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LA MALBAIE , QC - JUNE 08:  Germany's Chancellor Angela Merkel (L) and President of the United States of America Donald Trump (R) speak together following the Family photo on the first day of the G7 Summit, on 8 June, 2018 in La Malbaie, Canada. Canada will host the leaders of the UK, Italy, the US, France, Germany and Japan for the two day summit, in the town of La Malbaie.  (Photo by Leon Neal/Getty Images)

Merkel und Trump beim G7-Gipfel in Kanada 2018. Bild: Getty Images North America

So wollen die Trump-Herausforderer das Verhältnis zu Deutschland reparieren

Donald Trump attackiert und droht Deutschland. Seine demokratischen Herausforderer wollen die Beziehungen zu Berlin und Europa reparieren – und versprechen mehr Zusammenarbeit.

Fabian Reinbold / t-online

Wieder einmal hat Donald Trump Deutschland ins Visier genommen. In dieser Woche stellte sich der US-Präsident hinter die Drohung seines Botschafters, Truppen aus der Bundesrepublik abzuziehen, falls Berlin nicht mehr Geld für Verteidigung ausgebe.

Dieses neueste Manöver fällt in ein bekanntes Muster: Trump greift Deutschland in der Sicherheitspolitik regelmäßig an und hat Europa als Gegner in der Handelspolitik auserkoren – er geht auf Konfrontation.

Die demokratischen Herausforderer Trumps für die Präsidentschaftswahl 2020 haben sich dem nun entgegengestellt und in Gesprächen mit t-online.de angekündigt, das Verhältnis zu Deutschland und Europa reparieren zu wollen.

Sowohl Kandidaten des linken Parteirandes als auch Zentristen stellten dabei eine Reihe transatlantischer Initiativen in Aussicht: beim Handel, aber auch bei der Klimakrise oder beim Zurückdrängen russischer Einflussoperationen – zwei Themen, deren Relevanz der Mann im Weißen Haus leugnet. Die Vorhaben würden eine radikale Kehrtwende von Trumps isolationistischem Kurs bedeuten.

Warren stellt gemeinsame Projekte in Aussicht

Elizabeth Warren, eine der Favoritinnen im parteiinternen Wettstreit um die Kandidatur, kündigte eine neue Welle der transatlantischen Zusammenarbeit bei "Handel, internationaler Sicherheit und der Unterstützung von Krisenstaaten" an. Zentraler Teil ihrer Außenpolitik sei die "Zusammenarbeit mit Verbündeten sowie das Wissen um den Unterschied zwischen Freunden und Feinden", sagte sie t-online.de.

DES MOINES, IOWA - AUGUST 10: Democratic presidential candidate U.S. Sen. Elizabeth Warren (D-MA) delivers a campaign speech at the Des Moines Register Political Soapbox at the Iowa State Fair on August 10, 2019 in Des Moines, Iowa. 22 of the 23 politicians seeking the Democratic Party presidential nomination will be visiting the fair this week, six months ahead of the all-important Iowa caucuses. (Photo by Alex Wong/Getty Images)

Bild: Getty Images North America

Zudem stellte die Senatorin aus dem Bundesstaat Massachusetts eine Reihe gemeinsamer Projekte in Aussicht. Kooperation bei einem Thema würde die Zusammenarbeit bei anderen Themen erleichtern. Warren kritisierte Trumps Idee, "einen Handelskrieg mit China zu beginnen, während er zeitgleich Europa, Kanada und Südkorea einen Handelskrieg erklärt".

Merkel als Vorbild

Warren, die wirtschaftspolitisch links steht, stieg zuletzt in den Umfragen und liegt hinter Ex-Vizepräsident Joe Biden auf Platz zwei. Der innerparteiliche Wahlkampf tobt bereits, so viele Kandidaten wie noch nie wollen Präsident werden. Die Vorwahlen beginnen im Februar 2020.

DES MOINES, IOWA - AUGUST 08: Democratic presidential candidate and former Vice President Joe Biden delivers a 20-minute campaign speech at the Des Moines Register Political Soapbox at the Iowa State Fair August 08, 2019 in Des Moines, Iowa. 22 of the 23 politicians seeking the Democratic Party presidential nomination will be visiting the fair this week, six months ahead of the all-important Iowa caucuses. (Photo by Chip Somodevilla/Getty Images)

Bild: Getty Images

Biden hatte angekündigt, zu Beginn einer möglichen Amtszeit, mit westlichen Demokratien bei Herausforderungen wie der Klimakrise und Migration zusammenzuarbeiten. In der vergangenen Woche nannte er bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa die deutsche Flüchtlingspolitik unter Angela Merkel als Vorbild für den Umgang mit Migration.

Weitere Präsidentschaftskandidaten drängten zur Zusammenarbeit mit Deutschland und Europa bei der Klimakrise und russischer Aggression.

Deutschland als "großartiger Partner"

Der Gouverneur des Bundesstaats Washington, Jay Inslee, bezeichnete Deutschland als "großartigen Partner" bei der Bekämpfung der Klimakrise.

Zur Klimakrise sagte er:

"Ich freue mich darauf, wenn wir mit Deutschland bei dem Thema wieder zusammenarbeiten können."

Er verwies auf die von ihm vorangetriebene US-Klimaallianz, in der sich die Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten zu den Pariser Klimazielen bekannt hat. Inslee zeigte sich zuversichtlich, dass nach der Präsidentschaftswahl die USA eine Führungsrolle bei dem Thema einnehmen werden. Dann müssten Vereinbarungen getroffen werden, die über die Pariser Ziele hinausgehen. Trump hatte den Austritt aus dem Pariser Abkommen verkündet.

"Donald Trump glaubt, dass das Bündnis ein Zeichen der Schwäche ist", sagte Inslee. "Ich hingegen glaube, dass sie ein Mittel zur Stärke sind, das werden wir beim Klimawandel sowie beim Umgang mit Nordkorea und dem Iran sehen."

"Putin und dessen Angriffe zurückdrängen"

Der Senator Michael Bennet aus dem Bundesstaat Colorado versprach, als möglicher Präsident in seiner ersten Amtshandlung "nach Europa zu reisen und den Verbündeten zu versichern, dass wir das transatlantische Bündnis und die Nato als maßgebliches Bollwerk für den Bestand westlicher Demokraten verstehen".

Als Hauptaufgabe sehe er den Umgang mit Russland. "Wir stehen vor der wichtigen Aufgabe, Putin und dessen Angriffe auf die Demokratie zurückzudrängen, die schwerwiegend sind und die unser Präsident nicht einmal einräumt", sagte Bennet t-online.de. Man könne die westlichen Demokratien stabilisieren, wenn die USA und Europa so partnerschaftlich wie in der Vergangenheit zusammenarbeiteten.

Auch für den früheren Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper, hat die Stärkung der Nato Priorität. "Ich halte es immer noch für unser wichtigstes Bündnis." Er würde diese Botschaft bei einem raschen Antrittsbesuch in Europa unterstreichen, sagte Hickenlooper t-online.de.

Bennet und Hickenlooper sind Kandidaten des moderaten Parteiflügels – in Fragen von Gesundheits- und Wirtschaftspolitik liegen sie mit progressiven Kandidaten wie Warren über Kreuz. Doch was die Zusammenarbeit mit den Verbündeten in Europa angeht, hat das breite Feld der demokratischen Präsidentschaftskandidaten ähnliche Ideen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei t-online.de.

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