Deutschland

Sein Plakat ging unter rechten Hetzern viral – ein Journalist wehrt sich

Das Leben steht kopf

Werbeplakat der DAK 

Philipp Awounou ist ein junger Journalist, der regelmäßig über Sport schreibt. Für Spiegel Online oder das Basketballmagazin "Five". Er thematisiert in seinen Texten häufig den Einfluss von Sport auf die Gesellschaft und umgekehrt. 

Und Awounou ist schwarz. Das sollte eigentlich nichts zur Sache tun, ist aber für die folgende Geschichte sehr relevant, die am Samstag bei Spiegel Online erschien und seitdem bereits tausendfach geteilt wurde. 

Vor gut einem Jahr posierten Awounou und seine Freundin Regina für ein Fotografen. Die Bilder waren für die Datenbank des Fotografen. Ein paar Monate später kaufte die Krankenkasse DAK das Bild für eine bundesweite Kampagne ein. 

Ein sehr schönes Bild für ein weltoffenes Deutschland. Das sahen aber nicht alle so.

Am 5. Februrar postete die DAK dieses Bild und die Hetze geht los:

"Überall jetzt Kanaken-Werbung." oder "Ja auch ich zeige Haltung. Und verlasse die DAK" sind nur einige der rassistischen Kommentare. Auch wenn eine Welle der Solidarität einsetzte, zeigt es, dass offensichtlich ein Nerv unter Wutbürgern getroffen wurde.

Der AfD-Kreisverband Nordwestmecklenburg veröffentlichte am gleichen Tag einen Facebook-Post mit Eilmeldungs-Charakter:

In den Kommentaren wimmelt es von rassistischen Kommentaren. "Wie lange muss der Deutsche noch leiden und bezahlen für alles und jedem" schreibt ein dem Akkusativ nicht mächtiger Deutscher.

Und all das schaut sich Philipp Awounou von zuhause aus an. In seinem Bericht erzählt er, wie er die Moderatoren der Facebook-Seite mit der Frage kontaktierte, warum die Seite fremdenfeindliche Beiträge nicht gelöscht habe. 

Zwei Stunden später habe er eine Antwort erhalten – ohne Worte des Bedauerns. Der Deutsch-Beniner teilte einige Tage später den Post und erntete viel Unterstützung.

In seinem Bericht bei Spiegel Online erzählt er von dem Kontakt mit der Kommentierenden Anja (Name geändert), die "leider regelrecht paranoid" werde, wenn sie dunkelhäutige Menschen sehe. 

Früher habe sie dem linken Spektrum angehört. Etwa seit einem Jahr nach der Flüchtlingswelle fühle sie sich nicht mehr sicher in ihrer Heimat, werde regelmäßig von "Gruppen junger dunkelhäutiger Männer" und als "deutsche Hure" beschimpft. 

Awounou schreibt:

"Ich wünsche mir, dass Menschen wie Anja ihre Haltung so bald wie möglich wieder ändern können, und dass andere ihnen bis dahin zuhören, anstatt sie als 'braunes Nazi-Gesindel' zu stigmatisieren."

Spiegel Online

Man kann ihm für so viel Mut, mit diesem Thema in die Öffentlichkeit zu gehen, nur gratulieren. Sensibilisierung ist der Schlüssel für ein gutes Zusammenleben und Beiträge wie die von Philipp Awounou sind nicht hoch genug zu schätzen.

Den ganzen Text könnt ihr auf Spiegel Online lesen.

Das könnte dich auch interessieren:

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

"Die Bachelorette": Die beklopptesten Sprüche der ersten 15 Minuten

Link zum Artikel

Petition gegen beliebte dm- und Alnatura-Produkte: "Stoppt den ökologischen Irrsinn"

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

Lidl provoziert Netto – und der Supermarkt kontert "a Lidl bit" später

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

"In meinen Kühlschrank geschaut": So dreist kontrolliert das Jobcenter Hartz-IV-Empfänger

Link zum Artikel

Ein Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

"Bachelorette": Das Lustigste an Folge 1 waren die Memes, guck!

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Star ist der Grashüpfer, und wir haben 7 Beweise!

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • maljian 01.04.2018 16:50
    Highlight Highlight Ich kann einfach nicht verstehen, was bei machen Menschen los ist, dass sie so ein grosses Problem mit andersaussehenden/ andersdenkenden/ andersgläubigen haben. Ich hoffe das es die Menschheit doch irgendwann verstehen wird.

    @Watson: Mir ist jetzt schon das zweite Mal aufgefallen, dass es bei manchen FB-Inputs Überschneidungen mit dem restlichen Text gibt.
    Benutzer Bild
    • DerTaran 02.04.2018 01:44
      Highlight Highlight Ich habe das gleiche Problem mit meinem iPad und Firefox.

      Zu Thema kann ich nur meine Erschütterung darüber zum Ausdruck bringen, dass braunes Gedankengut scheinbar wieder so salonfähig geworden ist, dass solche Postings in Deutschland wieder möglich sind. Der Schoss ist wieder fruchtbar.
    • maljian 02.04.2018 01:47
      Highlight Highlight Mobil: Huawei P10 Lite
      Browser: Chrome

      Leider kann ich die App nicht nutzen, da ich in der Schweiz bin und ich davon ausgehe, das nur eine der beiden Apps möglich ist.

      Wäre sonst noch ein Vorschlag für die IT. Eine App, bei der man zwischen de und ch wechseln kann 😉

Die AfD macht Stimmung gegen Migranten – mit einem Schwimmbad-Video aus Israel

Die AfD-Bundestagsfraktion macht in einem Video über Gewalt in deutschen Freibädern Stimmung gegen Geflüchtete und Migranten. Doch Szenen einer Schlägerei, die laut AfD-Politikerin Beatrix von Storch am vergangenen Wochenende in Stuttgart aufgenommen wurden, stammen tatsächlich aus einem Freizeitbad in Israel. Mittlerweile hat die Fraktion ihre Posts gelöscht und durch neu geschnittene Videos ersetzt.

Seit mehreren Tagen wird in Deutschland über Gewalt in Freibädern diskutiert. Am Samstag war es in einem Düsseldorfer Freibad zu einem Streit mit mehreren Hundert Beteiligten gekommen. Die Polizei versuchte, den Streit mit Dutzenden Beamten zu schlichten. Der Verband der Schwimmmeister kritisierte anschließend eine zunehmende Aggressivität in deutschen Freibädern.

Für die AfD offenbar ein gefundenes Fressen: In den sozialen Medien nutzt die Partei die Vorfälle, um gegen Geflüchtete und …

Artikel lesen
Link zum Artikel