Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Bild: imago stock&people

Trolle wollten US-Bürger auf Beyoncé-Demos gegeneinander aufhetzen

11.05.18, 15:21 11.05.18, 17:21
Max Biederbeck
Max Biederbeck

Wer die US-Amerikaner gegeneinander aufbringen will, der spricht sie auf Beyoncé an. Das zumindest scheinen sich das die Angestellten der dubiosen Organisation „Internet Research Institute“ (IRS) gedacht zu haben. Experten werfen ihr vor, auf Kommando des Kremls zu handeln und die US-Wahlen 2016 beeinflusst zu haben. Neue Daten zeigen: Das sollte auch mit Hilfe von Beyoncé passieren.

Schon länger ist klar: IRS kaufte einen Haufen Werbeanzeigen bei Facebook ein, um die US-Bevölkerung zu beeinflussen. Es geht um sogenannte Dark Ads, die nur Usern mit bestimmten Interessen angezeigt werden. Auch deutsche Parteien liebäugelten vor der Bundestagswahl mit solchen Angeboten.

In solchen Anzeigen spricht ein Horst Seehofer zu Fans von Russia Today dann auch mal auf russisch:

"Wir wollen keine Republik, in der linke Kräfte und der Multikulturalismus die Vorherrschaft haben." Screenshot/facebook.com/Berliner Osteuropa-Experten

Das Schwierige: Es lässt sich nur selten zurückverfolgen, wer die Anzeigen zu Gesicht bekommen hat. Umso beeindruckender sind die jetzt veröffentlichten Daten: Über 3500 Anzeigen des IRS haben demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses freigegeben. Und Beyoncé spielt darin eine große Rolle.

Es geht um ihren Auftritt beim Superbowl 2016: Video

Video: YouTube/NFL

Das IRS versuchte einige Tage nach diesem Auftitt offenbar einen Keil zwischen die Fans und die Kritiker von Beyoncé zu treiben. Damals kochten gerade die Proteste von Afroamerikanern gegen die Polizeigewalt gegen Schwarze hoch.

Das IRS kaufte Anzeigen ein, die eine Anti-Beyoncé-Demonstration unterstützten. Sie finanzierte aber auch Ads, die für eine Pro-Beyoncé-Demo warben. Beide Veranstaltungen sollten zum gleichen Zeitpunkt außerhalb des Hauptquartiers der NFL stattfinden. Die Investoren waren also offensichtlich auf Streit aus (Slate).

Die Werbung gegen Beyoncé spielte das IRS den Daten zufolge dabei an Polizeibeamte und Soldaten aus. Die Anzeigen für die Musikerin zielten vor allem auf User ab, die sich für spanisches Fernsehen interessierten und deren "Verhalten auf Facebook sich mit afroamerikanischer multikultureller Identität" decke, heißt es in den Daten.

Beide Anzeigen liefen eher schlecht, viel Krawall lösten sie also nicht aus. Sie waren allerdings nur ein kleiner Teil aller geschalteten Anzeigen. Andere behandelten Themen wie:

Facebook steht schon lange in der Kritik, mit dubiosen Unternehmen zusammenzuarbeiten:

Lest mehr zur Manipulation von Facebook-Usern: <br>

Mark Zuckerberg ist selbst Opfer des Facebook-Skandals, sagt er

Facebook macht erstmals Löschkriterien öffentlich

Zuckerberg gibt erstes Interview nach Daten-Skandal: "Es tut mir wirklich leid"

5 Zuckerberg-Phrasen: Was er sagt und was er meint

Du likest schon wieder? 7 Gründe, warum der Facebook-Skandal noch nicht vorbei ist

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum ihr aufhören solltet, eure Babys zu posten 

Am Sonntag war Muttertag. Da haben mal wieder alle ihren Mamas mit herzzerreißenden digitalisierten Analog-Fotos auf Instagram gratuliert (obwohl die Mütter es da nicht sehen, weil die sind meist nicht auf Instagram).

In meinem Freundeskreis gibt es auch schon einige Eltern. Und was tun die Partner meiner Freundinnen? Sie posten ein Foto ihrer Liebsten mit dem gemeinsamen Baby, auf Instagram, auf Facebook, auf Twitter. Die ganze Welt soll die jungen Mütter und vor allem den süßen …

Artikel lesen