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WEIMAR, GERMANY - JANUARY 26: People stand in front of the former main entrance to the Buchenwald concentration camp on January 26, 2018 near Weimar, Germany. International Holocaust Remembrance Day will commence tomorrow on January 27 when memorial events will be taking place across the globe. The Buchenwald concentration camp housed Jews, prisoners of war, homosexuals and other dissidents who worked as slave laborers in armaments and other factories in the region. An estimated 56,000 inmates died at the camp between 1937 until its liberation by the U.S. Army in 1945. (Photo by Jens Schlueter/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe/watson

Wegen Höcke-Rede – Gedenkstätte Buchenwald lädt AfD-Politiker aus

Am Sonntag wird beim internationalen Holocaust-Gedenktag wieder an die Millionen Opfer der NS-Schreckensherrschaft erinnert. In Thüringen ist aber nicht jeder bei Gedenkveranstaltungen erwünscht. Zum Beispiel: AfD-Politiker im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald bei Gedenkveranstaltungen.

Das machte die Stiftung der Gedenkstätte bei Weimar kurz vor dem Holocaust-Gedenktag an diesem Sonntag deutlich. Sie halte es für geboten, "dass Vertreter der AfD an einer Gedenkveranstaltung an diesen Orten nicht teilnehmen, solange sie sich nicht glaubhaft von den antidemokratischen, menschenrechtsfeindlichen und geschichtsrevisionistischen Positionen in ihrer Partei distanzieren", hieß es in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Stellungnahme der Stiftung.

Am Freitagnachmittag soll in der Gedenkstätte mit Überlebenden und Vertretern der Thüringer Landesregierung ein Kranz für die Opfer niedergelegt werden. Am Sonntag ist der internationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Es wird der sechs Millionen ermordeter europäischer Juden gedacht, der Sinti und Roma, der Zwangsarbeiter und der vielen anderen Opfer des Nazi-Terrors.

Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag will das nicht verstehen. 

"Wir haben über die Jahre gezeigt, dass uns ein aufrichtiges und nicht politisch instrumentalisiertes Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ein wichtiges Anliegen ist."

Das schrieb der parlamentarische Geschäftsführer Stefan Möller in einer Reaktion. Er unterstellte dem Direktor der Gedenkstätten-Stiftung, Volkhard Knigge, in dem Schreiben, einen "Reflex zum absichtlichen Missverständnis der Positionen der AfD-Fraktion".

Nicht das erste Buchenwald-Verbot für die AfD

Im Konzentrationslager (KZ) Buchenwald in der Nähe von Weimar starben bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 56 000 Menschen an Folter, medizinischen Experimenten oder Hunger und Krankheit. In speziellen Einrichtungen wurden mehr als 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Es war eines der größten KZ auf deutschem Boden. Von 1937 bis April 1945 verschleppten die Nationalsozialisten rund 270 000 Menschen aus ganz Europa hierhin.

Anfang 2017 hatte die Gedenkstätte dem Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke ein Hausverbot erteilt. Höcke hatte zuvor in einer Rede in Dresden unter anderem mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

In this Wednesday, May 18, 2016 photo head of AfD in Thuringia, Bjoern Hoecke, smiles during a rally of the Alternative for Germany, AfD, party in Erfurt, eastern Germany. The German domestic intelligence agency is putting the far-right Alternative for Germany party under heightened scrutiny. (AP Photo/Jens Meyer, file)

Bild: AP

Auf diese Rede bezog sich die Gedenkstätte erneut. Stiftungsdirektor Knigge schrieb in einem Brief an die AfD-Landtagsabgeordneten, Höcke halte bis heute an seiner Äußerung zur Erinnerungskultur fest. Das vor zwei Jahren von der AfD-Bundesführung gegen Höcke eingeleitete Parteiausschlussverfahren sei mittlerweile eingestellt. "Auch aus Ihrer Fraktion ist uns keinerlei Distanzierung von seinen Positionen bekannt geworden", hieß es weiter in dem Schreiben. Heute könne konstatiert werden.

"Wer sich innerhalb der AfD nicht glaubhaft gegen solche Positionen und das damit verbundene verharmlosende, relativierende Geschichtsbild wendet, unterstützt sie."

(dpa)

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