ARCHIV - 20.10.2020, Baden-W

Ein Großteil sieht die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt schlecht. Bild: dpa / Sebastian Gollnow

Umfrage: Jugend wegen Corona in großer Sorge um Azubi-Stelle

Viele junge Menschen in Deutschland fürchten, dass sie in der Pandemie keinen Ausbildungsplatz finden. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten, repräsentativen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Rund 71 Prozent von gut 1700 Befragten zwischen 14 und 20 Jahren sehen ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt durch Corona demnach verschlechtert. Bei Jugendlichen mit niedriger Schulbildung sind es sogar 78 Prozent. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) war bei der Befragung im Februar und März der Auffassung, dass die Politik wenig bis gar nichts für junge Leute tut, die einen Ausbildungsplatz suchen.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge war im Corona-Jahr 2020 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Nur noch 465 200 Menschen begannen 2020 eine Lehre - ein Minus von 9.4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt Mitte April gemeldet hatte. Selbst in Zeiten der Finanzkrise 2008 war der Einbruch nicht so drastisch ausgefallen.

Studenten weniger besorgt

Wer demnächst ein Studium anfangen möchte, sieht die Situation laut Umfrage dagegen deutlich positiver. Lediglich ein knappes Viertel der Befragten hält die Chancen auf einen Studienplatz infolge der Pandemie für beeinträchtigt.

Man müsse jedem eine Ausbildungsperspektive geben, forderte die Stiftung. Das sei eine Frage der Chancengerechtigkeit und diene der Fachkräftesicherung. Es zeige sich, dass eine Ausbildung nach wie vor sehr attraktiv sei: 41 Prozent der 14- bis 20-Jährigen, die noch eine allgemeinbildende Schule besuchen, möchten auf jeden Fall eine Ausbildung machen. Weitere 36 Prozent sind noch unentschieden.

Jugendliche, die ihren Ausbildungsplatz schon angetreten oder bereits eine Zusage erhalten haben, sind der Studie zufolge mit ihrer Wahl sehr zufrieden: Mehr als 80 Prozent geben auf einer fünfstufigen Skala die beiden positivsten Bewertungen ab.

(ogo/dpa)

Karliczek fordert Aufstockung des Nachhilfeprogramms für Schüler

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Länder aufgefordert, sich an dem angekündigten Nachhilfeprogramm für Schüler in der Corona-Krise finanziell kräftig zu beteiligen. "Ich sehe die Länder in der Verantwortung, die vom Bund angebotene eine Milliarde Euro für das Nachhilfeprogramm substanziell aufzustocken", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). "Bildung ist Ländersache. Dieses Aktionsprogramm sollte eine nationale Kraftanstrengung sein."

Die …

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