Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

20 Grafiken für alle, die glauben, dass die Welt immer schlechter wird

Strasbourg, France - January 28, 2014: All EU members flags in front of the European Parliament in Strasbourg, France

Die Welt im Chaos? Von wegen! Bild: iStock Editorial

Gewalt, Krieg und Terror sind in den (sozialen) Medien allgegenwärtig. Doch der Eindruck täuscht. Wir leben heute in der besten Epoche, seit unsere Spezies existiert. Eine Übersicht in 20 leicht verständlichen Grafiken.

Die Welt ist schlecht. Und sie wird immer schlechter. Das scheint zumindest die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung zu denken. 18.000 Menschen aus 17 Ländern wurden Ende 2015 gefragt: 

Wird die Welt besser, bleibt alles gleich oder wirds immer schlimmer?

Bild

Nur in China und Indonesien glaubt eine Mehrheit der Menschen, dass sich die Welt zum Besseren verändert.  grafik: yougov

Sonderfall China. Nur im Reich der Mitte schauen immerhin 41 Prozent der Menschen positiv in die Zukunft. In den USA sind es sechs und in Deutschland vier Prozent. Besonders skeptisch bewerten Australier und Franzosen die Zukunft. 

Warum glauben so viele Menschen, dass alles den Bach hinunter geht? Vermutlich, weil wir uns auf negative Ereignisse wie verheerende Anschläge, Katastrophen und Unglücke fokussieren. Solche negativen Schlagzeilen bleiben uns auch viel länger in Erinnerung als positive Berichte wie «Die Jugendgewalt hat abgenommen» oder «Das Ozonloch wird kleiner».

Wird wirklich alles immer schlimmer? Von wegen! Wir leben in der besten Epoche der Menschheit. Diese verblüffende These vertritt zumindest der renommierte Evolutionspsychologe und Bestseller-Autor Steven Pinker. Natürlich ist längst nicht alles gut auf der Welt. Betrachtet man die Entwicklung unserer Lebensbedingungen aber in einer historischen Perspektive, dann möchte wohl niemand mit unseren Vorfahren tauschen. Ein paar Beispiele:

So hat sich die Welt von 1820 bis heute verändert

Bild

Seit 1820 leben immer weniger Menschen in extremer Armut. Die allermeisten Menschen erhalten heute Schutzimpfungen, die Kindersterblichkeit ist drastisch gesunken, mehr Kinder denn je können die Schule besuchen, so dass heute die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung lesen kann. Dies ist wiederum eine Voraussetzung dafür, dass sich die Demokratie als Staatsform ausbreiten kann. grafik: ourworldindata

Immer weniger Menschen leben in extremer Armut (1820 bis 2015)

Bild

1820 lebten 94 von 100 Menschen in extremer Armut, heute sind es noch 10 von 100. Insbesondere seit 1950 nimmt die extreme Armut ab, allerdings müssen weiterhin viele Menschen mit wenig Geld auskommen und hat sich die Schere zwischen arm und reich stark vergrößert. grafik: ourworldindata

Wo die Reichen leben – und wo die Armen

Bild

Wer in extremer Armut lebt, hat per Definition weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zur Verfügung. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara leben in absoluten Zahlen – entgegen dem weltweiten Trend – immer mehr Menschen in extremer Armut. grafik: ourworldindata

Die Kindersterblichkeit sinkt weltweit (1800 bis 2015)

Bild

1820 starben 43 von 100 Kindern, bevor sie fünf Jahre alt waren. Seit etwa 1920 nimmt die Kindersterblichkeit massiv ab. Heute sterben noch vier von 100 Kindern, bevor sie fünf Jahre alt sind. grafik: ourworldindata

Die Kindersterblichkeit sinkt in allen Weltregionen

Bild

Die Kindersterblichkeit hat sich seit 1990 in allen Weltregionen halbiert. Darunter fallen Todesfälle je 1000 Lebendgeburten von Kindern unter fünf Jahren. bild: statista

Die wöchentlichen Arbeitszeiten in Europa waren noch nie kürzer (1870 bis 2000)

Bild

Seit 1870 ist die wöchentliche Arbeitszeit in Europa um 20 bis 30 Stunden gesunken. (Handy-Nutzer können die Grafik antippen, um sie zu vergrössern.) grafik: ourworldindata

Die Menschen wurden noch nie älter als heute (1770 bis 2015)

Bild

Wer heute in Europa geboren wird, kann mit 80 Lebensjahren rechnen. Vor 100 Jahren betrug die Lebenserwartung in Europa nur 45 Jahre. In Afrika hat sich die Lebenserwartung von knapp 30 auf 60 Jahre mehr als verdoppelt. grafik: ourworldindata

Es gibt immer weniger Analphabeten (1800 bis 2014)

Bild

1800 konnten 85 Prozent der Menschen weder lesen noch schreiben, heute sind noch 12 Prozent der Weltbevölkerung Analphabeten. grafik: ourworldindata

Die Alphabetisierung begünstigt den wirtschaftlichen Aufstieg von Nationen und die Demokratisierung.

