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++ Dutzende Leichen in einem Massengrab in Raqqa entdeckt ++

22.04.18, 09:35 22.04.18, 11:46

team watson

22. April, 9.27 Uhr: In einem Massengrab in der ehemaligen Hochburg des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) im syrischen Raqqa sind dutzende Leichen von Dschihadisten und Zivilisten gefunden worden. Beinahe 50 Körper seien bereits geborgen worden, erklärte ein hochrangiger Behördenvertreter der Stadt am Samstag. Das Grab wurde unter einem Fußballfeld in der Nähe eines Krankenhauses entdeckt, in dem "IS"-Einheiten sich kurz vor ihrem Abzug verschanzt hatten.

Nach Angaben des Behördenvertreters könnten sich bis zu 200 Leichen in dem Massengrab befinden.

"Es war offenbar der einzig verfügbare Platz für Bestattungen, die in Eile erledigt wurden"

Behördenvertreter in Raqqa

Einige Körper würden die Kriegsnamen der Dschihadisten tragen, während andere lediglich mit Vornamen versehen seien.

In den vergangenen Monaten wurden in Syrien und dem Irak wiederholt Massengräber in ehemals vom "IS" besetzten Regionen gefunden. Im Februar hatte die syrische Armee in der Provinz Raqqa in Nordsyrien die Überreste von 34 Menschen entdeckt, die von den Dschihadisten getötet worden waren. Raqqa war bis zur Eroberung der Stadt durch die mit den USA verbündeten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Oktober 2017 die De-facto-Hauptstadt des "IS". Die Dschihadisten werden für zahlreiche Gräueltaten in den ehemals von ihnen kontrollierten Gebieten verantwortlich gemacht, darunter Massenhinrichtungen und Enthauptungen.

(sg/afp)

Maas fliegt zu G7-Gipfel bei dem Syrien im Mittelpunkt steht

21. April, 18:29 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas ist zu einem G7-Treffen im kanadische Toronto aufgebrochen, bei dem es vor allem um die Krisen in Syrien und in der Ostukraine gehen wird.

"In Zeiten der Krise brauchen wir nichts so sehr wie starke internationale Institutionen und offenen Dialog."

Heiko Maas vor seinem Abflug

Nach seinem zweitägigen Aufenthalt in Kanada wird er zu den Vereinten Nationen nach New York und dann nach Brüssel zu einer Syrien-Konferenz weiterreisen.

Maas pochte erneut auf konstruktive Beiträge Russlands im Syrien-Konflikt.

Außerdem betonte er, dass ein Friedensprozess nach sieben Jahren Krieg unter dem Dach der Vereinten Nationen stattfinden müsse.

"Wir brauchen dringend eine politische Lösung für diesen viel zu lange dauernden Konflikt."

Heiko Maas

Die Außenminister der sieben führenden westlichen Industriestaaten kommen am Sonntag zu einem zweitägigen Treffen im kanadischen Toronto zusammen, bei dem der Syrien-Krieg eines der Hauptthemen sein wird.

Das Außenministertreffen findet eineinhalb Monate vor dem Gipfeltreffen am 8. und 9. Juni im kanadischen Charlevoix statt. 

(hd/dpa) 

Chemiewaffen-Inspekteure haben Untersuchung in Duma gestartet

21. April, 17:20 Uhr: Die Chemiewaffenexperten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben mit der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffes im syrischen Duma begonnen. Das Team habe am Samstag in der Stadt bei Damaskus Proben genommen, die nun in Rijswijk in den Niederlanden analysiert werden sollten, teilte die OPCW mit.

(hd/ dpa) 

++ Schüsse auf Giftgas-Experten in Duma ++

18. April, 19.24 Uhr: Das Sicherheitsteam der Delegation zur Untersuchung des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in Syrien ist in der Stadt Duma unter Beschuss geraten. Der Zwischenfall vom Dienstag mache deutlich, unter welchen schwierigen und gefährlichen Bedingungen das Team dort arbeiten müsse, sagte der Chef der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Üzümcü, am Mittwoch.

Es sei unklar, wann die Experten der Organisation selbst Duma betreten könnten, um ihre Untersuchung zu beginnen.

