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USA und Großbritannien werfen Russland eine großflächige Cyberattacke vor

Die USA und Großbritannien haben vor einer global angelegten Cyberattacke aus Russland gewarnt. Das britische nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), das FBI und das US-Ministerium für Heimatschutz veröffentlichten am Montag dazu eine gemeinsame Erklärung.

Auf Basis von Geheimdiensterkenntnissen werden dort detailliert die Methoden aufgelistet, mit denen russische Hacker in großem Umfang Netzwerkinfrastrukturen infiltriert hätten. Diese Vorbereitung könne einen bevorstehenden Cyberangriff nahelegen, so die Experten.

Die 4 wichtigsten Fragen und Antworten:

1 Gegen wen soll sich die Attacke gerichtet haben?

Laut der gemeinsamen Erklärung des FBI, des US-Heimatschutzministeriums und des Nationalen Cybersicherheitszentrums von Großbritannien richten sich die Cyberattacken unter anderem gegen Internetprovider und andere Dienstleister der Online-Infrastruktur. Betroffen seien auch Internetnutzer im "Home Office", also mit dem Arbeitsplatz daheim. 

Zu den konkreten Zielscheiben der Attacken gehören den Angaben zufolge Installationen wie Router, Switches und Firewalls. Router sind Geräte, welche die Verbindung zum Internet herstellen. Ein Switch ermöglicht den Datenaustausch zwischen Computern. Firewalls sind Sicherungssysteme gegen Hackerangriffe. Die Hacker wollten der Spionage den Weg bahnen, geistiges Eigentum rauben und dauerhaften Zugang zu den Netzwerken der Opfer gewinnen, warnten die Behörden.

2 Was steckt dahinter?

Ziel der Cyberattacken sei es, die Arbeit anderer Regierungen zu stören und geschäftliche Aktivitäten zu destabilisieren, erklärte ein Sprecher der britischen Regierung. Er nannte die Angriffe ein weiteres Beispiel für Russlands "Missachtung von internationalen Normen und der globalen Ordnung". Der Experte der US-Bundespolizei FBI, Howard Marshall, betonte, die neue Attacken fügten sich in ein Muster von "bösartigen" Cyber-Aktivitäten der russischen Regierung ein.

3 Wie wirkt sich die Nachricht auf die internationalen Beziehungen aus?

Die mutmaßliche Cyberattacke könnte die ohnehin stark angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter belasten. Zuletzt waren diese Spannungen durch die gemeinsamen Luftangriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf mutmaßliche Chemiewaffenanlagen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad verschärft worden. Moskau unterstützt Assad militärisch im Bürgerkrieg.

4 Wie ist der Stand beim Syrien-Konflikt?

Kurz vor Bekanntgabe der Cyberattacken hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass über mögliche neue Sanktionen gegen Russland noch nicht entschieden sei. Zusätzliche Strafmaßnahmen würden geprüft, und die Entscheidung darüber "in der nahen Zukunft gefällt", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. 

Sanders schien damit Äußerungen der US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, zu widersprechen. Haley hatte am Vortag den Eindruck erweckt, dass die neuen Sanktionen bereits beschlossene Sache seien, und deren Bekanntgabe für diesen Montag angekündigt. Die Diplomatin sagte, die Strafmaßnahmen sollten russische Unternehmen treffen, die mit der syrischen Regierung Geschäfte machten.

Laut "Washington Post" soll Haley jedoch zu weit vorgeprescht sein. US-Präsident Donald Trump habe "auf die Bremse getreten" und den Sanktionen noch nicht abschließend zugestimmt. 

(dpa/afp)

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