Immer mehr Menschen leben in Demokratien

Bild

Über vier Milliarden Menschen leben in demokratisch regierten Ländern und können somit ihre Politik mehr oder weniger mitbestimmen. grafik: ourworldindata

Bild

1816 lebte ein Prozent der Menschen in einer Demokratie, heute sind es 56 Prozent. Allerdings leben immer noch sehr viele Menschen in Autokratien, sprich sie können nicht selbst mitentscheiden. grafik: ourworldindata

Demokratische Staaten lösen Konflikte eher diplomatisch als mit Krieg, was unsere Zeit – auch wenn man es nicht denken würde – zur wohl friedlichsten Epoche der Menschheitsgeschichte macht.

Konflikte fordern weniger Opfer (1945 bis 2015)

Bild

Kriege und Terror in Syrien, Afghanistan oder dem Irak fordern Zehntausende Tote. Doch die Jahrzehnte und Jahrhunderte davor waren weit blutiger. bild: amnesty international quelle: uppsala conflict data project program

Im Zweiten Weltkrieg starben 65 Millionen Menschen, im Ersten Weltkrieg 17 Millionen, im Vietnamkrieg gegen vier Millionen und im Koreakrieg geschätzt rund drei Millionen. Und aktuell?

Die Kriege der jüngsten Zeit fordern im Vergleich zu früheren Epochen einen weit geringeren Blutzoll: Anfang der 90er-Jahre forderte der Bosnienkrieg etwa 100.000 Opfer, der Kroatienkrieg geschätzt 25.000 und der Zweite Golfkrieg rund 30.000. Im extrem blutigen Dritten Golfkrieg im Irak starben von 2003 bis zum Ende der Besatzung 2011 zwischen 150.000 und 600.000 Menschen. Zum Vergleich: Dem Sezessionskrieg (Amerikanischer Bürgerkrieg) fielen zwischen 1861 und 1865 rund eine Million Menschen zum Opfer. 

Die Opferzahlen sinken, da heute immer mehr Konflikte auf diplomatischem Weg gelöst werden. Bestes Beispiel ist das Atomabkommen mit dem Iran oder die Versöhnung zwischen den USA und Kuba. 

Mehr Menschen sind gegen Diphtherie, Starrkrampf und Keuchhusten geimpft

Bild

Erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts werden Menschen grossflächig geimpft. Heute erhalten 86 von 100 Menschen wichtige Schutzimpfungen. grafik: ourworldindata

Mehr Menschen haben mindestens die Grundschule besucht

Bild

1820 gingen 17 von 100 Menschen zur Schule (meist nur wenige Jahre), heute sind es 86 von 100 Kindern, die mindestens die Grundschule besuchen können. grafik: ourworldindata

In Europa werden historisch gesehen immer weniger Menschen ermordet (1300 bis 2000)

Bild

Die Wahrscheinlichkeit, ermordet zu werden, war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit um ein Vielfaches höher als heute. grafik: amnesty international Quelle: Eisner 2003

Bild

Seit Beginn der amerikanischen Kolonialzeit wurden in den USA über 15.000 Menschen hingerichtet, Tendenz seit dem 17. Jahrhundert stark abnehmend. bild: amnesty international

Bild

Auch Gewalt in der Partnerschaft, Vergewaltigung und sexuelle Gewalt nimmt seit 20 Jahren ab. bild: amnesty international

Bild

Einst verboten, heute vor allem in westlichen Ländern legal und normal: Seit 1960 wird Homosexualität mehr und mehr entkriminalisiert. bild: amnesty international

Bild

Die Jugendkriminalität in der Schweiz hat von 2009 bis 2014 um 40 Prozent abgenommen. 2015 war die Jugendgewalt weiter rückläufig. bild: bundesamt für statistik

Terroropfer in Westeuropa nach Ländern von 1970 bis 2016

Bild

Europa wurde von 1970 bis Mitte der 90er-Jahre wiederholt von Terrorwellen heimgesucht. Aktuell gilt in einigen EU-Staaten wieder erhöhte Terrorgefahr. Doch das subjektive Gefühl täuscht, dass der Terror in Europa mehr Opfer als früher fordert. bild: statista

Die meisten europäischen Terrororganisationen des letzten Jahrhunderts haben sich aufgelöst oder den bewaffneten Kampf aufgeben. Das widerspiegelt sich in den Opferzahlen, die in Europa seit den 90ern stark gesunken sind.

Terroristische Vorfälle in der Schweiz von 1970 bis 2015

Bild

Wie in Europa nehmen auch in der Schweiz als terroristisch eingestufte Vorfälle ab. Nach einem Hoch um 1980 gibt es inzwischen null bis drei nicht-tödliche Ereignisse jährlich. bild: global terrorism database

In der Schweiz forderte der Terrorismus seit 1898 60 Tote, was statistisch gesehen 0,5 Opfern pro Jahr entspricht. Eine Übersicht über den Terror in der Schweiz hat die Berner Zeitung publiziert.

Warum wir die Welt schlechter sehen, als sie ist, erklärt der Evolutionspsychologe Steven Pinker in diesem Interview: "Friedensprophet mit Taschenrechner".