++ Giftgas-Experten kommen in Duma nicht voran ++

18. April, 13.47 Uhr: Die Mission der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zur Untersuchung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes im syrischen Duma ist ins Stocken geraten. "Es gibt Sicherheitsbedenken in dem Team", sagte eine regierungsnahe Quelle in Syrien. Es blieb zunächst unklar, ob das Team aus neun Chemiewaffenexperten noch am Mittwoch seine Arbeit in der Region Ost-Ghuta bei Damaskus würde aufnehmen können.

Die US-Regierung bezichtigte die syrische Regierung einer Verschleppungstaktik. Die Inspektoren der OPCW sollen einen möglichen Giftgasangriff in Duma vom 7. April untersuchen.

Die Ermittlungen vor Ort sollen drei Tage dauern. Der Auftrag an das internationale Expertenteam der OPCW erstreckt sich aber nur auf die Frage, ob in Duma tatsächlich Giftgas eingesetzt worden ist. Die Frage nach dem möglichen Verantwortlichen gehört nicht zum Mandat der internationalen Ermittler.

Zuvor hatte es mehrfach irritierend geheißen, die Ermittler hätten ihre Arbeit in der Stadt bereits aufgenommen.

++ Russland lehnt UN-Resolution zu Syrien ab ++

18. April, 6:20 Uhr: Der von Frankreich vorgelegte Entwurf einer neuen UN-Resolution zum Syrien-Konflikt hat nach russischer Einschätzung keine Chancen auf Erfolg. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte am Dienstag, die in dem Entwurf enthaltenen Vorschläge würden schon von bestehenden Resolutionen gedeckt und müssten schlicht umgesetzt werden.

++ Saudi-Arabien will Truppen nach Syrien entsenden ++

17. April, 17:04 Uhr: Saudi-Arabien will eigene Truppen nach Syrien entsenden. Sein Land sei dazu im Rahmen "einer größeren Koalition" bereit, wenn ein entsprechender Vorschlag erfolge, sagte Außenminister Adel al-Jubeir im heimischen Fernsehen. Mit einem jährlichen Verteidigungsetat von rund 75 Milliarden Dollar verfügt Irans Rivale Saudi-Arabien über eine der schlagkräftigsten Armeen in der Region.

Tags zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die arabischen Staaten aufgefordert, einen eigenen Beitrag zur Stabilisierung Syriens zu leisten. Trump möchte die US-Truppen aus Syrien abziehen.

++ Chemiewaffen-Inspektoren erreichen Duma ++

17. April, 16:40 Uhr: Zehn Tage nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien haben Chemiewaffenexperten erstmals das Gebiet Ost-Ghuta erreicht. Das Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sei dort am Dienstag in der Stadt Duma eingetroffen, bestätigte auch das russische Außenministerium.

Die neun internationalen Spezialisten sollen in Duma einen mutmaßlichen Giftgasangriff gegen Zivilisten am 7. April untersuchen, für den westliche Staaten die syrische Regierung verantwortlich machen. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten als Vergeltung am Wochenende Luftangriffe auf Ziele in Syrien ausgeführt.

Syrien hatte nach einer Giftgasattacke 2013 seine Bestände an Chemiewaffen der internationalen Gemeinschaft zur Vernichtung übergeben. Zudem war das Land der UN-Konvention zum Verbot chemischer Waffen beigetreten.

Das jetzt vermutlich in Duma eingesetzte Chlorgas fällt rein rechtlich nicht unter das Verbot der UN-Konvention. Chlorgas führt zu schweren Verätzungen und kann beim Einatmen zum Tod durch Ersticken führen.

++ Maas: Deutschland soll mit Russland vermitteln ++

17. April, 13:37 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas sieht Deutschland bei den Bemühungen um eine Lösung des Syrien-Konflikts in einer besonderen Mittlerrolle gegenüber Russland. Bei einer Pressekonferenz mit seiner kanadischen Kollegin Chrystia Freeland sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin, "dass wir in unserer Rolle auch gegenüber Russland diejenigen sein können, die das Dialogfenster aufstoßen".

Gleichzeitig pochte Maas darauf, dass ein Friedensprozess letztlich von den Vereinten Nationen gesteuert werden müsse. Zu den von Frankreich am Montag vorgeschlagenen Verhandlungen zwischen der ursprünglich im Anti-IS-Kampf gebildeten Staatengruppe aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien mit dem Iran, Russland und der Türkei sagte Maas, dies könne lediglich "ein erster Zwischenschritt" sein auf dem Weg zu einem UN-geführten Prozess.

