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Bild: screenshot, "mit den jungs", 187 straßenbande youtube

Wegen frauenfeindlicher Texte – Universität will Auftritt der 187 Straßenbande verhindern

27.04.18, 16:32
Yasmin Polat
Yasmin Polat

Am 17. Mai findet das Sommerfestival der Uni Paderborn statt. Im Line-Up dabei sind zum Beispiel die Rapperin Antifuchs und MC Bomber.

Geplant ist auch ein Auftritt der Deutschrap-Gruppe 187 Straßenbande.

Wie die Neue Westfälische berichtet, hat der Auftritt an der Uni und unter Studierenden schon jetzt für heftige Diskussionen gesorgt.

Gegen den Auftritt von Gzuz und Co. wurde vom Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Paderborn und der Hochschule Dortmund nun sogar eine Petition ins Leben gerufen:

Bild: screenshot petitionen24.com

Darin steht unter anderem:

„187 Strassenbande“ verherrlicht in Auftritten und Texten sexistische Gewalt gegen Frauen und andere Bevölkerungsgruppen. Als Studierende, Lehrende und Beschäftigte des Musikwissenschaftlichen Seminars Detmold/Paderborn distanzieren wir uns vom Auftritt dieser Band. Wir nehmen nicht hin, dass der Eindruck entsteht, unser AStA und unsere Universität bieten Sexismus und Gewalt eine Plattform und unterstützen sie durch ihre Ressourcen. Wir schämen uns für das Männerbild, das in den Songs und Musikvideos der Band zum Ausdruck kommt

uni paderborn

Die Petition hat mittlerweile 707 Unterschriften.

Auf der Website der Fakultät für Kulturwissenschaften am Zentrum für Gender Studies steht:

Für die Rechten gehört es auch zu „ihrer Kultur“, dass sie nationalistisch und rassistisch sind – aber die Universität unterstützt sie aus gutem Grunde nicht und bietet ihnen kein Podium. Das Argument, beim HipHop gehöre das Dissen zur „Kultur“, kann aber ebenso wenig die gewaltförmige und verächtliche Rede über Frauen rechtfertigen – deshalb sollten auch solche Gruppen in der Universität kein Forum finden. Wir fordern dazu auf, die Band nicht auf dem AStA Sommerfestival spielen zu lassen.

Uni Paderborn

Und auf "Sonder-Pader-Gogik", dem Blog für Sonderpädagogische Förderung an der Uni werden in einem Eintrag vom 20. April die Lyrics der 187 Straßenbande zitiert: 

Für eine Universität wirklich beschämend, guckt man sich mal die Texte der Band an: "Die kleinen Nuttensöhne rappen arrogant / spucken große Töne, doch verstecken sich im Schrank / Ey, eure ganzen Schlampen fressen aus der Hand / geh und kauf ihr tausend Rosen, doch sie schmeckt nach meinem Schwanz" (aus Millionär Lyrics). Gangsterrap? künstlerische Freiheit? Ohne uns!

https://blogs.uni-paderborn.de/sonderpaedagogik/

Auch auf der Facebook-Seite der Juso Hochschulgruppe wurde dazu heftig diskutiert

Unter dem Post der Juso Hochschulgruppe finden sich auch einige Kommentare von Jugendlichen, die das Vorgehen der Universität nicht verstehen oder sogar als "lächerlich" bewerten.

Ein Statement der 187 Straßenbande gab es bisher noch nicht.

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Ist die Reaktion der Uni Paderborn angemessen? Schreibt es uns in den Kommentaren

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