Gesundheit
May 7, 2020, Brasilia, DF, Brazil: Brazilian President Jair Bolsonaro during a video conference inauguration ceremony for Ministers Luos Roberto Barroso and Luiz Edson Fachin for the Superior Electoral Court at Planalto presidential palace May 25, 2020 in Brasilia, Brazil. Brasilia Brazil - ZUMAp138 20200507zaap138042 Copyright: xMarcosxCorrea/PresidentxBrazilx

Scheint in Trump ein Vorbild gefunden zu haben: Jair Bolsonaro. Bild: imago images / ZUMA Wire

Steigende Infektionszahlen in Brasilien – doch Bolsonaro droht mit Austritt aus WHO

In der Corona-Krise ist die WHO so wichtig, aber auch einflussreich, wie nie zuvor. Doch während in manchen Ländern die Zahlen der Neuinfektionen langsam zurückgehen, beziehungsweise stagnieren, so scheint das Virus in anderen Ländern erst jetzt so richtig Fahrt aufzunehmen. Zu diesen Ländern gehört Brasilien.

Tritt Bolsonaro in Trumps Fußstapfen?

Inmitten der sich zuspitzenden Coronakrise in Brasilien droht Präsident Jair Bolsonaro mit einem Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bolsonaro warf der WHO am Freitag (Ortszeit) vor, eine "parteiische politische Organisation" zu sein. Sollte sie dies nicht ändern, werde sein Land einen Austritt in Betracht ziehen, sagte er vor Journalisten.

Damit vertritt Bolsonaro eine ähnliche Position wie US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte zuletzt die Beziehungen der USA zur WHO aufgekündigt. Trump wirft ihr vor, vollkommen unter der Kontrolle Chinas zu stehen.

Bolsonaro will Lockerungen – die WHO warnt

In Brasilien wurden nach offiziellen Angaben mittlerweile mehr als 600.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. Mehr als 35.000 Infizierte sind gestorben. Das ist die dritthöchste Zahl weltweit hinter den USA und Großbritannien. Die neuen Todesfälle lagen in Brasilien zuletzt über mehrere Tage auf Rekordniveau. Bolsonaro dringt trotzdem darauf, dass die Bundesstaaten die Beschränkungen des öffentlichen Lebens rasch zurückfahren.

Nach seiner Darstellung sind die wirtschaftlichen Schäden größer als die Gesundheitsrisiken für die Allgemeinheit. Mit seinen Forderungen löst Bolsonaro im Inland parteiübergreifend scharfe Kritik aus. Die WHO warnt die Regierungen in Lateinamerika, wo insgesamt mehr als 1,1 Millionen Infektionen ermittelt wurden, vor vorschnellen Lockerungen. Zunächst müsse die Verbreitung des Virus verlangsamt werden, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris in Genf.

(vdv/dpa)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0

watson live dabei

watson-Reporter berichtet von Corona-Demo: "Und plötzlich erwischte mich eine Ohrfeige"

Unser Reporter Tim Kröplin berichtete live von der Corona-Demonstration am Samstag in Berlin, als ihn plötzlich und ohne Vorwarnung jemand körperlich angriff. Hier schildert er, was passierte.

Eigentlich fing alles noch recht entspannt an: Ich besuchte die Corona-Demonstration der selbsternannten Querdenker in Berlin, um von vor Ort zu berichten. Mit Teilnehmern sprechen, diskutieren, Fotos schießen – ganz normale journalistische Arbeit. Auch, dass manche Gesprächspartner stutzig werden, wenn ich erzähle, in welcher Funktion ich sie anspreche, war erwartbar. Bedroht, beleidigt oder bespuckt hat mich zunächst niemand. Von körperlicher Gewalt ganz zu schweigen.

Doch dann kam der …

Artikel lesen
Link zum Artikel