Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Eine Frau stirbt im Berghain – das musst du über Ecstasy wissen

25.03.18, 12:59 02.04.18, 18:23
Closeup portrait of a young man's face with dilated pupils

Pupillen weit, Kiefer mahlt: Da könnte Ecstasy im Blut sein.   Bild: Digital Vision

Saskia Gerhard

Im Berliner Berghain ist im vergangenen Jahr eine junge Frau gestorben. Die 30-Jährige war mit ihrem Mann feiern, nahm zwei Pillen Ecstasy, trank Alkohol und erlitt eine Überdosis. Kurz darauf starb sie im Krankenhaus. Der "Spiegel" hat ihre Geschichte aufgeschrieben. 

Der Fall ist tragisch und zeigt, welche Risiken Ecstasy-Konsum haben kann – im schlimmsten Fall. Denn jedes Wochenende feiern etliche Menschen auf der Droge die Nächte durch, aber ihnen passiert nichts. Wie wird Ecstasy-Konsum lebensgefährlich? Wir räumen mit den größten Mythen auf.

Mythos 1: Ecstasy tötet regelmäßig

Im Vergleich zu anderen Drogen (Heroin zum Beispiel) sterben wenige Konsumenten, nachdem sie Ecstasy genommen haben. Aber wer zu hoch dosiert oder mit anderen Substanzen mischt, kann schwere körperliche Schäden erleiden. Daran sind auch schon Menschen gestorben. Manche Drogenberatungsseiten wie drugscouts.com geben als Richtwert ein bis eineinhalb Milligramm des Ecstasy-Wirkstoffs MDMA pro Kilogramm Körpergewicht als sichere Menge an. Die Effekte sind schwer abzuschätzen, besonders wenn man bei einem unbekannten Dealer im Club oder auf der Straße kauft:

Direkt eine ganze Pille einzuwerfen oder sogar mehr kann sehr gefährlich sein. Noch riskanter wird es, wenn Alkohol oben drauf kommt. Viele Nutzer tasten sich deshalb langsam heran, starten mit einem Viertel, dosieren hoch und trinken wenig oder gar nichts Alkoholisches.

Es gibt keine allgemeingültige Regel, wann die Wirkung eintritt. Das kann 20 Minuten dauern oder 45, manchmal noch länger. Manchmal kann die zweite Dosis schon zu viel sein.

Im Fall einer Überdosierung kommt es unter anderem zu folgenden Symptomen:

Diese Fälle sind aber eher die Ausnahme.

Mythos 2: Eine Pille macht schon abhängig

Nein. Regelmäßiger Konsum über längere Zeit kann dazu führen, dass man psychisch abhängig wird. Ecstasy wirkt euphorisierend und putscht auf. Für einen Abhängigen können sich Partys ohne die Droge dumpf und langweilig anfühlen. Der Ausblick, nüchtern feiern zu gehen, kann unerträglich sein. Außerdem kann sich bei intensivem Konsum eine Toleranz gegen die Wirkung entwickeln. Das hat zur Folge, dass immer höhere Dosen nötig sind, um die Euphorie spüren zu können.

Zusätzlich können aber auch andere Faktoren dazu beitragen, dass eine Pille schwächer oder stärker anschlägt. Das fängt schon beim Essen an, das man kurz vorher gegessen hat. Die individuelle Drogentoleranz spielt eine Rolle sowie das, was man sonst noch genommen hat. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass sich die Ecstasy-Wirkung bei Frauen während der Periode ändert.

Mythos 3: Im Rausch ist alles bunt

Einige sehen unter hohen Dosen Dinge oder Farben, die nicht da sind. Halluzinationen sind aber keine gängige Nebenwirkung.

Mythos 4: MDMA-Pulver ist reiner als Ecstasy-Pillen

Nicht unbedingt. MDMA-Kristalle oder- Pulver können ebenso Zusätze enthalten und sind nicht zwangsläufig reiner.

Was ist nochmal MDMA?

MDMA steht kurz für 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin. Konsumiert wird es in Tablettenform als Ecstasy oder in kristalliner Form, auch als Pulver. MDMA wird meist oral konsumiert, seltener geschnupft.

Mythos 5: Ecstasy macht immer gute Laune

Ecstasy, beziehungsweise der Wirkstoff MDMA, sorgt dafür, dass im Körper vermehrt Serotin ausgeschüttet wird und zugleich hemmt es die Wiederaufnahme des Botenstoffs in die Zellen. Der hohe Serotoninspiegel löst Glücks- und Verliebtheitsgefühle aus. Kontaktfreudigkeit und Offenheit gegenüber anderen steigen.

Diese Effekte sind allerdings stark abhängig von der Umgebung und der eigenen Verfassung. Ecstasy kann genauso negative Stimmungen verstärken. Ein schlechter Abend wird nicht gut durch Ecstasy.

Habt ihr mehr Fragen über Ecstasy? Schreibt sie in die Kommentare, wir versuchen sie zu beantworten in den nächsten Stunden.

Das könnte dich auch interessieren:

Poo with a view – 15 Klos mit Aussicht

18 Gründe, warum wir die 2000er vermissen

Die Donut-Theorie sagt uns, wie wir gut leben können, ohne die Erde zu zerstören

Wein doch: "Sprachnachrichten sind gestohlene Lebenszeit!"

So fallt ihr beim Sneaker-Kauf im Internet nicht auf Betrüger herein

"Quizz die Gesa" – Bist du schlauer als unsere Chefredakteurin? 

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Dieser Käfer braucht Alkohol, um seine Kinder großzuziehen

15 Tiere, die am Wochenende viel aktiver sind als du

Politiker oder Influencer – wer hat diese Bilder gepostet?

Dieses Model könnte Heidi Klum arbeitslos machen

"Ich hasse Menschen auf Konzerten"

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • maljian 25.03.2018 12:59
    Highlight Lieber ganz die Finger von chemischen Drogen lassen.

    Ich verstehe den Reiz daran nicht.

    Kennt ihr jemanden der Ecstasy nimmt und wisst warum er das macht und wie das erste Mal war?
    4 38 Melden

"Aus Gewissensgründen" – Diese Apothekerin aus Bayern verbannt Homöopathie aus Regalen

Wer die Bahnhof-Apotheke in Weilheim betritt und nach homöopathischen Mitteln fragt, wird erstmal vertröstet. Iris Hundertmark, der die Apotheke gehört, hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden. Sie hat Homöopathie aus ihren Regalen verbannt und ist damit die erste Apothekerin, die öffentlich darüber spricht.

Frau Hundertmark, warum haben Sie sich dazu entschieden, homöopathische Medikamente nicht mehr anzubieten?Iris Hundertmark: Aus Gewissensgründen – ich möchte absolut ehrlich …

Artikel lesen