Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Abstract, Polygonal structure, Circle, dot, Geometric Shape, Network

"Palim-Palim, eine Flasche Pommes Frites!"-Erfinder Didi Hallervorden (rechts) war immer schon besorgt um die Deutsche Sprache. Bild: imago/watson-montage

"Schluss mit dem Gender-Unfug" – Prominente sorgen sich um die deutsche Sprache

Ein Gespenst geht um in Deutschland. Es hört auf den Namen Gender-Sternchen.

Ob ein Sternchen mitten im Wort für ausgleichende Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen in der Sprache sorgen kann, ist auch unter Germanisten durchaus umstritten.

Beispiel: "Schaffner*innen".

Der Gender-Sternchen-Brandbrief

Ein von vielen Vertretern aus Kultur, Politik und Wirtschaft unterzeichneter Aufruf zur Abschaffung der Geschlechtergerechtigkeit in der deutschen Sprache stößt nun aber auf scharfe Kritik in der linguistischen Fachwelt.

Der unter Wissenschaftlern umstrittene Verein Deutsche Sprache (Dortmund) hatte zusammen mit prominenten männlichen und weiblichen Mitstreitern eine Unterschriftenaktion "Schluss mit dem Gender-Unfug" gestartet. In dem von Sprachkritiker Wolf Schneider entworfenen Text werden "lächerliche Sprachgebilde" wie "die Radfahrenden", "die Studierenden" oder sogar "Luftpiratinnen" und "Idiotinnen" kritisiert und "als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern" aufs Korn genommen.

Wolf Schneider findet die Methoden der sprachlichen Geschlechtergerechtigkeit "entsetzlich albern". "Das ist eine Verhohnepipelung der deutschen Sprache", sagt er. Mit dem Aufruf hätten die Unterzeichner "eine riesige Mehrheit auf unserer Seite", sagt er. "Diese Mehrheit war bisher nicht aktiv."

Unterzeichner des Aufrufs sind der Journalist Kai Diekmann, die Autorinnen Sibylle Lewitscharoff und Cora Stephan, aber auch Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen, die Kabarettisten Dieter Nuhr und Dieter Hallervorden, Bestseller-Autor Rüdiger Safranski sowie Ex-Diplomaten und Ex-Bundesbankdirektoren, Anwälte und Unternehmer.

Die Kritik an den Sprachschützern

"Ich finde, dass sie in ihrer Kritik über das Ziel hinausschießen", sagt die Freiburger Linguistik-Professorin Helga Kotthoff. Es sei nun einmal nachgewiesen, dass ein Text, der sich von oben bis unten um "den Lehrer" drehe, das Maskuline verstärke. "Es kann uns doch niemand erzählen, dass dann vor dem inneren Auge eine Lehrerin auftaucht", sagt Kotthoff.

"Der Aufruf fördert nur hyperradikales Pro und Contra. Es fehlt jegliche Differenzierung."

Punktuelle Kritik an bestimmten Methoden, die Sprache geschlechtergerecht zu machen, sei aber richtig, sagte Kotthoff. Denn Texte müssten immer noch lesbar sein. "Das große Binnen-I ist nicht jedermanns und -fraus Sache." Man könne da durchaus mal einen Schrägstrich setzen oder von "Lehrpersonen" schreiben. Der Text dürfe aber dabei nicht sperrig werden. Die absolut gerechte Sprache könne auch nicht am Reißbrett entworfen werden.

Dabei räumt auch Kotthoff ein, dass sie den Unterstrich ("Lehrer_innen") für eine "totale Überfrachtung von Referenzen" halte. Der Aufruf des Vereins aber wende sich gegen dass Reformbestreben in der Sprache insgesamt – und zeuge von "Verbohrtheit".

Für den Linguistik-Professor Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin führt der Aufruf "mit Vollgas zurück in die Vergangenheit". Unterzeichnet hätten ihn "vorwiegend ältere Herrschaften, die ihre Sprachgewohnheiten verletzt sehen".

Kritik gilt besonders dem "Verein Deutsche Sprache"

Kritisch sehen die Linguisten aber auch die Richtung des Vereins Deutsche Sprache, der einmal im Jahr den "Sprachpanscher des Jahres" kürt und gegen Anglizismen in der deutschen Sprache kämpft. Der Verein erwische zwar auch wichtige Kritikpunkte, sagt Kotthoff – etwa die Diskussion, ob man in der Wissenschaft eine englischsprachige "Monokultur" wolle. "Aber man muss aufpassen, dass man das nicht so deutschtümelnd macht."

Ihr Berliner Kollege Stefanowitsch wird noch deutlicher: "Der Verein Deutsche Sprache zeigt immer mehr ein reaktionäres Weltbild und sucht Anschluss an rechtspopulistische Diskussionen." Er vertrete "deutschlandzentrierte reaktionäre Kulturvorstellungen".

