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Annegret Kramp-Karrenbauer will nicht Kanzlerkandidatin ihrer Partei werden. Bild: picture alliance / AA

Auch Spahn und Merz äußern sich: So reagiert die CDU auf den AKK-Rückzug

Es ist eine weitere Eilmeldung, die so nicht absehbar war. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will nicht als Kanzlerkandidatin in die kommende Bundestagswahl gehen – und gibt auch ihr Amt als Vorsitzende auf.

Die Reaktionen darauf fallen sehr unterschiedlich aus – je nachdem, welchem politischen Lager die Kommentierenden angehören.

Die CDU hält sich bedeckt

Aus der CDU hört man insgesamt bisher weniger. Offenbar ist man noch dabei, sich zu sortieren. Friedrich Merz ließ über einen Sprecher mitteilen: "In so einer Situation ist kluges Nachdenken wichtiger, als schnell zu reden."

Auch Jens Spahn, ein möglicher Nachfolger, gibt sich diplomatisch:

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einer "ungewöhnlich ernsten Situation für die CDU". "Es geht um unsere Zukunft als moderne Volkspartei der Mitte. Deshalb bitte ich um Verständnis, dass wir jetzt zunächst die Sitzung des Bundesvorstands und die Erklärung der Parteivorsitzenden abwarten."

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder forderte die CDU nach der Rückzugsankündigung von AKK auf, grundsätzliche Klärungen vorzunehmen. "Es ist jetzt notwendig, die inhaltliche und personelle Aufstellung der CDU grundsätzlich zu klären", schrieb Söder am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Zugleich betonte er, er habe "großen Respekt für die Entscheidung" Kramp-Karrenbauers. "Auch wenn es mir leid tut", fügte Söder hinzu. "Denn wir arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen."

Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok reagierte mit Unverständnis auf den angekündigten Rückzug von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. "Ich halte den Rücktritt für falsch in diesem Augenblick und deswegen ist mir nur noch schlecht", sagte Brok am Montag vor einer Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin.

Der Vorsitzende der konservativen Werte-Union, Alexander Mitsch, begrüßt den Verzicht von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz. "Ich finde es sehr lobenswert, dass sie ihre eigenen Karrierepläne hintanstellt und nicht aus machtpolitischen Gründen auf diese Kandidatur besteht, sondern den Weg freimacht für eine Lösung, die für die Union erfolgversprechend ist", sagte Mitsch am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Auch der Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen (CDU) ist zufrieden.

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz zieht vor AKK seinen Hut:

So reagierten Politiker der anderen Parteien:

SPD-Politiker Thomas Oppermann fordert den CDU-Politiker Armin Laschet auf, sich um den Parteivorsitz zu bewerben: "Jetzt muss Laschet den Vorsitz beanspruchen, sonst ist er ein Papiertiger", sagt er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

SPD-Staatsminister Michael Roth schreibt: "Beunruhigend."

Wird es Merz? Das glaubt die Linke-Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg:

Der Ex-Bundestagsabgeordneter Volker Beck (Grüne) macht sich auch Sorgen.

Der Grünen-Abgeordnete Sven Lehmann fragt: Demokratie oder Trump?

Linken-Chef Dietmar Barsch sieht eine Parallele zu Andrea Nahles.

Und natürlich gibt es auch witzige Takes:

Jan Böhmermann hat eine klare Präferenz bei der Nachfolge:

(om)

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