Der Angeklagte hat am Donnerstag gestanden, den Tankstellen-Angestellten erschossen zu haben, nachdem der ihn zum Tragen einer Maske aufgefordert hatte.
Der Angeklagte hat am Donnerstag gestanden, den Tankstellen-Angestellten erschossen zu haben, nachdem der ihn zum Tragen einer Maske aufgefordert hatte.Bild: dpa / Boris Roessler

Angeklagter gesteht tödlichen Schuss wegen Maskenpflicht: "Schäme mich"

25.03.2022, 11:0825.03.2022, 11:52

Der Angeklagte im Prozess um die Tötung eines Tankstellenmitarbeiters in Idar-Oberstein hat vor dem Landgericht in Bad Kreuznach den tödlichen Schuss gestanden. "Ich bereue meine Taten und schäme mich", ließ Mario N. in einer schriftlichen Erklärung über seinen Verteidiger am Freitag mitteilen. Erklären könne er sich sein Handeln bis heute nicht. Er sei sich der Schwere der Tat bewusst und bitte die Angehörigen des 20 Jahre alten Opfers um Entschuldigung.

"So weit hätte es niemals kommen dürfen", hieß es in der Erklärung des 50-Jährigen weiter.

Täter provozierte das Opfer bewusst

Die Anklage wirft N. neben Mord aus Heimtücke an den 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter und niedrigen Beweggründen das unerlaubte Führen der Tatwaffe und den unerlaubten Besitz einer weiteren Schusswaffe vor.

Laut Erklärung seines Verteidigers stritt sich N. am 18. September beim Bezahlen an einer Tankstelle in Idar-Oberstein mit dem 20 Jahre alten Kassierer Alex W. um die Maskenpflicht. Er verließ die Tankstelle demnach ohne die Ware. Zu Hause habe er sich immer mehr über die Situation in der Tankstelle geärgert und beschlossen, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen.

Rund anderthalb Stunden nach seinem ersten Besuch im Geschäft kehrte der N. laut Anklage mit Maske zurück. N. zog sie demnach an der Kasse herunter, um eine Reaktion W.s zu provozieren. Es kam zu einem kurzen Wortwechsel, in dem er dazu aufgefordert wurde, die Maske wieder aufzusetzen. Daraufhin erschoss der 50-Jährige dem 20-Jährigen aus kurzer Distanz.

(andi/AFP/dpa)

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