Deutschland

Annegret Kramp-Karrenbauer macht sich über Drittes Geschlecht lustig

Das Stockacher Narrengericht geht auf einer 700 Jahre alte Tradition zurück und ist der Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Dort lädt ein Narrengericht von 20 Narrenrichtern eine beklagte Person aus der Bundes- oder Landespolitik ein. Diese muss sich dann dem spöttischen Gericht stellen und verteidigt sich auch auf eben jene Art und Weise.

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Annegret Kramp-Karrenbauer screenshot: SR

Dieses Mal war CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer dran, die sich zunächst über das rein männliche Narrengericht lustig machte. Doch sie ging noch weiter und machte auch Witze über das Dritte Geschlecht.

"Guckt euch doch mal die Männer von heute an. Wer war denn von euch vor kurzem mal in Berlin, da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette."

Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Stockacher Narrengericht

Aus der Politik bekam sie für den Witz teils heftigen Gegenwind.

Der Kölner Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann von den Grünen schrieb auf Twitter:

"Hallo Frau Kramp-Karrenbauer, haben Sie es wirklich nötig, für einen billigen Kalauer sich auf Kosten von inter- und transsexuellen Menschen lustig zu machen? Wenn ja, dann wäre das wahnsinnig peinlich"

Der linke Senator für Kultur und Europa aus Berlin Klaus Lederer schrieb:

"Ja, es ist wirklich ein Trauerspiel. Die Vorsitzende der größten Bundestagspartei findet es lustig, auf Stammtischniveau am Karneval Menschen zu denunzieren, die nicht der geltenden Machonorm entsprechen. Ein Jammer."

Und der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg meinte:

"Wieder so ein Tag zum Fremdschämen… Ist es so schwierig, eine humorvolle Narrenrede zu halten, ohne platt auf Minderheiten einzudreschen? Sie muss ihre blanke Ahnungslosigkeit ja nicht ganz so zur Schau stellen".

Die katholische Annegret Kramp-Karrenbauer ist alles andere als eine Vorreiterin für die Rechte der LGTBQ-Community. 2015 erklärte sie, dass die "Ehe für alle"-Forderungen faktisch auch Inzest- und Vielehe-Partnerschaften ermögliche – "etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen".

In einem Interview mit Sandra Maischberger stand sie weiterhin hinter diesen Aussagen:

"Für meine Partei ist diese Frage entschieden, und dazu stehe ich." Und weiter: "Ich habe aber auch eine persönliche Meinung dazu, und an der möchte ich festhalten."

Annegret Kramp-Karrenbauer bei Sandra Maischberger (30. Januar 2019)

(tl)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chrischn 03.03.2019 18:24
    Highlight Highlight Dafür würde ich sie umso mehr wählen!
  • beobachter 03.03.2019 13:15
    Highlight Highlight Die Politiker, die jetzt auf AKK herumhacken, sollten mal ihre eigenen Positionen überdenken. Zum einen gehört es zur vielbeschworenen "Toleranz", Andersdenkende ihre Meinung äußern zu lassen, ohne von "Fremdschämen" zu faseln. Und zum anderen sollten gewisse Herrschaften mal darüber nachdenken, ob ihr eigener Umgang mit Menschen, die von "Normen" abweichen, zielführend ist. Etliche Maßnahmen, die aus Aktionismus heraus dem "dritten Geschlecht" zuliebe eingeführt wurden, betonieren eher Vorurteile, als einen unverkrampften Umgang zu fördern.
  • Costa Grahl 03.03.2019 13:12
    Highlight Highlight Frau AKK soll vorher überlegen, was sie sagt. Hier sieht man mal wieder das auch von oben herab die Menschen diskrimminiert werden, die eben so sind
  • Tina A 03.03.2019 12:52
    Highlight Highlight Oha, jeder fühlt sich Angegriffen, Diskriminiert oder Verunglimpft .... Leute lasst doch mal die Kirche im Dorf.

Beliebtheitswerte halbiert – 4 Aussagen, mit denen AKK junge Wähler verprellt

Seitdem Annegret Kramp-Karrenbauer neue CDU-Parteichefin ist, setzt sie Signale, um die besonders konservative Wählerschaft für sich zu gewinnen. Dafür rutschen ihre Sympathiewerte besonders bei jungen Wählern in den Keller.

Annegret Kramp-Karrenbauer provoziert sich bei der jungen Wählerschaft ins Aus. Die Vorsitzende der CDU hat laut einer Forsa-Umfrage im Vergleich zum Dezember ingesamt um zwölf Prozentpunkte an Zustimmung verloren. Nur noch 36 Prozent der Deutschen würden sie wählen.

Besonders bei jungen Wählern hat AKK stark an Sympathie eingebüßt: Bei den 18- bis 29-Jährigen hat Kramp-Karrenbauer seit vergangenem Dezember ihre Zustimmungswerte sogar halbiert, von 37 Prozent auf 18 Prozent.

Nur bei …

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