Coronavirus
16.03.2020, Ungarn, Debrecen: Menschen halten Abstand, w

1,5 bis 2 Meter Abstand sollen in Coronazeiten eingehalten werden. Bild: dpa / Zsolt Czegledi

Es wirkt! Forscher zeigen, dass sich das Kontaktverbot lohnt

Von zu Hause aus arbeiten, die Kinder bespaßen und nur mal eben für den Gang zur Apotheke oder zum Einkaufen vor die Tür: So sieht der Alltag vieler Deutschen derzeit aus.

Damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet, gilt bis zum 19. April eine Kontaktbeschränkung. Sich in einer größeren Gruppe aufhalten? Nicht gestattet. Bekannte, die man zufällig in der Supermarktschlange sieht per Handschlag begrüßen? Schon lange nicht mehr.

Viele Betriebe in Deutschland runtergefahren

Auch Friseure, Restaurants und Geschäfte, die nicht lebensnotwendig sind, sind noch geschlossen. Ebenso wie Schulen und Kitas. Einige mögen das für überzogen halten, aber (!): Die Maßnahmen scheinen zu wirken, wie eine Simulation der Max-Planck-Gesellschaft zeigt.

Das Team simuliert seit Mitte März den Verlauf der Corona-Epidemie in Deutschland. Dem Modell zufolge bewirken die jetzt geltenden Maßnahmen, dass die Zahl an Neuinfizierten in den nächsten Wochen absinken wird.

Bild

Bild: max-planck-institut für Dynamik und Selbstorganisation

Beschreibung der Grafik:

Die Simulation der Neuinfektionen (grün gestrichelte Linie) mit Sars-CoV-2 des Göttinger Teams gibt die tatsächlichen Zahlen (blaue Rauten) bis dato sehr gut wieder. Das erlaubt die Vorhersage, dass die Zahl der Neuinfektionen dank der Kontaktsperre vom 22. März von nun an kontinuierlich abnehmen wird (grüne Linie).

Die Forscher haben auch simuliert, wie sich die Zahl der Neuinfektionen entwickelt hätte, wenn es überhaupt keine Beschränkungen im sozialen Leben gegeben hätte (graue Linie) und wenn es bei den Maßnahmen um den 8. März (rote Linie) und dem zusätzlichen Maßnahmenpaket um den 16. März (orange Linie) geblieben wäre.

In beiden Fällen hätte die Zahl der Neuinfektionen immer weiter zugenommen, auch wenn sie im zweiten Fall vorübergehend zurückgegangen wäre – Covid-19 hätte sich danach weiter exponentiell ausgebreitet.

max-planck-institut für dynamik und selbstorganisation

Michael Wilczek, Co-Autor der Studie betont, dass durch Maßnahmen, wie Geisterspiele in der Bundesliga und die Schul-Schließungen, die "effektive Ausbreitungsrate deutlich abnahm".

Forscher mahnen gleichzeitig

Doch damit eine Lockerung der Kontaktsperre überhaupt in greifbare Nähre rückt, muss "das Leben allerdings nach wie vor im Notbetrieb laufen", heißt es weiter. Denn wenn jetzt alle Einschränkungen aufgehoben werden würden, stünden wir wieder am Anfang, so Viola Priesemann, die ebenfalls an der Simulation beteiligt war.

Also noch ein wenig durchhalten.

(lin)

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