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Die Polizei sichert am Hackeschen Markt den Ort ab. Eine Kamerateam der "Heute-Show" wurde angegriffen. Bild: dpa

Verletzte bei Angriff auf ZDF-Kamerateam der "Heute-Show" in Berlin

Am Mai-Feiertag wird in Berlin ein Kamerateam der ZDF-"Heute-Show" attackiert. Es gibt Verletzte. Der Deutsche Journalistenverband spricht von einem Angriff auf die Pressefreiheit.

Ein Kamerateam der ZDF-Satiresendung "Heute-Show" ist am Mai-Feiertag in Berlin-Mitte angegriffen worden. Vier Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen verletzt ins Krankenhaus gebracht, wie Polizeisprecherin Sara Dieng am Freitag sagte. Sechs Menschen wurden demnach festgenommen, die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten in der Nacht zum Samstag noch an. Wie die "Heute-Show" bei Twitter schrieb, begleitete der Kabarettist und Komiker Abdelkarim das Team als Reporter. Er sei unverletzt geblieben. "Wir sind schwer betroffen und wünschen den Kollegen eine schnelle Genesung".

Das ZDF erklärte: "Das Team, das im Auftrag des ZDF unterwegs war, war nach Dreharbeiten auf dem Weg zu seinen Fahrzeugen. Dabei erfolgte der Angriff." Die Polizei hatte zunächst auf Grundlage erster Erkenntnisse erklärt, es sei zu einem körperlichen Übergriff auf das Kamerateam mit insgesamt sieben Personen gekommen. Sie seien von einer etwa 15-köpfigen Personengruppe angegriffen worden.

Harald Ortmann, Geschäftsführer der Produktionsgesellschaft, erklärt gegenüber dem ZDF genauer, was ablief: "Sie sind mit Totschlägern auf das Team los. Unserem Tonassistenten wurde ins Gesicht getreten – mit einer Brutalität, mit der man in Kauf genommen hat, dass es ein Mensch nicht überlebt." Man sei inzwischen standardmäßig mit drei Securities bei solchen Drehs unterwegs. Auch die Security-Mitarbeiter seien schwer verletzt worden. "Ich war früher selbst 30 Jahre lang als Kameramann tätig", sagt Ortmann. Das habe er so nie erlebt. "In unserem Land sind es Teile der Bürger, die so mit den Medien umgehen. Das finde ich alarmierend."

Angriff auf die Pressefreiheit

Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands, Frank Überall, sagte: "Das war ein feiger und durch nichts zu rechtfertigender Überfall auf Journalisten, die ihrer Aufgabe der Berichterstattung nachgekommen sind. Ich hoffe, dass die Attacke gründlich aufgeklärt wird und die Täter juristisch zur Verantwortung gezogen werden." Es handele sich um einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Ähnlich hatte zuvor ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler den Angriff verurteilt. "Die Pressefreiheit ist – gerade in diesen Tagen – ein hohes Gut. Unsere Sorge gilt nun jedoch zuallererst den Teammitgliedern und ihrer Gesundheit."

Auch Außenminister Heiko Maas drückte sein Mitgefühl aus. "Wir stehen an eurer Seite", schrieb er auf Twitter. "Lasst euch euren Humor und eure Leidenschaft nicht nehmen von feigen Gewalttätern."

Im Hintergrund ist Abdelkarim zu sehen

Auch die Redakteursausschüsse von ARD, ZDF und Deutschlandradio reagierten in einer Mitteilung. "Unsere Reporterteams sind weltweit unterwegs, um die Menschen über Ereignisse und Entwicklungen zu informieren. Auch Satiresendungen wie die "Heute-Show" gehören zum Auftrag der Meinungsbildung", stellten sie klar. Die Bundesgeschäftsführerin der Journalisten-Gewerkschaft dju, Cornelia Berger, sprach angesichts des Angriffs von einem "Alarmsignal auch für die politisch Verantwortlichen".

(lin/dpa)

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