Das könnte dich auch interessieren:

Warum Frauen an der Gitarre unterschätzt werden – Spoiler: Es hat mit Männern zu tun

Link zum Artikel

"Halt die Fresse, du erbärmliche Frau": Flugzeug-Crew droht 22-Jähriger mit Rausschmiss

Link zum Artikel

Zyklon "Idai": Zahl der Toten in Simbabwe auf 70 gestiegen

Link zum Artikel

Klimaschützerin Luise Neubauer: Anführerin einer wachsenden Bewegung

Link zum Artikel

19 Bilder, die dir zeigen: Es ist nicht alles, wie es scheint

Link zum Artikel

Tesla enthüllt das Model Y – so sieht es aus, und so viel kostet es

Link zum Artikel

Umstrittene Netflix-Doku zum Fall "Maddie" sorgt für Aufregung

Link zum Artikel

"Schulschwänzen nicht heilig sprechen" – Lindner schießt wieder gegen #FridaysForFuture

Link zum Artikel

Wie peinlich kann ein Sex-Date sein? Ja, lest mal dieses Jodlers Reim!

Link zum Artikel

Optische Täuschung: Künstlerin verschwindet dank Make-up in ihrer Umgebung

Link zum Artikel

Greta Thunberg in Schweden "Frau des Jahres"

Link zum Artikel

Katarina Barley: "Rabenmutter gibt's nur auf Deutsch"

Link zum Artikel

"Frauen der Mauer" von strengreligiösen Juden in Jerusalem bespuckt und beschimpft

Link zum Artikel

Wir waren mit Deutschlands bester Skaterin unterwegs. Sie ist 11 Jahre alt.

Link zum Artikel

9 Stars, denen völlig egal war, was Männer und Frauen tragen "sollten"

Link zum Artikel

In diesen Ländern haben die Frauen das Sagen (es sind immer noch zu wenige)

Link zum Artikel

Einen Tampon einzuführen erregt uns nicht und 32 weitere Wahrheiten über Frauen

Link zum Artikel

Der Tod des Patriarchats! Daenerys auf den Thron #TeamDaenerys

Link zum Artikel

"Pink Tax" für Frauen: Gleiches Produkt, gleicher Inhalt, aber teurer

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

watson wird zur Frau! Ja, du hast richtig gelesen

Link zum Artikel

Virgin Atlantic hebt Make-up-Vorgaben auf – aber wieso gibt es die überhaupt noch?

Link zum Artikel

Sie hat alle überlebt, alleine dafür gebührt ihr der Thron #TeamSansa

Link zum Artikel

Chinesische "Harry Potter"-Fans reisten nach Sydney – sie dachten, dass dort Hogwarts sei

Link zum Artikel

#VansChallenge – Warum jetzt überall Sneaker durch die Luft fliegen

Link zum Artikel

Trumps Twitter-Feed ist verrückt? Dann schau dir mal den von Brasiliens Präsidenten an

Link zum Artikel

Die beliebtesten Länder-Slogans – erkennt ihr den Spruch eures Bundeslandes?

Link zum Artikel

Trump nennt den Apple-CEO "Tim Apple" – und die Reaktionen sind großartig

Link zum Artikel

Der Hundewurf von Straubing – und was die AfD daraus macht

Link zum Artikel

Diese Russin ist ein Insta-Star – weil sie ihr Wald-Leben inszeniert wie eine Stadt-Ikone

Link zum Artikel

So romantisch wie Fußnägelschneiden – Erster Heiratsantrag bei Jauch via Telefonjoker

Link zum Artikel

Wenn die Sonne stirbt, ist das wie ein leiser Pups

Link zum Artikel

Zitterpartie Brexit – Geht Mays Strategie schief? Und 5 weitere Fragen

Link zum Artikel

Die Oscars werden zum Queengasmus – unser Protokoll der Nacht

Link zum Artikel

Forscher stehen vor Rätsel: Was macht ein toter Wal im Dschungel?

Link zum Artikel

Darf er das? Chelsea-Torwart verweigert Auswechslung – sein Trainer tobt

Link zum Artikel

Es ist so warm in Deutschland, dass auch schon die Mücken unterwegs sind

Link zum Artikel

Grimassen und getretene Kleider – 13 Dinge, die du in der Oscar-Nacht verpasst hast

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ihre Partei will ihn verhindern, doch diese Grüne kämpft erbittert für den Artikel 13

Wütend hält die Europa-Abgeordnete der Grünen, Helga Trüpel, ihr Smartphone in die Luft. "Dieses endlose Negativ-Framing der Leute muss ein Ende haben", schimpft sie bei einem Auftritt zum Thema Artikel 13 am Donnerstag in Berlin. Es geht um einen Protest der Wikipedia. Am Morgen hatten die Macher ihre Website öffentlichkeitswirksam abgeschaltet, um gegen befürchtete Upload-Filter zu demonstrieren.

"Auf dem Handy, wo die jungen Leute ja nachsehen, geht die App aber noch immer", ärgert sich …

Artikel lesen
Link zum Artikel