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bild: justin setterfield/Getty Images

"Schlag in die Fresse" – Mehr als 250 Spiele wegen Revierderby verlegt

13.04.18, 10:33 13.04.18, 17:37

Am Sonntag steigt zum 174. Mal "die Mutter aller Derbys": Schalke spielt gegen Dortmund. Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb. 

Diesmal sorgt das Revier-Derby allerdings für großen Ärger bei den Amateurfußballern der Region – weil es am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) angepfiffen wird. Denn der Sonntag gilt eigentlich als Tag der Amateure...

Rund 250 Amateurspiele sind verlegt worden

An diesem Wochenende wurden in NRW etwa 250 Amateurspiele verlegt. "Gerade der Sonntag ist ein Tag, an dem mehr Zuschauer zu Amateurspielen kommen als an anderen Tagen", sagte Manfred Schniebers vom Fußballverband Westfalen. ("WDR")

Der Aufwand einer Neuterminierung der Spiele sei für die ehrenamtlichen Mitarbeiter immens, so Schniebers. Für die neuen Ansetzungen müssten Schiedsrichter und Plätze der Kommunen zur Verfügung stehen.

Überkreislich kommt es zu mindestens 88 Spielverlegungen, in den Kreisligen werden je nach Region bis zu 75 Prozent der Partien verschoben. Die meisten Klubs weichen auf Termine unter der Woche aus.

Am Sonntag bleiben viele Amateurplätze im Ruhrpott leer imago

"Dunkelziffer deutlich höher"

Das sagte Manfred Schnieders, Vizepräsident des Fußballverbandes Westfalen (FLVW), der Deutschen Presse-Agentur. Sein Verband hatte zuvor die Zahl von 250 Partien bekannt gegeben. 

"Wir hatten bis zu dieser beachtlichen Zahl von 500 betroffenen Vereinen nur die naheliegenden Kreise wie Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen oder Herne abgefragt. Es wird aber sicher auch in benachbarten Kreisen wie Bochum oder Recklinghausen zahlreiche Verschiebungen geben. Und bei manchen Spielen sind nur Verschiebungen angegeben, ohne dass das Revierderby als Grund genannt wird."

Manfred Schnieders, Vize-Präsident FLVW

In den abgefragten Kreisen handele es sich um knapp die Hälfte der Amateurspiele, die extra verlegt wurden, weil die Vereine einen immensen Zuschauerschwund befürchteten oder Spieler den ausdrücklichen Wunsch äußerten, das Derby anschauen zu können. Für die Ansetzung selbst hat Schnieders, der auch Spielausschuss-Vorsitzender des Deutschen Fußball-Bundes ist, Verständnis: "Ich hätte es mir für meine Vereine anders gewünscht. Aber ich kann verstehen, warum es so ist", sagte er. "Es wäre aber wünschenswert, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert."

Fehlende Zuschauer, fehlende Spieler

Das Problem sind nicht nur fehlende Zuschauer, sondern auch fehlende Spieler. Viele Hobbykicker im Ruhrgebiet sind Fans von Schalke oder Dortmund und schauen sich lieber den Klassiker an, als selbst auf den Platz zu gehen. Trainer Rene Lewejohann vom Sechstligisten SpVgg Erkenschwick, der bereits am Mittwoch spielte, sagte gegenüber der WAZ:

"In meinem Kader habe ich etliche Schalker und Dortmunder, die heiß auf das Revierderby sind. Ich bin selbst Schalker und am Sonntag im Stadion. Wenn wir am Sonntag gespielt hätten, dann wären keine drei Zuschauer gekommen. Wir hätten dann auf einer Weide spielen können, wo ein Pferd und 'ne Kuh stehen."

Trainer Rene Lewejohann vom Sechstligisten SpVgg Erkenschwick

Coach Holger Flossbach vom Ligakonkurrenten DSC Wanne-Eickel schimpfte, der Termin sei... 

"...ein Schlag in die Fresse für alle Amateurfußballer. Eine Frechheit – fast schon ein Skandal."

Holger Flossbach, Trainer DSC Wanne-Eickel

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte die Ansetzung unter anderem damit begründet, dass der BVB noch in der Europa League hätte spielen können.

Ausweichen auf Montag war nicht möglich

Ein Ausweichen auf den neuen Montagstermin war wegen des Schalker DFB-Pokal-Halbfinales am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) gegen Eintracht Frankfurt nicht möglich. Gegen eine Ansetzung am Sonntagabend sprach sich die Polizei aus, die das Revierderby als Risikospiel wertet.

(as/sid/dpa)

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