Mit einem neuen System kann die Wärmeenergie von Club-Gästen nutzbar gemacht werden.
Mit einem neuen System kann die Wärmeenergie von Club-Gästen nutzbar gemacht werden.
Bild: Stone RF / Morsa Images
Gute Nachricht

Club in Schottland verwandelt beim Tanzen erzeugte Energie in Strom – und spart so CO2

05.09.2021, 12:01

Ein Nachtclub in Glasgow arbeitet daran, die Energie, die von seinen Gästen auf der Tanzfläche freigesetzt wird, nachhaltig zu nutzen. Das zukunftsweisende System um Club"SWG3" könnte Good News Network zufolge dem beliebten Nachtlokal bis zu 70 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Ähnliche Konzepte gibt es beispielsweise bereits in Kalifornien oder Rotterdam: dort wird in Clubs die Bewegungsenergie der Tanzenden auf dem Boden zur Erzeugung von Strom genutzt. Doch der Club "SWG3" ist der erste Veranstaltungsort weltweit, an dem das sogenannte Bodyheat-System getestet wird. Die Initiative wird im Rahmen der von den Vereinten Nationen unterstützten COP26-Klimakonferenz vorgestellt, die am 31. Oktober in der schottischen Hafenstadt beginnt.

In einer Erklärung des Clubs heißt es: "Wir freuen uns sehr, unsere Pläne zur Einführung eines hochmodernen erneuerbaren Heiz- und Kühlsystems für den SWG3-Komplex bekannt zu geben, das die Körperwärme von Clubbern und Gig-Besuchern in eine Energiequelle umwandelt, die wieder genutzt werden kann."

Bodyheat nutzt Wärmepumpen und Flüssigkeiten, um die von der Menschenmenge im SWG3 erzeugte Körperwärme zu bündeln. Diese Wärme kann dann entweder sofort zur Kühlung des Publikums mittels Klimaanlagen verwendet oder unter der Erde gespeichert werden, bis sie zum Heizen des Gebäudes benötigt wird.

Ein menschlicher Körper strahlt etwa 100 Watt überschüssige Wärme ab, die sich auf engstem Raum schnell summieren kann. Die enorme Wärmemenge, die Menschen in Clubs oder bei Konzerten erzeugen, wird derzeit ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben. "Mit diesem neuen System", so die Club-Betreiber, "können wir diese Wärme nutzen, indem wir vor Ort nur wenig Strom und Gas verbrauchen und gleichzeitig unsere CO2-Emissionen minimieren."

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