Mode
siegen, North Rhine-Westphalia/germany - 11 07 19: h&m sign in siegen germany

Eine H&M-Filiale in Deutschland. Bild: Getty

"H&M will Personal loswerden": RTL macht dem Mode-Unternehmen schwere Vorwürfe

Das RTL-Journal "Punkt 12" wirft der Modekette H&M vor, mit fragwürdigen Methoden ältere Mitarbeiter loswerden zu wollen. H&M widerspricht den Vorwürfen.

Das sagt H&M zu den RTL-Vorwürfe

Der Modekonzern widerspricht der Darstellung von RTL. In einer Stellungnahme heißt es:

So reagiert ein Anwalt auf den RTL-Bericht

Felix Bußmann, Anwalt für Arbeitsrecht und Verdi-Gewerkschaftssekretär, sagt dem Sender: Die Firma H&M fahre "einen Knallhart-Kurs gegenüber ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern".

Bußmann behauptet: "Der Skandal in den jetzigen Schließungen ist, dass es genug Arbeitsplätze gibt für die Arbeitnehmer."

H&M unter Druck

Erst kürzlich sorgte ein Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") mit Spitzel-Vorwürfen über H&M für Aufsehen. Führungskräfte speicherten demnach Notizen aus Gesprächen mit Mitarbeitern ab, die dann versehentlich einem erweiterten internen Kreis zugänglich wurden.

In den Dateien aufgelistet waren laut "FAZ" nicht nur allgemeine Angaben über einzelne Angestellte am Standort, sondern auch private Details – auch zur Lebenssituation und zu Vorkommnissen im Privaten, wie die Zeitung unter Berufung auf eine "Person, die anonym bleiben will", berichtet.

Die Deutschlandzentrale von H&M in Hamburg bestätigte auf Anfrage der "FAZ" den Vorfall im Grundsatz: Ein Datenordner für Führungskräfte sei einem internen Kreis zugänglich gewesen. Eine Sprecherin kündigte an, dass die Daten wieder gesichert werden würden.

Auf Anfrage der "FAZ" kritisierte Verdi allerdings generell die Abspeicherung dieser persönlichen Daten von Mitarbeitern:

"Wenn Vorgesetzte heimlich analoge oder digitale Gesprächsnotizen über Mitarbeitergespräche anfertigen, verstößt das allein schon eklatant gegen den Datenschutz der Beschäftigten", erklärte die Gewerkschaft. "Die Ergebnisse hinsichtlich des Wohlbefindens und des Gesundheitszustandes der Betroffenen in Listen auszuwerten, ist ein weiterer Verstoß."

(ll/mit dpa)

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