CDU
Bild

Mag es grundsätzlich – Gesundheitsminister Jens Spahn. Bild: getty / imago / montage: watson

Jens Spahn will Krankenkassen umbauen – Verbände warnen vor Nachteil für Patienten

Wieder Ärger für Jens Spahn (CDU). Der Gesundheitsminister plant einen Umbau der gesetzlichen Krankenversicherung. Seine Vorschläge im sogenannten "Faire-Kassenwahl-Gesetz" haben aber wieder massive Kritik hervorgerufen.

Die Befürchtung von den Krankenkassen-Verbänden: Spahns gewünschte Änderungen würden zu einer schlechteren Versorgung für Patientinnen und Patienten führen.

Wir erklären euch, was der Gesetzentwurf von Spahn vorsieht und was die Krankenkassen-Vertreter dabei kritisieren.

Was das Spahn-Gesetz ändern soll

Was an Spahns Vorschlägen kritisiert wird

Vor allem der letzte Punkt sorgt nun für Kritik unter den Vertretern der Krankenkassen-Verbände.

Volker Hansen, einer der beiden Verwaltungsratsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbands, sagte dem Berliner "Tagesspiegel":

Spahns Vorhaben sei "ein Generalangriff auf Selbstverwaltung und Sozialpartnerschaft."

Sein Kollege Uwe Klemens kritisierte gegenüber der Zeitung, dass mit Spahns Vorschlägen die "Patientenperspektive" unter die Räder komme.

In einer offiziellen Stellungnahme des GKV-Spitzenverbands, die dem "Tagesspiegel" vorliegt, warnen die Verbandsvertreter: Sollten die bisher ehrenamtlichen Verwaltungsräte durch Kassenfunktionäre ersetzt werden, bestehe das Risiko, "dass primär Einzelinteressen der im Wettbewerb stehenden Krankenkassen vertreten werden und die Systemperspektive verloren geht".

Zuvor hatte die SPD die Öffnung der regionalen AOKs kritisiert. "Das brächte eine Verschlechterung der Versorgung", sagte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur vor gut einer Woche.

Auch der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, betonte, dass nicht jeder Vertrag, den Kassen mit den ebenfalls regional aufgestellten Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenhäusern schließen, sich einfach von einer Region auf eine andere übertragen lasse. So habe ein in Süddeutschland eingeführtes Hausarztmodell für Versicherte im Norden keinen Sinn.

Es gibt aber nicht nur Gegenwind für Spahn. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale lobte, die größere Wahlmöglichkeit sei "eine gute Nachricht" für die Versicherten.

(ll/dpa)

Politiker, die aus Tassen trinken

"Ich lag zwei Wochen im Koma" - Sportlerin nach Organspende

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Nicht akzeptabel": Chefarzt knöpft sich Jens Spahn vor

Sie haben gekämpft, zum Dank gab es Applaus: Die Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege gelten als Helden der Corona-Krise. Doch während erstere für ihre Bemühungen und Entbehrungen mit bis zu 1500 Euro "Coronabonus" rechnen dürfen – Mitte Mai brachte der Bundestag die steuerfreie Zahlung auf den Weg – schauen die Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger bisher in die Röhre.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte dazu am Dienstag: "Alle, die in den sozialen Berufen arbeiten, …

Artikel lesen
Link zum Artikel