Deutschland
Bayern Probleme

Bild: imago montage

Nicht alles gold, was bayerisch ist – 3 Probleme, die Bayern hat

Bayern ist ein Flickenteppich. Etwa ein Viertel der deutschen Landkreise und kreisfreien Städte liegt im Freistaat. So mannigfaltig die Struktur, so verschieden sind die Verhältnisse – vor allem zwischen Stadt und Land. Ein Vergleich in Zahlen:

Die unterschiedliche Wirtschaftskraft der Regionen

Bayern hat im September 2018 mit 2,8 Prozent die deutschlandweit niedrigste Arbeitslosenquote. Sie liegt etwa bei der Hälfte des Bundesschnitts (5,0). Doch profitieren von der guten Wirtschaftslage nicht alle. So ist in Ballungsräumen der Wert höher:

Aber auch in einigen Landkreisen im Norden:

Diese Gegenden liegen in etwa gleichauf mit Gebieten in den Anrainern Thüringen und Sachsen. Und auch die Grenzregionen im benachbarten Tschechien stehen nicht schlechter da: Um Pilsen und Karlsbad lag die Arbeitslosenquote nach Angaben des dortigen Statistikamtes 2017 bei 1,9 und 3,3 Prozent.

Allerdings sind in Bayern die Gehälter höher. Ende 2017 lag das mittlere Monatseinkommen mit 3.345 Euro brutto etwa 150 Euro über dem bundesweiten Wert. Unter den Top Ten der Vielverdiener-Regionen in Deutschland befinden sich drei im Freistaat:

Auf der anderen Seite liegen die Verdienste etwa im fränkischen Kreis Coburg oder der Stadt Hof bei weniger als 2.700 Euro. Mit diesem Betrag müssen zum Beispiel auch Menschen in Cottbus, Chemnitz oder Frankfurt (Oder) auskommen.

Wo sind die Ärzte?

Die Städte Bamberg, Würzburg und Passau gehören 2017 mit jeweils mehr als 330 Ärzten auf 100.000 Einwohner zu den fünf am besten versorgten Regionen in Deutschland. Doch vor allem auf dem Land rund um kreisfreie Städte ist kilometerweites Fahren für einen Arztbesuch keine Seltenheit. Unter den zehn Gegenden mit der bundesweit geringsten Ärztedichte liegen neun in Bayern. Schlusslichter:

Dazu kommt noch: Viele Mediziner sind nahe der Rente. Nirgendwo in Deutschland gibt es zum Beispiel ältere Hausärzte als in den nordbayerischen Kreisen Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Bad Kissingen. 2017 waren sie im Schnitt knapp unter 60 Jahre alt. Zum Vergleich: In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, wo die bundesweit jüngsten arbeiten, sind Hausärzte keine 51 Jahre alt.

16,40 Euro pro Quadrameter...

Eine Wohnung in München? Für viele unerschwinglich. Bei den Mieten ist die Landeshauptstadt deutscher Spitzenreiter. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat errechnet, dass im ersten Halbjahr 2017 dort im Schnitt Wohnungen für 16,40 Euro pro Quadratmeter angeboten wurden. In der bundesweit zweitteuersten Stadt Frankfurt waren es fast 3,50 Euro weniger. Andererseits ist der Kreis Wunsiedel Schlusslicht beim Mietpreis. Hier an der bayerischen Grenze zu Tschechien lagen die Angebote bei 4,40 Euro pro Quadratmeter.

Horrend sind im Freistaat mitunter auch die Immobilienpreise, selbst wenn man sie zu den meist höheren Verdiensten ins Verhältnis setzt. Sieben der zehn teuersten deutschen Regionen befanden sich 2017 im Großraum der bayerischen Landeshauptstadt. Im Landkreis München bekamen laut Sparda-Bank Käufer für den Preis von 242.000 Euro (soviel wurde im bundesweiten Schnitt für eine Immobilie ausgegeben) 41 Quadratmeter, in der Stadt München 44. Zum Vergleich: Im Kreis Stendal (Sachsen-Anhalt) gab es für denselben Preis 299, in der sächsischen Großstadt Chemnitz 261, bundesweit 126 Quadratmeter.

(sg/dpa)

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