Bild

Bild: unsplash / watson.de

Hilfe! Müssen wir künftig für die Notaufnahme bezahlen?

Bisher läuft es so: Du hast natürlich genau am Wochenende einen medizinischen Notfall, keine Arztpraxis ist geöffnet und du musst notgedrungen in die Notaufnahme im Krankenhaus fahren. Das kostet dich nichts.

Wenn es nach Andreas Gassen, dem Chef der Kassenärzte, geht, sollte sich das ändern. Zumindest für die medizinischen Fälle, die kein Fall für die Notaufnahme sind.

Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, will der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) notfalls eine Gebühr von den Patienten verlangen.

Gassen sagt:

"Eine finanzielle Steuerung wäre genau der Hebel, der helfen würde. In vielen anderen Ländern Europas ist so etwas längst üblich"

Gassen zum Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)

"Wenn sich bestimmte Patienten dem Angebot der niedergelassenen Ärzte dauerhaft entziehen und das System nach Gusto nutzen, wie es ihnen gerade einfällt, muss das finanzielle Sanktionen nach sich ziehen", betont Gassen.

Seiner Ansicht nach gehört der Großteil der Patienten, der in die Notaufnahme kommt, nicht dorthin. "Ziel muss sein, dass wir nur noch diejenigen in den Notaufnahmen haben, die später auch stationär behandelt werden müssen."

Alle anderen müssten ambulant versorgt werden. Dafür sei eine bundesweite Lösung erforderlich.

Der Hintergrund: In ganz Deutschland sind viele Rettungsstellen immer wieder überlastet.

Was denkst du: Wäre eine Gebühr für überflüssige Notaufnahmen gerecht?

(yp/dpa)

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nick Name 16.07.2018 07:18
    Highlight Highlight Es ist doch so: Die Leute gehen doch nicht aus Faulheit oder niederen Motiven in die Notaufnahme?! Sondern weil es bei fast allen Hausärzten keine offenen Sprechstunden gibt, weil Rechtsunsicherheit herrscht ob man arztbesuchbedingte Absenzen von der Arbeitszeit abziehen darf (an der ETH muss man sie z.B. nachholen, inkl. Anreise, der Hausarzt ist halt nicht am Arbeitsort!) und weil man dann vielleicht am Abend, wenn man in die Permanence könnte, für die Kinder da sein möchte, weil die Partnerin halt auch arbeiten muss und oft noch was zu erledigen hat. Wo lebt ihr alle?!
  • Habra 15.07.2018 21:56
    Highlight Highlight Ich wäre zwar durchaus für eine Gebühr für die Notaufnahme, allerdings sollte diese in bestimmten Fällen von der Krankenkasse auch zurückerstattet werden können, auch wenn keine stationäre Aufnahme erforderlich sein sollte. Nur wenn der behandelnde Arzt wirklich keine Notwendigkeit für die Notfallambulanz feststellen würde, könnte die Gebühr von der Krankenkasse einbehalten werden,
    Aber die Entscheidung, ob notwendig bleibt schwierig.

Exklusiv

Wagenknecht im watson-Interview vor dem Linken-Parteitag: "Wir können uns als linke Partei nicht eins zu eins hinter die Ideen von Fridays for Future stellen"

Die Linken-Politikerin im Gespräch über ihre Beziehung zu Fridays for Future und Black Lives Matter, darüber, warum sie sich ausgerechnet am Gendern abarbeitet – und die Frage, warum sie sich über manche antirassistische Proteste nicht freuen kann.

Mit Sahra Wagenknecht und der Linken ist es kompliziert, seit Jahren schon. Wagenknecht, bis November 2019 Chefin der Linksfraktion im Bundestag, ist eines der wenigen Gesichter der Partei, die auch halbwegs politisch interessierte Menschen auf der Straße erkennen würden. Laut ZDF-"Politbarometer" aus dem Mai 2021 ist sie wieder einmal unter den Top 10 der deutschen Spitzenpolitiker – und hat bessere Sympathiewerte als die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Wagenknecht kann Reden …

Artikel lesen
Link zum Artikel