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Anhänger des schiitischen Predigers Moktada al-Sadr feiern auf den Straßen in Bagdad – obwohl das offizielle Endergebnis noch nicht feststeht. Bild: dpa

Geistlicher Prediger liegt bei Wahl im Irak überraschend vorn

14.05.18, 04:48 14.05.18, 07:13

Bei der Parlamentswahl im Irak führt derzeit überraschend der einflussreiche schiitische Prediger Moktada al-Sadr. Der Wunschkandidat des Westens, Regierungschef Haider al-Abadi, liegt nach Angaben der Wahlkommission vom Sonntag momentan an dritter Stelle. Auf dem zweiten Rang steht der Anführer der wichtigsten Schiiten-Miliz im Land, Hadi al-Amiri, der enge Beziehungen zum Iran pflegt.

Aus Kreisen der Wahlkommission und der Sicherheitsbehörden verlautete zunächst, dass Abadi bei der ersten Parlamentswahl nach dem Sieg über die Extremistenmiliz IS vorne liegt. Nach den ersten Auszählungen zeichnet sich nun ein Wechsel ab. 

Warum es ein überraschendes Comeback wäre:

Muqtada al-Sadr steht vor einem Wahlsieg im Irak.  Bild: Khider Abbas/dpa

Der 44 Jahre alte Sadr, Sohn eines hohen schiitischen Geistlichen, gilt als kontroverse Figur.

Al-Sadr hat vor allem in den armen Regionen des Iraks viele Anhänger. Für die Wahl ging er ein Bündnis mit den Kommunisten ein. Seine Liste liegt insbesondere in Bagdad mit deutlichem Vorsprung an der Spitze. In der Hauptstadt werden mit Abstand die meisten Sitze im Parlament vergeben.

Die eng mit den Schiitenmilizen verbundene Liste des Politikers Hadi al-Amiri kommt ebenfalls in vier Provinzen auf Platz eins, darunter in der Großstadt Basra im Süden des Iraks. Die Milizen gelten als verlängerter Arm des Irans.

Er ist der Wunschkandidat des Westens

Regierungschef Al-Abadi hatte im Wahlkampf mit dem Sieg gegen den IS unter seiner Führung geworben. Der 66-Jährige versprach zudem, sich für einen Ausgleich zwischen der Mehrheit der Schiiten und der Minderheit der Sunniten einzusetzen. Viele Sunniten fühlen sich diskriminiert. Der Regierungschef ist seit fast vier Jahren im Amt.

Historisches Tief bei Wahlbeteiligung

Die Iraker hatten am Samstag erstmals seit dem Sieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein neues Parlament gewählt. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 44,5 Prozent ein historisches Tief: Es war die niedrigste seit der ersten freien Wahl nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003. Beobachter machten dafür eine weit verbreitete Politikverdrossenheit verantwortlich. Vor vier Jahren hatte die Beteiligung rund 60 Prozent erreicht.

Wer auch immer die Wahl im Irak gewinnt, wird sich mit den Konsequenzen des Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran befassen müssen. Dies dürfte die ohnehin fragile Region weiter destabilisieren, in der der Iran als Schutzmacht der Schiiten und Saudi-Arabien als Schutzmacht der Sunniten um die Vorherrschaft ringen.

(aj/dpa/rtr)

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