Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann – hier als Sheriff verkleidet bei der Fränkischen Fastnacht.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann – hier als Sheriff verkleidet bei der Fränkischen Fastnacht. Bild: dpa/Screenshots und Montage: Watson

Bayern will Bürger vom Polizeigesetz überzeugen und scheitert kläglich

Der bayerische Landtag hat am Dienstag das umstrittene neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) beschlossen. Oder um es genauer zu formulieren: Eigentlich hat das nur die CSU mit ihrer absoluten Mehrheit beschlossen.

Die scharfe Kritik von Bürgerrechtsorganisationen, Oppositionsparteien und bayerischen Bürgern reißt jedoch nicht ab. In der vergangenen Woche demonstrierten laut Polizeiangaben 30.000 Menschen in München gegen das Gesetz. Auch in den Sozialen Medien wird die bayerische Landesregierung viel gescholten.

Das CSU-geführte, bayerische Innenministerium hat nun jedoch eine Charme-Offensive gestartet. Auf eigenen Accounts bei Facebook und Twitter will es Fragen zum PAG beantworten und Sorgen der Bürger ausräumen. Das Problem an der Sache: Der Schuss geht gerade stark nach hinten los.

Viele der Ministeriums-Antworten lesen sich wie ein schlecht programmierter Chatbot, der die Fragen nicht versteht.

Hiermit ging es am Mittwoch los:

Nutzer interessieren sich zum Beispiel dafür, warum die Polizei Handgranaten und "Explosivmittel" braucht.

Das wird den Ministeriums-Twitterern jedoch schnell zu bunt:

Manche Fragen nehmen sie offenbar gar nicht erst ernst:

Viel kreativer als das Twitter-Game des bayerischen Innenministeriums waren übrigens die Protestschilder auf der NoPAG-Demo.

Werbesendung mit dem Polizeipräsidenten

Auch bei Facebook will das Ministerium Bürgerfragen beantworten. Am Mittwoch setzte sich sogar der bayerische Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer vor die Tastatur, um Rede und Antwort zu stehen. So zumindest die Ansage des Innenministeriums:

Noch deutlicher als auf dem Twitter-Account wurde dabei jedoch klar:

Es geht nicht um sachliche Information, sondern um Werbung für das umstrittene neue Gesetz. 

Die Bedenken bleiben

Die Sorgen der Bürger auszuräumen, schaffen Innenministerium und Landespolizeipräsident mit ihrer angeblichen Informationskampagne nicht. Auf kritische Fragen gehen sie höchstens oberflächlich ein, oder unterstellen Bürgern sogar, überhaupt kein ernsthaftes inhaltliches Interesse zu haben.

Dadurch funktioniert die Aktion nicht nur als Informationskampagne nicht – auch als Werbeaktion geht sie ziemlich nach hinten los.

Das Gefühl vieler Bürger, mit ihren Sorgen von der Politik nicht ernst genommen zu werden, wird nicht abgebaut, sondern noch verstärkt.

Zumindest eine dringliche Frage konnte das Ministerium jedoch aufklären:

Apropos Fragen: Ist das PAG nun eigentlich in Stein gemeißelt?

Das könnte dich auch interessieren:

15 absurde Momente, die in der "Die Sims"-Welt absolut Sinn machen

Link to Article

Dieser russische Instagram-Star macht dein Lieblings-Plattencover noch besser

Link to Article

Italien bleibt stur – und ändert seine Schuldenpläne nicht

Link to Article

Die provokanteste Frage auf der DFB-Pressekonferenz kam von einem Kind

Link to Article

Das soll der neue Netflix-Killer "Disney+" bieten

Link to Article

4 Gründe, warum Friedrich Merz das neue Feindbild der AfD ist

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Grüne Spitzenkandidatin: "Die Demonstranten von Chemnitz tragen ALLE die Verantwortung"

Sogar im wohlhabenden Bayern sind die Bürger gespalten.  Anders lässt sich kaum erklären, dass die Grünen rund um Spitzenkandidatin Katharina Schulze bei einer Umfrage von Insa mit 15 Prozent der Wählerstimmen auf Platz 2 liegen. Und, dass dicht dahinter die AfD folgt mit 14 Prozent.

In den entscheidenden Wochen des Wahlkampfs vor dem Stichtag im Oktober ist die Stimmung unter den Wahlkämpfen geladen. Die Ereignisse von Chemnitz haben den Streit zwischen den politischen Lagern noch einmal …

Artikel lesen
Link to Article