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An Tag zwei windet sich Zuckerberg weiter wie ein Aal

sarah serafini

Insgesamt zehn Stunden beantwortete Facebook-Chef Mark Zuckerberg Fragen vor dem US-Kongress. Eine Zusammenfassung vom zweiten Tag.

Mark Zuckerberg trat am Mittwoch zur zweiten Anhörung vor den US-Kongress. Wie schon am ersten Tag, dauerte die Befragung weitere fünf lange Stunden.

So verlief der erste Tag der Zuckerberg-Befragung:

Befragt wurde der Facebook-Gründer von dem Energie- und Handelsauschuss. Dieses besteht aus 55 Mitgliedern, davon 31 Republikaner und 24 Demokraten. Anders als am Vortag verlief die Befragung härter. Die Abgeordneten waren besser vorbereitet und nahmen Zuckerberg stärker in die Mangel. Doch dieser konnte sich weiter winden wie ein Aal. 

Auch Zuckerbergs Daten wurden weitergegeben

Auf eine entsprechende Frage antwortete Zuckerberg, dass auch seine Facebook-Daten an Dritte verkauft wurden und darum auch er persönlich vom aktuellen Datenskandal betroffen sei.

Er weigerte sich aber, zu bestätigen, dass es sich bei diesem "Dritten" um den Entwickler Alexander Kogan handelte, der mit seiner Umfrage-App Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an Cambridge Analytica weitergereicht hat. 

Die Ermittlungen zum Fall seien noch nicht abgeschlossen, sagte Zuckerberg. Darum könne er keine interne Details aus dem laufenden Verfahren Preis geben. 

Facebook erklärt der Universität Cambridge den Krieg

Zuckerberg deutete an, seine Firma habe erst vor Kurzem entdeckt, dass der Universität Cambridge ein großes psychografisches Forschungsteam angesiedelt sei. Darüber sei er schockiert gewesen, sagte er. Es gäbe eine Reihe von Forschern, die ähnliche Apps bauten, wie jenes von Kogan, mit dem der amerikanische Wahlkampf beeinflusst wurde.

Zuckerberg sagte, an der Universität gehe "etwas Schlimmes" vor sich. Er merkte an, dass Facebook in Erwägung zieht, die Institution zu verklagen. 

Weiter gestand Zuckerberg, dass der Forscher Kogan die erworbenen Facebook-Daten nicht nur an Cambridge Analystica sondern auch an andere Unternehmen weiterverkauft hat. 

Ruf nach neuen Gesetzen nach EU-Vorbild

Der US-Kongress scheint mit der neuen Datenschutzverordnung der EU zu liebäugeln. Immer wieder gab es Voten, dass neue Regelungen die einzige mögliche Antwort auf den Datenskandal sein können. 

Der Repräsentant Frank Pallone sagte: "Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass unsere Gesetze nicht funktionieren."  Er sei froh gewesen, als er gehört habe, dass auch Zuckerberg eingeräumt hat, dass seine Branche reguliert werden müsse. "Wir brauchen eine umfassende Datenschutzgesetzgebung."

Mehrere Kongressvertreter fragten Zuckerberg, ob er eine neue Datenschutzverordnung in den USA befürworten würde. Dieser wich der Frage aus und sprach von "Kontrollen", statt von "Schutz". 

Eine amerikanische Erfolgsgeschichte

Der Ausschussvorsitzende Greg Walden sagte in seiner Eröffnungsrede: "Ihre Erfolgsgeschichte ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte, die Werte wie Redefreiheit und Unternehmensfreiheit verkörpert."

Nach der Auflösung seines Unternehmens gefragt, antwortete Zuckerberg wie schon am Vortag, dies würde den Wettbewerbsvorteil der USA gegenüber China schwächen. Ausserdem sei Facebook ein globales Unternehmen, nicht nur ein amerikanisches. 

Auch der Republikaner Reader Clarke schmierte Zuckerberg Honig ums Maul indem er sagte, Facebook sei ein großartiges Unternehmen. 

Fragen, die Zuckerberg nicht beantworten will

Am Ende der zweiten Anhörung wurde klar, welche Fragen Zuckerberg nicht beantworten kann, oder nicht beantworten will. So antwortete Zuckerberg ausweichend, wenn es darum ging, wem denn nun die Daten gehören, die auf Facebook geladen werden. 

"Wem gehört das virtuelle Du?", wurde er gefragt. Zuckerberg antwortete, dass ein Nutzer seine Daten, die er hochlädt selbst besitzt und nach Belieben auch wieder löschen könne. 

Weiter versuchte Zuckerberg der Frage auszuweichen, wie viele Daten Facebook über das Browserverhalten der Nutzer enthält. Er gab zwar zu, dass Facebook solche Informationen verfolge, argumentierte aber, dass die meisten Nutzer dies verstehen und wünschen. 

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Ich kaufe meine Kleider online, fahre mit Uber, poste Fotos auf Instagram und in meiner Wohnung genügt ein Machtwort in Richtung Alexa, damit die "digitale Sprachfee" von Amazon die Heizung um ein Grad wärmer stellt.

Damit gebe ich viel über mich preis. Aus Bequemlichkeitsgründen nehme ich das – wie viele andere – in Kauf. Dennoch bin ich neugierig: Wie tief in unser Privatleben dringen die Tech-Giganten ein?

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