China
(181030) -- YIWU, Oct. 30, 2018 -- Photo taken on Oct. 23, 2018 shows the night view of Yiwu, east China s Zhejiang Province. 40 years ago, Yiwu was a small agricultural county in the middle of Zhejiang Province. Nowadays, the county-level city has become the world s largest wholesale market for daily commodities . In 2011, the State Council approved the Yiwu International Trade Comprehensive Reform Pilot and gave Yiwu market the autonomy of the first test. In 2017, Yiwu s small commodity market has ranked first in the national professional market for 26 consecutive years, with a market area of more than 6.4 million square meters, 75,000 business stores, and more than 1.8 million products sold to 210 countries and regions around the world. At the same time, Yiwu optimizes the e-commerce environment and builds a support system for the PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Die Stadt Yiwu in China. Von dort verläuft das Herzstück der neuen Seidenstraße: die Bahnstrecke London – Yiwu. Bild: imago stock&people

Die neue Seidenstraße: Mit diesen 9 Großprojekten will China die Welt an sich binden

Auf dem "Seidenstraßen"-Gipfel in Peking sind Vertreter aus 100 Ländern angereist. Es geht um den Ausbau von Handelswegen in der Welt. Vereinbarungen über 64 Milliarden US-Dollar sollen bereits unterzeichnet worden sein. Ein Überblick zu den verschiedenen Großprojekten auf vier Kontinenten.

China finanziert im Rahmen der Initiative "Neue Seidenstraße" (Belt and Road) Großprojekte im Transportbereich in Asien, Europa, Afrika und bald wohl auch Lateinamerika. Eine offizielle Liste aller Projekte gibt es nicht, es sind aber vor allem Häfen, Bahn- und Straßenverbindungen sowie Pipelines, die von China Geld bekommen – und dann von chinesischen Firmen gebaut werden.

Hauptgeldquellen sind der Seidenstraßenfonds (New Silk Road Fund) und die Asiatische Infrastrukturinvestitionsbank (AIIB). Der Seidenstraßenfonds hat rund 57 Milliarden Franken zur Verfügung und investiert sein Geld in Beteiligungen. Die China Development Bank und die Export-Import-Bank, zwei weitere chinesische Investoren, vergeben Spezialkredite für Infrastrukturprojekte. Auch hier ist von umgerechnet knapp 50 Milliarden Euro Umfang die Rede.

Bisher hat China im Rahmen des Seidenstraßenprojekts 171 Kooperationsvereinbarungen mit über 150 Staaten unterzeichnet. 82 Sonderwirtschaftszonen sind außerhalb Chinas entstanden, in die über 25 Milliarden Euro investiert wurden. Elf chinesische Banken haben inzwischen Filialen in Ländern der Seidenstraße eröffnet. Nebenbei wurden auch Kulturabkommen mit mehr als 60 Staaten unterzeichnet und 17 Kulturzentren eröffnet.

Sehr vielfältig sind die Projekte, die mit dem Geld vorangetrieben werden. Ein paar Beispiele:

Die Neue Eurasische Landbrücke

Das Herzstück der neuen Seidenstraße ist die Bahnstrecke London – Yiwu. Die 12.000 Kilometer lange Strecke führt über Warschau – Moskau – Yekaterinburg – Astana – Almaty – Khorgos – Xian zum Handelszentrum Yiwu, 300 km südlich von Shanghai. 18 Tage lang dauert die Reise. Es ist die zweitlängste Eisenbahn-Handelsroute (hinter Madrid – Yiwu).

(190328) -- BEIJING, March 28, 2019 (Xinhua) -- Photo taken on April 16, 2018 shows cargo containers of China Railway Express at Duisburg Intermodal Terminal (DIT) in Duisburg, Germany. (Xinhua/Luo Huanhuan) Xinhua Headlines: Xi s Europe trip unlocks partnership potentials, renews defense of multilateralism PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Der erste China Railway Express macht 2017 Halt in Warschau. Bild: www.imago-images.de

Zum Vergleich: Ein Frachtschiff von Ostasien nach Nordeuropa ist 30 – 45 Tage auf See, zwei bis drei Mal so lange.

