Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Terres des femmes Gender pay

Bild: www.youtube.com/terresdesfemmes

Willst du mehr Geld? Lass dir einen Bart wachsen! Das Gender-Pay-Gap-Experiment

Julia Dombrowsky
Julia Dombrowsky

Alle wissen es, aber irgendwie hat sich immer noch kaum etwas bewegt: Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt weniger Geld als Männer – für die gleiche Arbeit

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat die Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" zusammen mit der Werbeagentur Jung von Matt ein Gender-Salary-Experiment in Berlin, Hamburg und Königstein durchgeführt. 

Dabei bewarben sich drei Transgender zweimal auf genau denselben Job – einmal als Mann, einmal als Frau. Der selbe Mensch, der selbe Posten, ein bitteres Ergebnis: Sobald die Bewerber lange Haare und Kleid trugen, wurde ihnen weniger Geld angeboten, als in Männer-Optik. 

Die Unterschiede im angebotenen Jahresgehalt reichten von 1200 Euro bis hin zu satten 12.471 Euro.

Das Video zum Experiment:

Play Icon

Video: YouTube/TERREDESFEMMES

Stephanie Sendel, die mit an der Kampagne arbeitete, sagte zu watson: "Das Experiment soll die Statistik anfassbar machen." Die Aktion war gedacht, um "aufzuzeigen, dass die Ungleichbehandlung bereits im Bewerbungsgespräch ihren Ursprung findet."

Kritiker auf Youtube finden allerdings, dass das Experiment nichts beweist, da die Lebensläufe nicht identisch gewesen seien. Nur zu einem der Transgender-Bewerber durfte der Lebenslauf veröffentlicht werden, die anderen beiden seien aus "Datenschutzgründen" nicht einsehbar, so Sendel auf Anfrage.

21 Prozent weniger Geld für Frauen

Statista Gehalt

Bild: www.statista.de

Das Thema bleibt: Frauen verdienen in Deutschland laut Bundesstatistik immer noch 21 Prozent weniger als Männer.

Diese Zahl ergibt sich auch dadurch, dass Frauen häufiger Teilzeit arbeiten oder sich für schlechter bezahlte Branchen entscheiden. Warum das so ist, hat das Familienministerium in einem Bericht erörtert. 

Dessen Fazit: Spätestens, wenn Kinder kommen, springen die meisten Partnerschaften zurück in traditionelle Rollen – und das wirkt sich auf dem Konto aus. "Der Rollenwandel hat überwiegend in der Einstellung stattgefunden, kaum aber im praktischen Verhalten", heißt es zusammenfassend.

Die EU-Gleichstellungskommissarin

Doch selbst wenn die 21 Prozent Gehaltsunterschied durch Faktoren wie Arbeitszeit und Qualifikation bereinigt würden, bekämen Frauen für denselben Job und dieselbe Arbeitszeit 6 Prozent weniger Gehalt (so die letzten Erhebungen des Statistischen Bundesamts). 

Damit hinkt Deutschland seinen Nachbarländern hinterher. Nur in Estonien und Tschechien ist die sogenannte "Gender Pay Gap" im europäischen Vergleich noch tiefer.

Hier kannst du dich noch mehr über Ungerechtigkeit aufregen

5 Lügen, die Abtreibungsgegner im Netz verbreiten

Link to Article

Ich bin keine Angeberin. Ich bin gut! Warum Frauen nicht bescheiden sein müssen

Link to Article

80-Jährige verklagt Sparkasse und zeigt, wie Feminismus geht

Link to Article

Hab ich das nicht gerade gesagt? Wie "Hepeater" sich mit Ideen der Kolleginnen schmücken

Link to Article

Perioden-Shaming im Ramadan – junge Muslimas haben keine Lust mehr drauf

Link to Article

Lasst Barbie in Ruhe! Verteidigung einer unterschätzten Frauenikone

Link to Article

Die Serie "Ku'Damm 59" verharmlost Vergewaltigung

Link to Article

Und wie würde ein männlicher Autor dich beschreiben?

Link to Article

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ich bin keine Angeberin. Ich bin gut! Warum Frauen nicht bescheiden sein müssen

Vor einem Jahr habe ich ihn aus meiner Twitter-Bio gelöscht. Er war mir irgendwie unangenehm. Fast peinlich. Er kam mir vor wie etwas, das da eigentlich nicht hingehört. Angeberisch.

Dabei bin ich stolz auf diesen Titel. Ich habe ihn nicht geschenkt bekommen. Ich habe ihn mir hart erarbeitet.

Dreieinhalb Jahre lang. Ich habe Bücher gelesen, in Archiven nach jahrhundertealten Texten gesucht. Habe über Theorien nachgedacht und aus all dem ein Buch geschrieben, das ein renommierter …

Artikel lesen
Link to Article