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Bild: Ralph Peters/imago

Nirgendwo erstklassig – der Doppelabstieg würde Hamburg zur Sportwüste machen 

17.04.18, 16:53

Die Hamburger Fußball-Fans sind in diesen Tagen nun wirklich nicht zu beneiden. Da wird der Hamburger SV wohl erstmals in der Geschichte in die 2. Liga absteigen und dann kommt es nächste Saison vielleicht noch nicht einmal zum Stadtderby gegen den FC St. Pauli.

Denn die Kiezkicker stecken selber tief in der Krise, der Gang in die Drittklassigkeit droht.

Die "Hamburger Morgenpost" schrieb bereits:

"Hamburg droht der Fußball-GAU"

Hamburger Morgenpost

Besonders für den HSV ist die Lage mittlerweile fast aussichtslos, schon am Sonntag könnte die Bundesliga-Zugehörigkeit nach dann 54 Jahren und 242 Tagen ein Ende finden. Nach dem kuriosen 2:0 von Mainz 05 gegen Freiburg hat die Mannschaft von Trainer Christian Titz vier Spieltage vor Schluss acht Punkte Rückstand auf dem Relegationsrang.

Sollte Wolfsburg am Freitag in Mönchengladbach gewinnen, der HSV dann am Samstag zu Hause gegen Freiburg verlieren und Mainz am Sonntag in Augsburg gewinnen – dann, ja dann, ist der HSV auch rechnerisch nicht mehr zu retten.

Das Abstiegsgespenst fliegt über gleich zwei Hamburger Stadien...

Bild: giphy.com

Ein Doppelabstieg wäre ein herber Imageschaden für die Stadt, die auf Touristen angewiesen ist.

Nicht nur die Klubs müssten finanzielle Einbußen hinnehmen, auch auf die Wirtschaft würde ein großer Schaden zukommen. Denn viele Fans von Auswärtsteams verbinden die Spiele in Hamburg mit einem Kurzurlaub in der Hansestadt.

Beim bislang letzten Stadtderby 2011 eroberte St. Pauli nach einem 1:0 das Stadion des Rivalen:

Bild: Baering/imago

Bei beiden Teams herrscht Sturmflaute

Beide Teams stellen in ihren Ligen den schwächsten Angriff, St. Pauli ist seit sechs Spielen ohne Sieg und mittlerweile auf den Relegationsrang abgestürzt. Doch im Gegensatz zum HSV kann sich St. Pauli noch aus eigener Kraft retten.

Ein Fan hat eine unkonventionelle Lösung, die keinem Hamburger schmecken würde...

Ein Doppel-Abstieg vom HSV und St. Pauli käme auch für Hamburg einem Schlag gleich, schließlich werden die Hanseaten auch sonst nicht unbedingt mit Spitzensport in den großen Ligen vor der Haustür verwöhnt.

In der zweitgrößten deutschen Stadt gibt es weder erstklassige Handballer, Basketballer oder Eishockeyspieler.

In welchen Ligen treiben sich die anderen Hamburger Sportmannschaften eigentlich herum?

Handball Sport Verein Hamburg (Handball)

Kurz vor der Insolvenz 2016 waren die HSV Handballer bedient. Bild: imago sportfotodienst/Oliver Ruhnke

Der Handball Sport Verein Hamburg wurde Anfang der Nuller-Jahre zum größten Konkurrenten des THW Kiel in der Handball-Bundesliga. Highlights waren der Champions-League-Gewinn 2013 und die Meisterschaft 2011. Das alles wurde mit Geld gezahlt, das man nicht hatte. Es folgte ein Insolvenzverfahren und der Zwangsabstieg 2016. Jetzt allerdings gibt es die Rückkehr in die zweite Handball-Bundesliga. Hamburgs Handballer stehen drei Spieltage vor Saisonende als Meister der Dritten Liga Nord fest. Ein 28:24-Sieg gegen den DHK Flensburg und eine Niederlage von Verfolger Altenholz in Braunschweig macht die Rückkehr Hamburgs in den bundesweiten Profi-Handball perfekt.

Hamburg Towers (Basketball)

Hrvoje Kovacevic von den Hamburg Towers. Bild: imago sportfotodienst/Claus Bergmann

Die Hamburg Towers wurden 2013 gegründet und treten seit der Saison 2014/15 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse "Liga ProA" an, die seit 2007 besteht. Die Towers beendeten die Hauptrunde der Liga auf Platz zehn, verpassten die Playoffs um vier Punkte.

Hamburg Freezers (Eishockey)

Bild: imago sportfotodienst/Oliver Ruhnke

Die Hamburg Freezers spielten von 2002 bis 2016 in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nachdem der Eigentümer der Freezers, die US-amerikanische Anschutz Entertainment Group (AEG), keinen Käufer für das Team finden konnte, beantragte er keine Lizenz für die Saison 2016/17. Die dadurch entstandene Lücke in der DEL schlossen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven.

...und auch aus Olympia 2024 wurde nichts

Auch die Unterstützung des HSV-Publikums hat nichts gebracht. Bild: imago sportfotodienst

Hamburg wollte die Olympischen Spiele 2024. Doch die Hamburger wollten sie nicht. 2015 stimmten die Bewohner der Millionenstadt beim "Hamburger Olympia-Bürgerschaftsreferendum" über die Bewerbung zur Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele dagegen. 51,6 Prozent der Wähler waren dagegen, 48,4 Prozent dafür. Die Wahlbeteiligung betrug nur 50,2 Prozent.

(SID/dpa/as)

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