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Ker, diese jungen Leute, hömma, nur Flausen im Kopp hamse. Bild: E+

Headhunter beklagt die Arbeitsmoral junger Leute – die schlagen sofort zurück

Diese jungen Leute... "Die sind nicht mal mehr bereit, von Hamburg nach Frankfurt am Main zu ziehen". Dieses Zitat ist die Überschrift eines Interviews der "Süddeutschen Zeitung", das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Gesagt hat diesen Satz Klaus Hansen, Headhunter der Firma "Odgers Berndtson".

Aber, wer sind denn "die"? Die gelben Engel? Nein, Hansen meint damit Millennials, also die Generation Y, jene jungen Leute, die im Zeitraum der frühen 80er bis zu den späten 90er Jahren zur Welt kamen, und die Generation Z (1997 bis 2012).

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... Bild: imago images/argum

Headhunter wirft jungen Arbeitnehmern vor, unflexibel zu sein, aber hohe Ansprüche zu haben

Im Interview erklärte der professionelle Personalabwerber, wie Firmenbosse angeblich über die Nachwuchskräfte in der Y- und Z-Generation denken. Zusammengefasst: schlecht.

Hansen kritisiert unter anderem eine mangelnde Flexibilität:

"Es ist modern zu sagen, man sei mobil. Aber mobil sein heißt für junge Arbeitnehmer: mobil im Münchener Süden."

Der Headhunter schildert weiter, dass die jungen Leute das Leben genießen, aber trotzdem viel verdienen wollen. "Beim Gehalt herrscht aus meiner Sicht trotz geringerer Leistungsbereitschaft weiter die gleiche Anspruchshaltung. Für uns ist das ein Problem", sagt er. Schließlich höre man in Firmen wie einer Unternehmensberatung "nicht auf zu arbeiten, wenn es dunkel wird", so seine Spitze.

Hansen kritisiert und kritisiert. Auch das Arbeitsmodell des Homeoffice nimmt er in die Mangel: "Unsere Erfahrung ist, dass nur wenige junge Arbeitnehmer von zu Hause arbeiten wollen, weil sie sich da besser konzentrieren können. Es ist vielmehr so, dass sie sich einfach gar nicht mehr vor die eigene Haustür bewegen wollen."

Damit nicht genug. Er spricht von internationalen Märkten, in denen man nicht um 17 Uhr den Stift fallen lassen würde und unterstellt der Generation Y und Z damit, dass sie nicht bereit wäre einen über einen 8-Stundentag hinaus zu arbeiten.

Damit wolle er zwar "nicht sagen, dass junge Menschen fauler sind". Doch das Aber kommt sofort – Hansen unterstellt vielen jungen Arbeitnehmern eine "Turnschuh-Mentalität", die er so beschreibt: "Ich nenne das 'reich werden mit überschaubarem Arbeitsaufwand'".

Rumms, das hat gesessen.

Die Y- und Z-Generation, die immer in diesem Internet rumhängt und nicht arbeiten will, reagierte wenig angetan auf das Interview:

"Der Herr Hansen verzapft Unsinn"

"Süß, wie Sie an der Jugend verzweifeln"

"Kenne niemanden, der/die nach 1980 geboren ist und Punkt 17 Uhr 'den Stift fallen lässt'"

"HOW DARE THEY"

Wir hören da Ironie heraus.

"... Diesen Fehler wollen viele Junge eben nicht mehr machen."

"Hauptsache auf die jungen Leute geschimpft"

Dieser User hat noch einen alternativen Vorschlag für die Überschrift des Textes...

(as)

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    Alle Leser-Kommentare
  • arthur59 13.07.2019 07:49
    Highlight Highlight auf Grund eines Uniaushang, meldete sich bei mir ein Student der Generation XYZ oder wie die sich nennen. Er wollte sich den Job überlegen. 4 Wochen später meldete er sich (da hatten wir schon längst einen Mitarbeiter) und er sagte, wenn er Akkordeon spielt, verdient er mehr. Auf die Frage hin, wie oft spielt er Akkordeon im Jahr, sagte er 2 Mal. Es gibt noch mehr Beispiele. Sie wollen keinen Konzern unterstützen? Sollen sie doch erst mal einen aufbauen.

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