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Geht bei Verfolgungsjagden schnell der Saft aus: i3-Streifwagen der bayerischen Polizei. Bild: Presse BMW

Bayerns Polizei findet nach 4 Jahren heraus: BMW i3 zur Verbrecherjagd ungeeignet

Innovation und Tradition gehen nicht zusammen? In Bayern, wo die Menschen mit "Laptop und Lederhose" leben, sagen sie dazu nur: "Halte meinen Maßkrug."

Ob es jetzt eine Magnetschwebebahn vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen ist, CSU-Digitalstaatsministerin Dorothee Bär von Flugtaxis träumt oder die Polizei mit Elektro-Autos ausgerüstet wird – unter dem weiß-blauen Himmel werden immer wieder neue Wege gegangen.

Meist sind die Ziele allerdings, sagen wir mal, überambitioniert. Das zeigte jüngst eine Feststellung der bayerischen Polizei. Die fand heraus, dass sich das Elektro-Auto BMW i3 nicht als Streifenwagen bewährt hat.

Und wir fragen uns, warum brauchten die Ordnungshüter in Blau dermaßen lang, um zu dieser Erkenntnis zu kommen? Hier das Elektroauto:

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Schick schaut er ja aus, der i3-Streifenwagen. Bild: Presse BMW

Damit kommen wir zu den Gründen, warum die bayerischen Beamten nicht mehr mit dem BMW i3 auf Streife wollen:

Im bayerischen Innenministerium winkte man nach der Pilotphase ab, berichtet das Portal "Nordbayern". Das E-Auto der ersten Generation habe eine zu geringe Reichweite von 160 Kilometern. Auf der Rückbank könnten Diebe und Randalierer, die mitgenommen werden sollen, nur eingezwängt sitzen.

Und dann muss die Karre ständig an die Steckdose...

"Der Ladevorgang dauert sechs bis acht Stunden. Ist der Akku nahezu leer und der letzte Fahrer vergisst, den Wagen ans Stromnetz anzuschließen, ist das Auto am nächsten Tag lange Zeit nicht einsatzbereit."

Polizeisprecher Rainer Seebauer quelle: nordbayern.de

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Nur von vorne schön: ein BMW i3. Bild: Presse BMW

Zehn BMW i3, von denen einer 37.000 Euro kostete, hatte das Innenministerium für alle bayerischen Polizeidienststellen angeschafft. Das Elektroauto mit 170 PS schafft eine maximale Geschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde. Die Nachteile seien bekannt gewesen, die Polizeigewerkschaft habe seinerzeit schon auf die Mängel hingewiesen, die den Pkw als Standardstreifenwagen untauglich machten.

Immerhin:

"Der BMW i3 hat sich jedoch als umweltfreundliche Ergänzung für bestimmte Einsatzbereiche wie Verkehrsprävention und Ermittlungsdienste herausgestellt. Außerdem hat er sich als Imageträger in der Öffentlichkeit bewährt"

Polizeisprecher Rainer Seebauer

Zwar hält auch die Nürnberger Polizei das Fahrzeug zur Verbrechensbekämpfung für ungeeignet, hat aber doch Anwendungsfälle für die Elektro-Karre aus München identifiziert. Verkehrserziehung zum Beispiel.

Laut Polizeisprecher Seebauer setzen die Nürnberger Ordnungshüter ihren i3 außerdem gerne bei Klimademos ein:

"Wenn dann ein Fahrzeug vor der Demonstration herfährt, ist es immer schöner, wenn es ein Elektrofahrzeug ist, vor allem auch in der Fußgängerzone. Es ist leiser und auch umweltfreundlicher."

bayerischer rundfunk

Bei der Stadt Nürnberg ist übrigens ein BMW i3 der zweiten Generation weiterhin im Einsatz: beim Umweltreferat. Dieses Elektroauto habe eine Reichweite von 350 Kilometer. Es sei außerdem mit einem "Range Extender" ausgerüstet. Das sei ein mit Benzin betriebener Motor, der über einen Generator Strom erzeugt und damit die Reichweite verlängere. "Der Range Extender ist vor allem dafür vorgesehen, bei leerem Akku die nächste Ladestation zu erreichen."

Und wie läuft die Umstellung auf Elektroantrieb bei Polizeidienstellen in anderen Bundesländern?

Die niedersächsische Polizei hat laut dem Portal "Heise" im Dezember 2019 insgesamt 15 Opel Ampera-e beschafft, die mit einer Reichweite von 400 Kilometern eingesetzt werden für Kurier- und Dienstfahrten und auch für Patrouillenfahrten.

Übrigens: Nicht nur in Deutschland überlegen Polizeikräfte, wie sich E-Autos für ihre Arbeit nutzen lassen. Das LAPD (Los Angeles Police Department) hat sich auch schon einen i3 angeschafft, wie dieses Bild zeigt.

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Stylisch: Polizei im Zebra-Look. Bild: Presse BMW

(dsc/watson.ch/pcl)

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