(ts/dpa)

Aber bevor wir über Sternchen reden, müssen die Grundlagen sitzen:

Das könnte dich auch interessieren:

Sie soll ein Paar um 614.000 Euro betrogen haben – Rapperin Loredana festgenommen

Link zum Artikel

Das Schlimmste am Wochenende: Menschen auf dem Markt

Link zum Artikel

Achtung, Spoiler! Die besten Reaktionen zum "Game of Thrones"–Finale

Link zum Artikel

Youtuber Rezo greift die CDU an – so wehrt sich die Partei

Link zum Artikel

Falscher Professor? Vorwürfe gegen einen AfD-Europakandidaten

Link zum Artikel

Ed Sheeran und Justin Bieber: "I Don't Care" kann der Song des Sommers werden

Link zum Artikel

16 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

"Grenze überschritten": GNTM-Vanessa wehrt sich gegen ProSieben – Simone schaltet sich ein

Link zum Artikel

Ariana Grande und BTS: Insider verrät, dass gemeinsamer Song "nur eine Frage der Zeit" ist

Link zum Artikel

16 peinlichen Instagram-Werbungen, die nach hinten losgegangen sind

Link zum Artikel

Vanessa rechnet nach "GNTM"-Aus mit ProSieben ab – jetzt antwortet der Sender

Link zum Artikel

So emotional nehmen die "GoT"-Stars nach dem Finale Abschied von der Serie

Link zum Artikel

"Game of Thrones"-Autor gibt Hinweis, wie es nach dem Ende der Serie weitergeht

Link zum Artikel

ESC 2019: Dieter Bohlen über Luca Hänni: "Ich hätte den Mut dazu nie gehabt"

Link zum Artikel

Oops, they did it again: Fans entdecken peinlichen Fehler im "GoT"-Finale

Link zum Artikel

Strache-Skandal in Österreich – Kanzler Kurz soll Neuwahlen wollen

Link zum Artikel

Warum sind wir manchmal traurig nach dem Sex?

Link zum Artikel

Lena Meyer-Landrut macht Fan mit Post bei Instagram glücklich

Link zum Artikel

"GoT": Doku zeigt, wie Kit Harington am Set in Tränen ausbrach – jetzt wissen wir, warum

Link zum Artikel

So sehen BTS als alte Männer aus – und wir haben Fragen

Link zum Artikel

Samra und Capital Bra: Neuer Song Wieder Lila ist schon jetzt ein Hit

Link zum Artikel

Der neue Song von Shirin David ist eine Abrechnung mit ihrem Vater

Link zum Artikel

Diese 13 Memes über Bran in "Game of Thrones" bringen dich trotz allem zum Lachen

Link zum Artikel

Das "GoT"-Finale war meine allererste Folge der Show – das habe ich über die Serie gelernt

Link zum Artikel

Aus 7 wird 1: So brach die AfD im EU-Parlament auseinander

Link zum Artikel

Helene Fischer lief weg und schrie: Luxus-Makler plaudert über den Hauskauf mit Flori

Link zum Artikel

Darum ist das neue Album nur zu 80 Prozent Rammstein – eine (kleine) Enttäuschung

Link zum Artikel

"In dieser Liga ist die Relegation etwas Gutes" – die besten Witze zum HSV-Gau

Link zum Artikel

"GoT": 8 Fehler, die dir genauso entgangen sind wie der Kaffeebecher

Link zum Artikel

Das sagt Lena Meyer-Landrut den S!sters vor dem ESC– ein großer Fan ist sie wohl nicht

Link zum Artikel

Herzzerreißende "GoT"-Szene mit Daenerys und Jon – Fans sind erschüttert

Link zum Artikel

ESC: Peinlich! Sisters geben zu, wo sie bei der Punktevergabe waren

Link zum Artikel

Dieser seltsame Vogel ist ausgestorben ... kommt aber immer wieder zurück von den Toten

Link zum Artikel

Daenerys wer? Die 17 fatalen Probleme des "Game of Thrones"-Finales

Link zum Artikel

180 Staaten bekämpfen jetzt den Plastikmüll – mit einem globalen Pakt

Link zum Artikel

Pressekonferenz in Sonnenbrille: Loredana streitet Betrug ab und wird laut

Link zum Artikel

"Zweifel, Ängste, schlaflose Nächte" – Das sagen "die Lochis" zu ihrem Aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Synagogen, Abschiebung und "linke Zecken" – TV-Polizist Toto hält Rede im AfD-Sprech

Sie waren lange das bekannteste Polizistenpaar im deutschen Fernsehen: "Toto und Harry" aus Bochum wurden durch die gleichnamige Fernsehreihe auf Sat.1 zu Kultfiguren. Am Wochenende machte Torsten "Toto" Heim allerdings mit rechtspopulistischen Aussagen von sich reden. Die Polizei Bochum prüft, ob er damit gegen das Gesetz verstoßen hat.

Seit 2001 waren Torsten Heim und sein Streifenkollege Thomas "Harry" Weinkauf immer wieder im Fernsehen zu sehen. Als Ruhrpott-Polizisten im alltäglichen …

Artikel lesen
Link zum Artikel