Teilnehmer einer Demonstration, zu der die Klimaschutzbewegung «Fridays for Future» aufgerufen hatte, protestieren in der Hauptstadt mit selbstgemalten Schildern gegen den Krieg und den russischen Ang ...
In Hamburg protestierten am Donnerstagnachmittag Zehntausende gegen den Krieg in der Ukraine.Bild: dpa / Michael Hanschke
Deutschland

"Stand with Ukraine" – 20.000 Menschen demonstrieren mit Fridays for Future gegen Russlands Krieg

03.03.2022, 17:05

Zehntausende zumeist junge Menschen haben sich am Donnerstag in Deutschland einem globalen Protesttag der Klimaschutzbewegung Fridays for Future gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine angeschlossen. Nach Schätzungen der Polizei versammelten sich am Donnerstagmittag in Hamburg rund 20.000 Demonstranten, in Berlin kamen laut Polizei um die 5000 Teilnehmer zusammen.

Ab späteren Donnerstagnachmittag waren nach Angaben von Fridays for Future unter anderem noch weitere Demonstrationen in Großstädten wie München, Köln und Frankfurt am Main vorgesehen. Das weltweit aktive Aktionsnetzwerk hatte auf Bitten seines ukrainischen Ablegers unter dem Motto "Stand with Ukraine" zu den Protesten aufgerufen, diese waren auch mit Videobotschaften dortiger junger Aktivisten unterlegt.

Bisherige Sanktionen reichen den Aktivisten nicht aus

In ihrem Demonstrationsaufruf sprach sich Fridays for Future für schärfere Strafmaßnahmen gegen Russland und seinen Staatschef Wladimir Putin aus. "Die Sanktionen, die Putin immer noch erlauben, diesen Krieg fortzusetzen, reichen nicht aus", hieß es darin. Die "ganze Welt" müsse sich gegen den russischen Krieg stellen, Worte und Erklärungen der Unterstützung für die Ukraine durch andere Staat- und Regierungschef reichten nicht aus. Taten müssten folgen.

Hamburg, 3. März 2022 - Aktivistin Luisa Neubauer spricht während einer Protestdemonstration gegen den Krieg in der Ukraine. Die Organisation "Fridays for Future" folgt damit einem Aufruf de ...
Die Aktivistin Luisa Neubauer spricht auf einer Demonstration gegen den Ukraine-Krieg auf dem Spielbudenplatz.Bild: xim.gs / xim.gs

Die Bewegung forderte einen EU-Beitritt der Ukraine und ein Ende der Einfuhr von Erdöl, Erdgas und Kohle aus Russland. Diese dienten "der Finanzierung von Putins Launen". Die Ergaspipeline Nord Stream 2 müsse "ein für alle mal" gestoppt werden. Die Bewegung verwies dabei auch allgemein auf die Verknüpfung zwischen fossilen Ressourcen und Kriegen. "Die Ära der fossilen Brennstoffe muss beendet werden."

Deutschlandweit seit Tagen große Demonstrationen

In Deutschland gibt es seit dem russischen Angriff auf die Ukraine immer wieder große Solidaritäts- und Friedensdemonstrationen. Am Sonntag versammelten sich in Berlin mehrere hunderttausend Menschen, am Montag kamen rund 250.000 Teilnehmer zu einer Friedenskundgebung anstelle des Rosenmontagsumzugs in Köln zusammen. Am Mittwochabend demonstrierten in München rund 45.000 Menschen gegen die russische Invasion der Ukraine.

Üblicherweise sind großangelegte sogenannte Klimastreiks an Freitagen das Markenzeichen von Fridays for Future. Eigentlich war der nächste globale Streik für den 25. März geplant. Wegen der "Dringlichkeit der Lage" wurde ein weltweiter Aktionstag der Bewegung zufolge aber auf Bitten der ukrainischen Aktivisten vorverlegt und dem Krieg gewidmet.

Tausende Demonstranten stehen bei einer Kundgebung auf dem Spielbudenplatz und der Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli zusammen.
Tausende Demonstranten stehen bei einer Kundgebung auf dem Spielbudenplatz und der Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli zusammen. Bild: dpa / Bodo Marks

(nik/dpa)

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