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Was wird jetzt eigentlich aus Friedrich Merz? In der CDU gibt es verschiedene Theorien

Und nun, Herr Merz? Rund eineinhalb Wochen nach seiner Niederlage bei der Wahl zum CDU-Vorsitz ist die politische Zukunft von Friedrich Merz weiter offen.

Merz war bis zu seiner überraschenden Kandidatur für die Nachfolge von Angela Merkel seit Jahren politisch abgetaucht gewesen. Viele CDU-Politiker fordern nun, dass er trotz seiner Niederlage wieder eine wichtige Rolle in der Partei spielen soll.

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte der "Welt am Sonntag" auf die Frage, ob er von Merz erwarte, dass dieser entweder Verantwortung übernehme oder schweige, das Grundrecht der Redefreiheit gelte für jeden –auch vor, während und nach Parteitagen. "Allerdings hat sich die Partei schon gewünscht, dass er mit seiner profilierten Position nicht nur von diesem Recht Gebrauch macht, sondern sich dafür auch in die Pflicht nehmen lässt."

Lammert sagte der "Welt am Sonntag", Merz wäre von den Delegierten "mit einem triumphalen Wahlergebnis in jede denkbare weitere Funktion" gewählt worden, für die er kandidiert hätte. Man müsse aber respektieren, dass er das nicht wollte.

Nach Auffassung des sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) sollte Merz in die künftige Strategieplanung der Partei eingebunden werden. "Der konservativere Lungenflügel der CDU" müsse wieder deutlicher beatmet werden, zudem habe er den Eindruck, dass Merz die Interessen des Ostens "deutlich im Blick hat", sagte Haseloff der "Magdeburger Volksstimme".

Aus seiner Sicht braucht die CDU eine neue Strategiestruktur. "Eine Art Thinktank, ein Beratergremium also, das sich in Grundsatzfragen laut zu Wort meldet." Dabei müsse es um Fragen gehen wie die Sicherung des Wohlstands, den Migrationspakt und den Umgang mit Osteuropa. "In solch ein Team gehören Friedrich Merz aber auch Ole von Beust, Roland Koch und andere. Sie haben den nötigen Abstand zum politischen Tagesgeschäft."

Auf die Frage, ob Merz ins Bundeskabinett gehöre, sagte Haseloff: "Das wäre ideal, aber das ist nicht realistisch. Die Positionen sind verteilt."

(pb/dpa)

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