Unvergessen
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Christoph Daum gibt nach langem Schweigen zu, dass er Kokain konsumiert hat. bild: imago

Vor 18 Jahren: Christoph Daums Haarprobe sorgt für einen der größten Bundesliga-Skandale

ralf meile

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein großes Ereignis der Sportgeschichte zurück. Diesmal: 20. Oktober 2000, Leverkusens Trainer Christoph Daum gibt freiwillig eine Haarprobe ab. Damit will er beweisen, dass er kein Kokser ist. Die Aktion wird zum legendären Eigentor.

Es ist ein Zitat für die Ewigkeit, das Christoph Daum von sich gibt. Am 9. Oktober 2000 tritt der Trainer von BayerLeverkusen vor die Medien und verkündet, er habe freiwillig eine Haarprobe eingereicht, die beweisen soll, dass er keine Drogen konsumiere. Das hatte ihm Uli Hoeneß, der Manager von Bayern München und Daums erklärter Intimfeind, in der Öffentlichkeit vorgeworfen. Daum sitzt also da auf seinem Podest und sagt:

"Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe."

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Christoph Daum erzählt den Reportern, dass er freiwillig eine Haarprobe abgegeben habe, um die Gerüchte über seinen angeblichen Drogenkonsum verstummen zu lassen. bild: imago

Der Schuss geht nach hinten los

Keine zwei Wochen später fliegt ihm dieser Satz um die Ohren. Denn das Resultat der Haarprobe beweist: Daum hat gekokst. Leverkusen entlässt den Trainer fristlos und der DFB löst den ab Juli 2001 geltenden, aber bereits vereinbarten Vertrag als Bundestrainer auf. Daum flüchtet nach Florida.

Zwei Monate lang ist Daum von der Bildfläche verschwunden, dann kehrt er nach Deutschland zurück – und gibt wieder eine Medienkonferenz. An dieser gesteht Christoph Daum: "Ich habe Kokain zu mir genommen." Seine Taktik ist es offensichtlich, locker zu bleiben. Er lacht selber, als er sagt: "Die Haaranalyse, die ich habe machen lassen, muss man im Nachhinein sagen, das war ein Fehler. Ich hab's mir auch anders vorgestellt."

Kein Erfolg mehr in Deutschland

Die Reporter lachen ebenfalls und vielleicht ist diese Aussage der Grund dafür, dass die Trainerkarriere des Christoph Daum noch nicht beendet ist. Auch wenn es sechs Jahre dauert, bis er beim 1. FC Köln wieder einen Job in Deutschland erhält.

Nach der Kokainaffäre trainiert Daum zunächst Besiktas Istanbul, das er schon einmal gecoacht hatte, Austria Wien und Fenerbahce Istanbul. Drei Meistertitel und ein Pokalsieg in dieser Zeit zeigen: An seiner Fähigkeit, ein guter Trainer zu sein, hat der Skandal nichts verändert.

Seit dem Jahr 2006 zeigt die Erfolgskurve jedoch abwärts. Einzig ein Aufstieg mit Köln in die 1. Bundesliga und ein Supercupsieg mit Fenerbahce stehen noch in seinem Palmarès.

Bildnummer: 07956331  Datum: 14.05.2011  Copyright: imago/DeFodi
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Seine bislang letzte Station in der Bundesliga: Christoph Daum als Trainer von Eintracht Frankfurt im Jahr 2011. bild: imago

"Aus diesen Dingen gelernt"

Ehe er nach der EM im Sommer 2016 Trainer der rumänischen Nationalmannschaft (und ein Jahr später wieder entlassen) wird, ist Daum über zwei Jahre ohne Job. Aber dafür hat er ein absolut reines Gewissen.

"Ich habe lange gebraucht, um Fehler einzugestehen", sagt Christoph Daum zehn Jahre nach dem Auffliegen der Kokainaffäre. "Das tut mir auch heute noch leid. Aber ich kann sagen, dass ich aus diesen Dingen gelernt habe."

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