eine weitere der angegriffenen Demokratinnen, postete auf Twitter:

"SO sieht Rassismus aus. So wie WIR sieht die Demokratie aus. Und wir werden nirgendwo hingehen. Außer zurück nach DC, um für die Familien zu kämpfen, die du jeden Tag ausgrenzst und verleumdest."

Ayanna Pressley

Ilhan Omar, ebenfalls attackiert, äußerte sich folgendermaßen:

"Als Mitglieder des Kongresses sind die Vereinigten Staaten das einzige Land, in dem wir einen Eid leisten. Deshalb kämpfen wir darum, es vor dem schlimmsten, korruptesten und unfähigsten Präsidenten zu schützen, den wir je gesehen haben."

Rep. Ilhan Omar, D-MN, attends a Congressional Black Caucus Taskforce forum on black youth suicide and mental health, on Capitol Hill in Washington, D.C. on June 7, 2019. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY WAP20190607318 KEVINxDIETSCH

Bild: www.imago-images.de

Auch Alexandria Ocasio-Cortez meldete sich gleich mit mehreren Tweets zu Wort. Sie schrieb unter anderem:

"Herr Präsident, das Land, aus dem 'ich komme' & und das Land, auf das wir alle schwören, sind die Vereinigten Staaten. Aber angesichts der Art und Weise, wie Sie unsere Grenzen mit unmenschlichen Lagern zerstört haben, alles zu Ihrem Vorteil (...), haben Sie völlig Recht mit der Korruption, die Ihnen zu Füßen liegt."

Alexandria Ocasio-Cortez

In den sozialen Netzwerken überschlagen sich die Reaktionen, eine davon kommt von US-Politikkommentator Josh Rogin. Er schreibt: "Das ist ein neuer, schrecklicher, rassistischer, trauriger Tiefpunkt, selbst für Trump."

Auch Bernie Sanders meldete sich zu Wort: "Wenn ich den Präsidenten als Rassist bezeichne, meine ich damit solche Dinge. Wir müssen zusammenstehen für Gerechtigkeit und Würde gegenüber allen."

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