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Armin Laschet, Norbert Roettgen, Friedrich Merz Kandidaten fuer den Parteivorsitz der CDU, 33. CDU-Parteitag im Livestream, DEU, Berlin, 16.01.2021 *** Armin Laschet, Norbert Roettgen, Friedrich Merz candidates for CDU party chair, 33 CDU party conference in livestream, DEU, Berlin, 16 01 2021

Das erste Mal digital: Die drei CDU-Kandidaten im Livestream. Bild: www.imago-images.de / Jens Schicke

Analyse

"Das Letzte was du siehst, bevor Friedrich Merz eine Sexismus-Debatte beendet": So reagiert das Netz auf den CDU-Parteitag

Jetzt steht es fest: Armin Laschet ist neue CDU-Vorsitzender. Am Samstagvormittag setzte er sich in der Stichwahl gegen Friedrich Merz durch – der dritte Kandidat Norbert Röttgen war nach dem ersten Wahlgang draußen. Auch beim ersten digitalen CDU-Parteitag bewarben sich die Kandidaten mit je einer Rede – und die wurden natürlich live im Netz kommentiert.

Armin Laschet wird persönlich

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erzählt in seiner Rede von seinem Vater, der Bergmann war. Er habe ihm vor dem Parteitag sein Bergmanns-Abzeichen mitgegeben und ihm gesagt, er solle die Menschen davon überzeugen, dass man ihm vertrauen kann.

Laschet versucht zudem, mit seinem Amtsbonus als Ministerpräsident zu punkten und erklärt, was er in Nordrhein-Westfalen alles richtig gemacht hat. Er spricht von Vertrauen, dass er sich wünscht und erklärt, er möchte eine CDU, die integriere anstatt zu polarisieren. Er spricht von dem durch Rechtsextreme ermordeten Parteikollegen Walter Lübcke und erinnert daran, welche Verantwortung die CDU als Volkspartei habe.

Er stellt sich als nahbarer Landesvater dar und wird zum Schluss noch einmal persönlich. Angelehnt an Angela Merkels "Sie kennen mich" sagt er:

"Ich bin vielleicht kein Mann der perfekten Inszenierung, aber ich bin Armin Laschet. Darauf können Sie sich verlassen."

Der Satz bringt ihm im Netz aber auch ein wenig Spott ein. Denn Laschets Sohn Joe ist Influencer und inszeniert sich bei Instagram gerne und oft.

Friedrich Merz und die Frauen – mal wieder

Mit Friedrich Merz hätte der Kontrast zu Armin Laschets Rede nicht größer sein können. Er wirkt wie immer eher nüchtern und kalkulierend. Er erklärt, mit ihm werde die CDU digitaler und er würde dafür sorgen, dass auch Deutschland sich endlich entschiedener in Richtung Digitalisierung entwickelt.

Gleichzeitig spricht er sich gegen härtere Regeln in Sachen Umweltschutz aus. Er ist der Meinung, dass Klimapolitik auch mit Wirtschaftswachstum vereinbar sein muss und erklärt, "Die Welt geht morgen nicht unter", ein Satz, der auch als Ansage an Fridays for Future verstanden werden kann.

Ein weiterer Satz sorgte für Furore. Merz erklärt in seiner Rede, dass die AfD nicht wählbar sei und dass "jede Stimme für die AfD eine halbe Stimme für Rot-Rot-Grün" sei, da damit eine CDU-Regierung nicht möglich wäre. Dass Merz das in dieser Form formuliert, hinterlässt den Eindruck, dass er eine Verbindung zwischen der rechtsextremen AfD und linken Parteien herstellt.

Außerdem richtet sich Merz an seine Kritiker, die ihm ein frauenfeindliches Weltbild nachsagen. Tatsächlich hatte sich die Frauen-Union vorab gegen Merz ausgesprochen. Merz kontert die Kritik damit, dass er eine Frau und zwei Töchter hat und diese ihm schon lange die gelbe Karte gezeigt hätten, hätte er wirklich so ein problematisches Frauenbild.

Ein Satz, der ihm noch auf die Füße fallen könnte.

Röttgen spricht als einziger über Bildung und bleibt blass

Norbert Röttgen positioniert sich in seiner Rede als der große Erneuerer der CDU. Er erklärt, die CDU müsse mit der Zeit gehen, wenn sie weiter Volkspartei sein will. Jünger, weiblicher und digitaler müsse die Partei werden und dafür stehe er.

Er macht sich stark für eine bessere digitale Bildung und mehr Einfluss der Bundesregierung auf die Bildungspolitik der Länder. Damit ist er der einzige Kandidat, der explizit das Thema Bildung anspricht. Ansonsten geht es in seiner Rede um Kommunalpolitik und Allgemeinplätze, wie die nationale und internationale Sicherheit, die er stärken will. Wie so oft macht Röttgen den Eindruck ein wenig zu verkopft zu sein und die Menschen nicht zu erreichen.

Im Netz konzentriert man sich daher viel mehr auf Röttgens Aussehen und seine Ähnlichkeit zu Schauspieler George Clooney.

Leider bleibt Röttgens Ähnlichkeit zu George Clooney und der Fokus auf die Bildungspolitik das einzige bemerkenswerte an seiner Rede. Denn der bisherige Außenseiter bleibt Underdog.

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