Frankreich bemühte sich am Dienstag, den Eindruck eines Dissens zu zerstreuen. Seit dem EU-Außenministertreffen am Montag führe man dazu einen intensiven Dialog mit Deutschland, hieß es aus Diplomatenkreisen in Paris.

Deutschland und Frankreich hatten gemeinsam erfolgreich mit Russland nach der Annexion der Krim vermittelt.

++ Israel stellt sich auf iranischen Angriff aus Syrien ein ++

17. April, 13.20 Uhr: Israelische Medien veröffentlichten am Dienstag Luftaufnahmen, die Vorbereitungen der iranischen Luftwaffe auf Militärstützpunkten in dem Bürgerkriegsland zeigen sollen.

Schon in in Kürze könnten Raketen oder bewaffneten Drohnen abgefeuert werden, wie Fernsehsender sowie die Nachrichtenseite "ynet" meldeten.

Dahinter stehe Ghassem Sulejmani, ein Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden. Israels Armee wollte sich dazu nicht offiziell äußern.

Zuletzt war aber bekannt geworden, dass eine im Februar über israelischem Gebiet abgeschossene iranische Drohne mit Sprengstoff bestückt war. Israel hatte darauf Anfang April mit einem Luftangriff reagiert.

Der Iran und die verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hatten Vergeltung für einen mutmaßlich von Israel ausgeführten Raketenangriff auf einen syrischen Militärflugplatz angedroht. Bei dem Angriff vor mehr als einer Woche waren 14 Menschen getötet worden, die Hälfte davon Iraner.

++ Russland erlaubt Untersuchung von mutmaßlichem Giftgasanschlag in Syrien ++

17. April, 9.41 Uhr: Das Ermittler-Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) soll nach russischen Angaben nun am Mittwoch nach Duma reisen können. Das kündigte der russische Botschafter Alexander Schulgin am Montagabend in Den Haag an.

++ Fehlalarm in der Nacht ++

17. April, 6.05 Uhr: Ein falscher Alarm hat die syrische Flugabwehr in der Nacht zum Dienstag in höchste Bereitschaft gesetzt und den Einsatz von zahlreichen Flugabwehrraketen und Flugabwehrgeschützen bewirkt.

Auch russische und israelische Medien hatten unter Berufung auf die syrischen Staatsmedien über die vermeintlichen Angriffe israelischer Kampfjets berichtet.

Doch dabei handelte es sich offenbar nur um einen falschen Alarm. 

Das Barzah Forschungs- und Entwicklungszentrum war bei einem Militärschlag der USA, Frankreichs und Großbritanniens zerstört worden.  Bild: DigitalGlobe/AP

Nach diesen Berichten soll unter anderem soll auch der Flughafen Schairat in der Provinz angegriffen worden sein. Vor einem Jahr hatte das US-Militär diesen syrischen Luftwaffenstützpunkt beschossen - als Reaktion auf den Giftgasangriff mit Dutzenden Toten auf die Stadt Chan Scheichun, für den UN-Experten die Regierung von Präsident Baschar al-Assad verantwortlich machten.

Am vergangenen Wochenende griffen die Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich als Reaktion auf einen neuen Chemiewaffeneinsatz in der Ortschaft Duma mehrere Ziele in Syrien an.

++ Merkel und Erdogan telefonieren wegen Syrien-Krise ++

16. April, 22.12 Uhr: Nach dem Militärschlag westlicher Staaten in Syrien haben der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Bundeskanzlerin Angela Merkel miteinander telefoniert.

Sie hätten sich über Möglichkeiten ausgetauscht, den politischen Prozess in Syrien voranzutreiben, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montagabend mit. "Sie waren sich einig, dass dies von besonderer Dringlichkeit sei."

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete zuvor, die beiden hätten in ihrem Gespräch betont, dass die Einheit Syriens gewahrt werden müsse.

Beiden stimmten zudem überein, dass klare Schritte unternommen werden müssten, um eine politische Lösung für das Bürgerkriegsland voranzutreiben.

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21 bitterböse Cartoons zu den aktuellen Entwicklungen in der Syrien-Krise

Die Lage in der Syrien-Krise spitzte sich diese Woche weiter zu. 

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(cma)

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