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SEOUL, SOUTH KOREA - DECEMBER 28:  People watch a television broadcast reporting the late North Korean leader Kim Jong-Il's funeral at the Seoul Railwat Station on December 28, 2011 in Seoul, South Korea. North Korea has begun two days of funeral services for their former leader Kim Jong-Il starting with a procession in Pyongyang. Kim died suddenly from a heart attack on December 17, aged 69.  (Photo by Chung Sung-Jun/Getty Images)

Bild: Getty images/collage

Analyse

Wutbürger gehen nicht mehr auf die Straße – schauen sie stattdessen TV?

Als zuletzt Wutbürger in Deutschland auf die Straße gingen, feierten die Menschen. Es gab Musik, bunte Transparente. In Berlin kamen im Juni sogar Schiffe und zahllose Club-Djs zusammen, um Position gegen Rechts zu beziehen. Eben gegen die Wut.

25.000 Gegendemonstranten standen in Berlin gegen nicht einmal 5.000 Anhänger einer AfD-Kundgebung. Solche Momente gibt es nicht nur in der Hauptstadt: In Dresden, Leipzig oder im Westen der Republik haben Gegendemonstrationen deutlich mehr Zulauf als die Aufmärsche von Rechten.

Die Zahl der rechtsoffenen "GIDA"-Demonstrationen (wie Legida oder Pegida) geht zurück, auch die von Straßendemos mit rechtsradikalem Hintergrund.

Das zeigt eine kleine Anfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung, die watson vorliegt.

Demnach gab es:

Nach der Flüchtlingskrise ist die Zahl an Demos kleiner geworden. Es kommen auch weniger Teilnehmer zu den noch existierenden Veranstaltungen. Aus Dokumenten der Bundesregierung geht hervor:

2018 werden es, bleibt es beim aktuellen Trend, noch weniger sein.

Hat sich die Wut der so wütenden Bürger also entladen?

"Das rechte Potential ist noch immer da", sagt die Innenpolitische Sprecherin im Bundestag der Linksfraktion Ulla Jelpke. Sie fragt die Zahlen der Aufmärsche seit 2010 kontinuierlich bei der Bundesregierung an.

Vor allem der andauernde Erfolg von Rechtsrock-Konzerten und Freizeitangeboten von rechten Gruppen zeigten: Das Problem verlagere sich lediglich weg von den Demos und hin in andere Bereiche.

Lest hier noch einmal die Hintergründe zur Rechtsrock-Szene in Deutschland:

Jelpke sagt:

"Geschichtsrevisionismus und Flüchtlinge waren früher Kernthemen der NPD. Heute können rechtsoffene Bürger jeden Abend ihren Leuten von der Coach aus bei TV-Talkshows zusehen und im Internet Hassmails schicken. Sie brauchen nicht mehr auf die Staße zu gehen, könnten es aber jederzeit wieder tun."

watson

Auch Konfliktforscher Andreas Zick von der Universität Bielefeld sieht einen Rückgang der GIDA-Demos. Der Staat hat die Lage Stück für Stück unter Kontrolle bekommen, sagt er.

Und erklärt:

"Das Bild der Krise bekommt Risse und das schwächt die Propaganda."

Während das rechte Potential aber von der Straße verschwinde, so glaubt auch Zick, seien die Positionen in den Mainstream gerückt.

Er erklärt:

"Weite Teile der Gesellschaft haben Vorurteile gegenüber Zuwanderung und Minderheiten."

Es ginge deshalb gar nicht so sehr um die Frage, wie Bürger ihrer Wut Ausdruck verleihen. Ob sie also auf die Straße gingen, Zuhause bleiben oder auf rechte Konzerte gehen. "Wir müssen stattdessen fragen, wie Menschen überhaupt in Wut versetzt werden können", sagt Zick.

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