Coronavirus
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Könnte ein Corona-Schnelltest ähnlich aussehen wie ein Schwangerschaftstest? Bild: imago images / Rainer Droese

Virologe Drosten erklärt, wie Corona-Selbsttests in Zukunft aussehen könnten

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus und es kommen täglich Tausende Infizierte hinzu. Die Johns-Hopkins-University aus den USA verzeichnete am Donnerstagabend mehr als knapp 43.600 bestätigte Infektionen und 239 Todesfälle in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut zählte am Donnerstag (Stand 0 Uhr) 36.508 Infektionen in Deutschland sowie 198 Todesfälle. Damit stieg die Zahl der Infizierten um 4995 Fälle zum Vortag an.

Wichtig ist laut der Meinung von Experten nun, möglichst zahlreiche Menschen auf das Coronavirus zu testen. Viele hoffen deswegen auf Corona-Schnelltests. Virologe Christian Drosten mahnt im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" allerdings zur Vorsicht bei solchen Tests, die teilweise bereits in Deutschland verkauft werden.

Corona-Schnelltests sind Antikörpertests

In der Folge von Donnerstag erklärt der Virologe von der Berliner Charité: "Das sind Lateral Flow Tests, die in großer Menge hergestellt werden können." Lateral Flow Tests kommen oft in Form von Teststreifen. Schwangerschaftstest, wie man sie in der Drogerie oder Apotheke bekommt, gehören zum Beispiel dazu. Der Vorteil solcher Tests ist, dass sie gut in großen Mengen hergestellt werden können.

Die derzeit verfügbaren Lateral Flow Tests auf das Coronavirus sind auf das Nachweisen von Antikörpern ausgelegt. Das heißt, mit ihnen kannst du überprüfen, ob du bereits Antikörper auf das Virus gebildet hast und somit immun bist. Das geschieht, wenn du bereits an Covid-19 erkrankt bist. Manchmal passiert das, ohne dass du Symptome verspürst.

Leider sind die bisher erhältlichen Lateral Flow Tests auf Corona-Antikörper nicht verlässlich. So sagt Drosten: "Das ist noch nicht validiert, also wir wissen gar nicht, ob diese Antikörpertests technisch genau so gut funktionieren wie ein richtiger laborbasierter Test."

Um die pandemische Welle zu stoppen, brauchen wir eine frühe Diagnostik

Hingegen wisse man genau, "dass Antikörpertests für die Akutdiagnostik zu spät kommen". Das liege daran, dass Antikörpertests erst nach ungefähr zehn Tagen Krankheitsverlauf ein Ergebnis zeigen. Der Mensch bildet erst Antikörper, wenn das Virus schon eine Weile im Körper ist. In der Zeit kann man natürlich andere Menschen anstecken, ohne es zu merken – was kontraproduktiv ist, um die pandemische Welle zu stoppen. Aktuell das oberste Ziel.

Derzeit sei also laut Drosten wichtig, dass man so früh wie möglich herausfindet, ob ein Mensch infiziert ist: "In dieser Situation ist ein Antikörpertest nicht zu gebrauchen."

"Wir brauchen einen Test, der von Anfang das Virus und nicht nach zehn Tagen die Antikörper nachweisen kann, wenn er denn technisch überhaupt gut funktioniert."

Christian Drosten ndr

Die Antikörpertests könnten zu einem späteren Zeitpunkt wichtig werden: Schließlich könnte man mit ihnen ermitteln, wie viele Menschen in Deutschland bereits immun gegen das Virus sind. Das würde wertvolle Rückschlüsse in Bezug auf die Herdenimmunität geben: Die ist erreicht, wenn 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung das Virus hatten. Dann ist die pandemische Welle vorbei.

So könnte ein Corona-Selbsttest aussehen

Möglicherweise wird es zukünftig auch Selbsttests für die breite Masse geben. Die könnten laut Drosten so aussehen wie eine Mischung aus Schwangerschaftstest und Blutzucker-Messgerät für Diabetiker. Statt Urin würde ein abgenommener Bluttropfen auf einen Teststreifen getröpfelt werden. Sich daraufhin abbildende Streifen geben Aufschluss über ein positives oder negatives Corona-Ergebnis. "Aber wie gesagt: Das alles ist technisch noch nicht validiert", betont Drosten.

Deswegen wiederholt der Virologe: "Wir brauchen einen Test auf das Virus selbst, wenn wir es in der Frühphase nachweisen wollen und da gibt es im Moment nur die PCR."

(bn)

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