Israel
(191112) -- SDEROT, Nov. 12, 2019 () -- Israeli firefighters put out fire at a burning factory hit by rockets fired from the Gaza Strip in the southern Israeli town of Sderot, Nov. 12, 2019. Some 50 rockets were fired on Tuesday morning at central and southern Israel, injuring at least one person, in a Palestinian retaliation after Israel killed a senior Islamic Jihad commander in Gaza. (JINI via ) |

Israelische Feuerwehrkräfte löschen am Dienstag eine von Raketen getroffene Fabrik in der Ortschaft Sderot Bild: picture alliance / Photoshot

Zweiter Tag in Folge: Raketenangriffe und Sirenengeheul in Israel

Im Nahen Osten eskalierte am Dienstag die Gewalt, nachdem die israelische Luftwaffe den Militärchef einer militanten Palästinenserorganisation getötet hatte. Auch am Mittwoch kam es zu Raketenangriffen auf Israel.

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Mittwoch erneut Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Im Grenzgebiet sowie in der Küstenstadt Aschkelon hätten am Morgen Warnsirenen geheult, teilte die israelische Armee mit. Menschen suchten Unterschlupf in Luftschutzkellern.

In der Nacht hatte Israels Luftwaffe mehrere Ziele der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad in dem Küstenstreifen angegriffen. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte am Mittwoch mit, ein Palästinenser sei dabei getötet worden.

Das ist am Dienstag passiert: Israelische Streitkräfte haben den Kommandanten der militanten "Bewegung des islamischen Dschihad in Palästina", Baha Abu Al-Atta, bei einem Angriff auf sein Haus im Gazastreifen getötet. Dies teilten Vertreter beider Seiten am Dienstag mit.

Auch dessen Ehefrau kam bei dem nächtlichen Luftangriff ums Leben, sieben weitere Palästinenser wurden verletzt.

Al-Atta soll Terroranschläge geplant haben

Das israelische Militär erklärte, Ministerpräsident und Verteidigungsminister Benjamin Netanjahu habe die Operation gegen Al-Atta genehmigt.

Diesem wurde vorgeworfen, kürzlich eine Reihe grenzüberschreitender Raketen-, Drohnen- und Scharfschützenanschläge durchgeführt und weitere geplant zu haben.

Der Islamische Dschihad bestätigte in seiner eigenen Erklärung Al-Attas Tod und drohte mit Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel. In Gaza-Stadt wurde Atas Tod über die Lautsprecher von Moscheen verkündet.

Angst vor neuem Gaza-Krieg

Der Dschihad nannte den tödlichen Angriff auf seinen Militärchef eine "Kriegserklärung" Israels, das damit "alle roten Linien überschritten" habe. Die israelische Armee teilte aktuell mit, sie greife Terrorziele des Islamischen Dschihad im Gazastreifen an.

Die Eskalation nährte die Furcht vor einem neuen Gaza-Krieg. Nach israelischen Medienberichten bemühen sich Ägypten und der UN-Nahostgesandte Nikolaj Mladenow hinter den Kulissen intensiv um eine Beruhigung der Lage.

Raketenbeschuss aus Gaza

Am Dienstagmorgen meldete die Israelische Armee Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Die israelischen Streitkräfte stellten sich auf mehrtägige Auseinandersetzungen ein, sagte Armeesprecher Jonathan Cornicus.

"Es gibt erheblichen Beschuss" aus dem Gazastreifen, sagte Cornicus. Raketen schlugen demnach im Süden Israels ein. In der Küstenmetropole Tel Aviv heulten Sirenen auf.

Nach Armeeangaben wurden mehr als 50 Raketen abgefeuert, rund 20 Raketen davon seien vom Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden.

Nach Angaben von Sanitätern schwebte ein achtjähriges israelisches Mädchen nach einem Raketenangriff in Lebensgefahr. Sie habe das Bewusstsein verloren, nachdem Warnsirenen in Cholon südlich von Tel Aviv heulten, hieß es in einer Mitteilung. Sanitäter hätten sie wiederbelebt und in ein Krankenhaus gebracht. Sie sei in kritischem Zustand.

Luftangriff auf Damaskus

Nach syrischen Angaben wurden bei einem weiteren Angriff der israelischen Luftwaffe auf einen anderen Dschihad-Führer in Damaskus zwei Menschen getötet. Zwei Raketen hätten am Morgen einen Wohnsitz von Akram Al-Adschuri getroffen, meldete die staatliche syrische Agentur Sana.

Neben Al-Adschuris Sohn sei auch eine zweite Person ums Leben gekommen. Demnach wurden zehn Menschen verletzt. Al-Adschuri selbst wurde nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei dem Raketenangriff verletzt.

Kampfjets beschießen militante Palästinenser

Mindestens ein militanter Palästinenser ist bei Angriffen der israelischen Luftwaffe im nördlichen Gazastreifen am Dienstagvormittag getötet worden. Nach Militärangaben waren zwei Aktivisten der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad auf einem Motorrad unterwegs.

Sie hätten einen Raketenangriff auf Israel vorbereitet. Daher seien sie von einem israelischen Kampfjet angegriffen und getroffen worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza teilte mit, ein Mann sei getötet, mehrere weitere verletzt worden.

Palästinensische Medien berichteten von weiteren Luftangriffen auf militärische Ziele im Gazastreifen. Dies wurde jedoch von Israels Armee zunächst nicht bestätigt.

(hd/pcl/dpa/rtr/AFP)

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