Bindeglied ist die 2014 aus dem Boden gestampfte Stadt Khorgos an der Grenze zwischen China und Kasachstan. Weil die chinesischen Schienen schmaler sind als die russischen (aus der Zeit, als Kasachstan noch eine Sowjetrepublik war), müssen die Züge hier die Spur wechseln. Khorgos dürfte sich mit einem Warenumschlag von jährlich 30 Millionen Tonnen in Zukunft zum größten Trockenhafen der Welt entwickeln.

Pakistan-China-Korridor

(180309) -- BEIJING, March 9, 2019 -- Photo taken on Nov. 13, 2016 shows the COSCO Wellington cargo vessel with containers moored at Gwadar port, Pakistan. Liu Tian) Xinhua Headlines: Peaceful development, China s steadfast diplomatic path liutian PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Der Hafen in Gwadar. Bild: www.imago-images.de

Eine direkte Verbindung zwischen dem Hafen Gwadar und der chinesischen Stadt Kashgar soll die Transportdistanz für Öl aus dem Nahen Osten von 12.000 Kilometer auf unter 2.400 Kilometer verringern. Die Kosten für den Aufbau des Korridors sollen sich auf knapp 40 Milliarden Euro belaufen, das ist rund ein Fünftel des pakistanischen Bruttoinlandproduktes und etwa das Zehnfache der US-amerikanischen Investitionen in dem Land.

Das Vorzeigeprojekt soll 2030 fertiggestellt werden. Für das von Ölimporten abhängige China geht es darum, für das Öl eine Alternative zum Transport am Seeweg durch die strategisch heikle Straße von Malakka aufzubauen.

Asien-Pipeline

Bild

Kasachstan ist reich an Öl.

Eine neue Pipeline führt vom Kaspischen Meer in Kasachstan nach China, seit Ende 2014 ist eine neue Pipeline zwischen Turkmenistan und China im Bau (1.800 Kilometer), die jährlich rund 40 Milliarden Kubikmeter Gas nach China transportieren soll. In Korgas in Kasachstan entsteht mit chinesischem Geld eine Anlage, um das effiziente Umfrachten von chinesischen auf kasachische Züge zu ermöglichen.

Malaysia

(190425) -- BEIJING, April 25, 2019 -- Chinese Premier Li Keqiang (R) meets with Malaysian Prime Minister Mahathir Mohamad, who is here to attend the Second Belt and Road Forum for International Cooperation, in Beijing, capital of China, April 25, 2019. ) (BRF)CHINA-BEIJING-LI KEQIANG-MALAYSIAN PM-MEETING (CN) LiuxBin PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Chinas Premier Li Keqiang beim Treffen mit dem malaysischen Premier Mahattir Mohamad im April 2019. Bild: www.imago-images.de

Mit chinesischem Geld sollen chinesische Staatsfirmen eine Bahnverbindung für umgerechnet etwa 17 Milliarden Euro und zwei Pipelines im Wert von etwa 1,5 Milliarden Euro bauen. 2018 stoppte Malaysia die Vorhaben und warf China neuen Kolonialismus vor. Mitte April kündigte Malaysia aber an, doch mit chinesischem Geld eine abgespeckte Bahnverbindung um immer noch zehn Milliarden Franken zu bauen. Im Gegenzug soll mehr Palmöl nach China geliefert werden.

