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"Der Islam gehört zu Deutschland" Bild: dpa

1200 Demonstranten haben in Kandel gegen rechte Gruppen demonstriert

24.03.18, 15:54 29.03.18, 09:05

Im südpfälzischen Kandel haben sich am Samstag etwa 1200 Menschen zu einer Demonstration gegen einen Aufzug der rechtspopulistischen Initiative "Kandel ist überall" versammelt. Die rechtspopulistische Initiative fordert eine Schließung der Grenzen und eine Abschiebung illegal in Deutschland lebender Ausländer. Zu dieser Demonstration, die am Nachmittag beginnen sollte, kamen laut Polizei zunächst 250 Menschen. Nach Angaben von Zeit Online kam es dabei zu Ausschreitungen. 

Was war in Kandel passiert?

Im Dezember 2017 wurd die 15-jährige Mia in Kandel erstochen. Der Fall erregte bundesweit Aufsehen, weil es sich bei dem Tatverdächtigen um einen afghanischen Flüchtling handelte, der als minderjährig eingestuft worden war. Er war der Ex-Freund der Schülerin und fünf Jahre älter als angegeben. Die CSU forderte medizinische Alterstests durch Röntgenanalyse der Handknochen für unbegleitete Flüchtlinge. Ärzteverbände lehnten dies ab. "Röntgen ohne medizinische Indikation ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit", sagte Verbandschef Frank Ulrich Montgomery. 

Das Mädchen war mutmaßlich von seinem Ex-Freund getötet worden, einem Flüchtling aus Afghanistan.

Wer kam zur Gegendemonstration?

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rief den Demonstranten zu, man lasse es nicht zu, dass der Tod einer 15-Jährigen Ende Dezember instrumentalisiert werde. Kandel lasse sich nicht zu einer Kulisse für Rechtsextreme machen. "Die sind laut, aber wir sind mehr", rief Dreyer den Demonstranten zu.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhardt sagte, seit Wochen müsse man erleben, wie der Tod der 15-Jährigen von rechtsradikalen Kräften aus ganz Deutschland für deren Zwecke missbraucht werde. "Das ist unerträglich für diese Stadt, unerträglich für die ganze Region." Zugleich sprach er der Familie der 15-Jährigen sein Mitgefühl aus.

Das breite Bündnis "Wir sind Kandel", das von SPD, Grünen, FDP, CDU und Linker sowie christlichen Kirchen, Unternehmen und Gewerkschaften unterstützt wird, hatte zu der friedlichen Gegendemonstration aufgerufen. 

(per/dpa)

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