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Alice Weidel umarmt Henryk Broder – warum dieses Foto für Aufregung sorgt

Die AfD sorgt erneut für Schlagzeilen. Dieses Mal geht es um einen umstrittenen Auftritt des bekannten Autoren Henryk M. Broder. Der Journalist der "Welt" hielt am Dienstag auf Einladung eine Rede vor der AfD-Fraktion im Bundestag. Diese habe er "trotz der Bedenken meines Anwalts und meiner Frau" angenommen, so Broder.

Für Zündstoff sorgt nun ein Foto, das vor der Rede entstanden sein soll. Dieses zeigt, wie AfD-Vorsitzende Alice Weidel Broder innig umarmt. Das Foto wurde in der Folge von Weidel und ihren Kollegen in den Sozialen Medien verbreitet.

Und natürlich für Gesprächsstoff gesorgt: Denn Broder ist nicht nur Publizist, sondern auch Jude. Versucht sich die AfD, die wiederholt mit verharmlosenden Sprüchen zum Holocaust aufgefallen ist, durch dieses Bild reinzuwaschen? Hat sich ein Journalist so mit einer Partei zu zeigen?

Broder selbst hat inzwischen Fehler eingestanden. Er schreibt: 

"Vor meiner Rede ist ein Foto entstanden, auf dem zu sehen ist, wie Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, mich umarmt. Dieses Bild ist von der AfD in den sozialen Medien verbreitet worden. Es wäre richtig gewesen, sich der Umarmung zu entziehen. Als Journalist sollte man auf Distanz zu Politikern und Politikerinnen achten. Es gibt freilich keinen Grund, aus dieser Umarmung weiter gehende Schlüsse zu ziehen. Ich bitte um Entschuldigung und gelobe, bei der nächsten Gelegenheit vorsichtiger zu sein."

Henryk M. Broder

Die Rede des Journalisten ist mittlerweile auf welt.de veröffentlicht worden. Darin sagt Broder etwa, dass er nicht an den Klimawandel glaube, bezeichnet aber auch die Mitglieder der AfD-Fraktion, wenn auch mit einem ironischen Unterton, als "Nazis".

Broders Reise nach rechts

Broder, der zunächst vor allem für "Spiegel" und "Tagesspiegel" schrieb und seit ein paar Jahren für die "Welt" tätig ist, fiel nicht erst durch seinen jüngsten AfD-Auftritt mit politischer Provokation rechts der Mitte auf.

Er ist Mitbetreiber und -autor des rechtskonservativen Blogs "Achse des Guten" und gehörte zusammen mit Thilo Sarrazin, Alexander Gaulands Mitarbeiter Michael Klonovsky und einer ganzen Reihe prominenter Vertreter der "Neuen Rechten" zu den Unterzeichnern der "Gemeinsamen Erklärung 2018" gegen "illegale Masseneinwanderung".

Im Bundestag sprach Broder nun übrigens auf Einladung des AfD-Abgeordneten. Hemmelgarn gilt als den "Reichsbürgern" nahestehend. Laut einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal 21" wurde Hemmelgarn für seine "Reichsbürger"-Nähe 2016 sogar innerhalb der AfD kritisiert.

Auf Twitter sorgen das Weidel-Kuschel-Foto und Broders Rede gerade für viele Diskussionen ...

(cma/fh)

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