Griechenland

(190305) -- BEIJING, March 5, 2019 (Xinhua) -- Aerial photo taken on Feb. 15, 2019 shows the COSCO Shipping Pisces, one of the world s largest container ships with a capacity of 20,000 TEU, approaching Piraeus port, Greece. For many years, growth figure has been the most buzzed-about subject regarding the Chinese economy. Probably because of the miracle the Asian giant made with an average gross domestic product (GDP) growth of 9.5 percent in the past 40 years, far exceeding the 2.9-percent global economic growth in the same period. However, one should not make a fetish of the growth rate. Also, economic slowdown is not necessarily a siren, not to mention a drag on the global growth. China sets the 2019 GDP growth target at 6-6.5 percent, Chinese Premier Li Keqiang said in his government work report on Tuesday at the opening of the s PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Der Hafen von Piräus soll der größte Containerhafen des Mittelmeers werden. Bild: www.imago-images.de

Der Transportkonzern Cosco aus China hat schon 2008 51 Prozent des Containerhafens von Piräus für 40 Jahre gepachtet und 2016 einen Mehrheitsanteil an der griechischen Betreibergesellschaft PPA erworben. Hier soll der größte Containerhafen des Mittelmeeres entstehen. Investiert wurden über eine Milliarden Euro.

Balkan

Serbian Prime Minister Aleksandar Vucic (L) and China s National Development and Reform Commission deputy head Wang Xiaotao (R) iniciate the project of construction works of Belgrade-Budapest railway in Novi Sad, Serbia, Dec. 23, 2015. ) (zjy) SERBIA-NOVI AD-RAILWAY-CEREMONY PredragxMilosavljevic PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Serbian Prime Ministers Aleksandar Vucic l and China S National Development and Reform Commission Deputy Head Wang  r  The Project of Construction Works of Belgrade Budapest Railway in Novi Sad Serbia DEC 23 2015 zjy Serbia Novi Retired Railway Ceremony PredragxMilosavljevic PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Feierlicher Spartenstich der Belgrad-Budapest-Railway in Novi Sad, Serbien. Bild: imago stock&people

Neubau der Eisenbahn zwischen Belgrad und Budapest mit einem Auftragswert von 4,2 Milliarden Euro. Dies soll die Reisezeit zwischen Belgrad und Budapest von 8 auf 3,5 Stunden verkürzen. Das Projekt soll 2023 fertiggestellt sein und ist die erste Phase in der geplanten Verbindung Budapest – Belgrad – Skopje – Athen, die den Hafen von Piräus besser an Zentraleuropa anbinden soll.

China-Iran-Eisenbahn

(160128) -- YIWU, Jan. 28, 2016 -- The first regular container train linking China to the Middle East pulls out of the west railway station of Yiwu, east China s Zhejiang Province, Jan. 28, 2016. The train will exit China through Alataw Pass in northwest China s Xinjiang and pass through Kazakhstan and Turkmenistan before reaching its destination Tehran, capital of Iran, completing a 14-day and 10,399-kilometer journey. )(wjq) CHINA-ZHEJIANG-IRAN-CONTAINER TRAIN (CN) HuangxZongzhi PUBLICATIONxNOTxINxCHN

160128 Yiwu Jan 28 2016 The First Regular Container Train Linking China to The Middle East pull out of The WEST Railway Station of Yiwu East China S Zhejiang Province Jan 28 2016 The Train will Exit China Through Alataw Passport in Northwest China S Xinjiang and Passport Through Kazakhstan and Turkmenistan Before Reaching its Destination TEHRAN Capital of Iran Completing a 14 Day and 10 399 Kilometre Journey wjq China Zhejiang Iran Container Train CN HuangxZongzhi PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Chinesischer Containerzug auf dem Weg von Yiwu nach Teheran. Bild: imago stock&people

Iran ist für China die Pforte in den Nahen Osten. Im Jahr 2016 kam der erste Zug aus China in Teheran an – nach 14-tägiger Reise. Peking hofft, dass die Eisenbahn und die Zusammenarbeit mit Teheran China den Zugang zum ölreichen Nahen Osten ermöglicht. Je nach Bericht investiert China in Zukunft zwischen 8 und 27 Milliarden Euro in den Ausbau der Infrastruktur im Iran.

