Wetter
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Sieht als Foto noch ganz nett, im Video wirkt sie dann schon bedrohlich: die Wolken-Walze von Sachsen-Anhalt. andreas brehme

Spektakuläre "Wolken-Walze" sorgt in Sachsen-Anhalt für Aufsehen

Und plötzlich wird es dunkel in Harzgerode.

Am Dienstagnachmittag stellte sich Torsten Brehme mit seiner Kamera auf ein Feld in der Nähe der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, um einige Blitze zu filmen, die er in einer heranziehenden Gewitterwolke vermutete.

Doch dann formierte sich am Horizont ein dunkles Etwas. Brehme zu watson: "Da ich am Horizont eine Wolkenlinie erkannte, begann ich dann die Zeitrafferaufnahme in der Hoffnung , dass sich eine Wolkenwalze entwickelt." Brehme hatte Glück, und konnte einen beeindruckenden Zeitraffer aufnehmen.

Die "Mitteldeutsche Zeitung" veröffentlichte das Video auf ihrer Facebookseite:

Mit dem aufbrausenden Sturm hatte Brehme nicht gerechnet, er freute sich aber umso mehr. Es habe nur ein wenig geregnet, meint Brehme gegenüber watson. Der Hobbyfotograf liebt die Natur – eine Auswahl seiner Bilder findet ihr hier bei Instagram.

Wolkenwalzen nennt der Deutsche Wetterdienst (DWD) lieber "Böenwalzen". Bei solchen Wetterphänomenen dreht sich eine Wolke horizontal um ihre Achse, während sie sich durch die Lüfte vom Wind getragen wird. Die Entstehung solcher Wolken beschreibt der DWD als "Ergebnis komplexer dreidimensionaler Strömungsvorgänge innerhalb der Gewitterwolke".

Die Wetterexperten erklären das Entstehen der Böenwalzen so:

"In ausgeprägten Gewitterzellen oder Verbänden von Gewitterzellen erfolgt in den unteren Schichten nämlich ein Einströmen von vorne, in der Höhe dagegen von der Rückseite. Durch das untere Einströmen wird die Aufwindströmung innerhalb des Systems, der sogenannte Updraft in Gang gehalten. In ihm erfolgt Kondensation und Niederschlagsbildung. Dieser Updraft ist in der Höhe bezogen auf die Zugrichtung des Gewitters nach rückwärts geneigt. Der ausfallende Niederschlag fällt dadurch in die in der Höhe von hinten in die Zelle einströmende Luft und kühlt sie ab. Dadurch fällt sie gewissermaßen beschleunigt nach unten und erzeugt den Abwindschlauch, den sogenannten Downdraft. Es entsteht dabei am vorderen unteren Rand der Gewitterwolke ein Bereich, in dem die beiden Ströme aufeinandertreffen. Dabei wird ein Teil des Aufwindstroms gewissermaßen nach unten gebogen und schließlich entsteht eine Rotation um eine horizontale Achse. Da der Wasserdampf des Aufwindstroms dabei kondensiert entsteht die walzenförmige Wolke."

Ungefährlich sind die Böenwalzen für die Luftfahrt demnach nicht. Durch die schnellen Änderungen des Luftstroms innerhalb der Wolke gilt das Wetterphänomen für Piloten als gefährlich.

Immerhin: Vom Boden aus lässt sich die Wolken-Walze gefahrlos bestaunen.

(pb)

Kälteschock und Hitzetod – Wenn das Wetter uns verarscht

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