Afrika

(180309) -- BEIJING, March 9, 2019 -- Aerial photo taken on June 3, 2018 shows trains at the Nairobi railway station in Nairobi, capital of Kenya. ) Xinhua Headlines: Peaceful development, China s steadfast diplomatic path WangxTeng PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Auch hier hat China investiert: Bahnhof in Kenias Hauptstadt Nairobi. Bild: www.imago-images.de

In Sambia, Äthiopien, Gabun, Kamerun und Ghana sind mit chinesischer Hilfe Staudämme entstanden. In Kenia, Nigeria, Äthiopien, Tansania, Angola und Marokko haben die Chinesen wichtige Bahnlinien und tausende Kilometer Straßen gebaut, Spitäler und Regierungsgebäude errichtet.

In Angola entsteht eine neue Stadt, die fast neun Quadratkilometer große Nova Cidade de Kilamba – Kostenpunkt: Etwa 3 Milliarden Euro. Die angolanische Regierung bezahlt den chinesischen Kredit mit Öl.

Photo taken on April 29, 2014 shows the road network constructed by China s Citic Construction company in Kilamba Kiaxi, the satellite town of Angola s capital Luanda. ()(srb) AFRICA-CHINA BUILT ROADS Xinhua PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Photo Taken ON April 29 2014 Shows The Road Network constructed by China S CITIC Construction Company in Kilamba Kiaxi The Satellite Town of Angola S Capital Luanda SRB Africa China built Roads XINHUA PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Nova Cidade de Kilamba Bild: imago stock&people

In Südafrika will die Shanghai Zendai Group mit rund acht Milliarden US-Dollar in der Nähe der Wirtschaftsmetropole Johannesburg ein "New York von Afrika" bauen. Seit 2017 unterhält China bereits seinen ersten Marinestützpunkt im Ausland in Dschibuti am Horn von Afrika.

Lateinamerika

Bilder des Tages Erweiterter Panamakanal eingeweiht Cargo ship Cosco Shipping Panama (back) passes the Agua Clara lock during the offcial inauguration of the extension of the Panama Canal in Panama, 26 June 2016. The Cosco Shipping Panama has been the first cargo ship to sail across the new locks of the Panama Canal. Cargo ship Cosco Shipping Panama passes for first time the new locks of the Panama Canal extension !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY 20160626-636025618123129603

Images the Day Extended Panama Canal inaugurated Cargo Ship Cosco Shipping Panama Back Pass The Agua Clara Lock during The Offcial Inauguration of The Extension of The Panama Canal in Panama 26 June 2016 The Cosco Shipping Panama has been The First Cargo Ship to Sail across The New Locks of The Panama Canal Cargo Ship Cosco Shipping Panama Pass for First Time The New Locks of The Panama Canal Extension Regard only Editorial Use PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY 20160626 636025618123129603

Ein chinesischer Frachter von Cosco im Panama-Kanal. Bild: imago stock&people

China hat in den vergangenen Jahrzehnten Südamerika schon mehrere Milliarden Euro geliehen. Venezuela erhielt 62,5 Milliarden Euro, Brasilien über 40 Milliarden, Argentinien gut 20 Milliarden und Ecuador knapp 15 Milliarden Euro. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador erklärte kürzlich, sein Land erwäge auch, sich der Neuen Seidenstraße anzuschließen. Damit würde das Projekt bis an die Grenze der USA heranreichen. In der Karibik stimmte im vergangenen Mai Trinidad und Tobago einer Beteiligung zu. Im September wurde der Vertrag für den Bau eines Trockendocks an ein chinesisches Staatsunternehmen vergeben.

(jaw/sda)

Du willst mehr zur Seidenstrasse erfahren? Dann sei dir diese interaktive Webseite der "South China Morning Post" empfohlen.

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