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Die Coronakrise bedeutet auch ökonomische Folgen. (Symbolbild) Bild: getty images

Coronakrise: Experten erklären, wie sich wirtschaftliche Schäden eindämmen lassen

Das Coronavirus befällt aktuell auch die Wirtschaft. In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen werden Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen abgesagt – darunter auch alle Konzerte in der Lanxess-Arena in Köln. Zudem müssen viele Unternehmen, etwa BMW und ProSiebenSat1, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Quarantäne schicken. Grund waren vereinzelte positive Coronatests.

Doch da hört es nicht auf: Airlines wie die Lufthansa müssen Flüge streichen, der Dax fiel allein an einem Tag um rund sieben Prozent, der Ölpreis sogar um 30. In einigen Bereichen muss der Gürtel also erstmal enger geschnallt werden. Ökonomen sprechen derzeit regelmäßig von einer Rezession, also einem landesweiten Rückgang des Wirtschaftswachstums. Josef Ackermann thematisierte in einem "Spiegel"-Interview sogar einen möglichen Virus-Crash.

Das Virus muss eingedämmt werden

Das sorgt in vielerlei Hinsicht für Probleme. Gerade kleinere Unternehmen dürften künftig existenzielle Sorgen bekommen und die Preise könnten künftig ansteigen, um Umsatzeinbußen auszugleichen.

Allerdings seien die Einbußen vorübergehend notwendig, um langfristige ökonomische Schäden zu vermeiden, wie der Professor für Volkswirtschaftslehre, Jens Südekum bei einer Presseveranstaltung zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise erklärt:

"Einen temporären wirtschaftlichen Schock akzeptieren, um längerfristige Schäden zu vermeiden"

Jens Südekum, Ökonom

Er betont, dass die Eindämmung des Virus höchste Priorität hat – aus ökonomischer sowie medizinischer Sicht. Logisch: Wenn es künftig noch mehr coronabedingte Ausfälle gibt, wachsen die Umsatzeinbußen weiter.

Staatshilfe ist notwendig

Entsprechend sind präventive Maßnahmen nötig. Und zu diesen zählen nun mal auch kurzzeitige Schließungen sowie abgesagte Großveranstaltungen. Schließlich müsse das Infektionsrisiko gesenkt werden, wie Südekum weiter erläutert.

Allerdings sind damit die aktuellen Probleme nicht gelöst. Und da es in einigen Bereichen wie etwa der Gastronomie zu Einbußen kommt, könnten sich einige Arbeitnehmer auch Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Der Professor für Volkswirtschaftslehre, Peter Bofinger, betont:

"Es muss verhindert werden, dass es zu einer allgemeinen Vertrauenskrise der Arbeitnehmer kommt."

Peter Bofinger

Um das zu verhindern, hat die Bundesregierung kürzlich ein Notfallpaket geschnürt. Dazu gehören auch Erleichterungen bei der Anfrage nach Kurzzeitarbeitergeld. So sollen Unternehmen, die aufgrund des Virus in Schwierigkeiten gerieten, die finanzielle Unterstützung leichter erhalten. 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns werden dabei ab April von der Bundesagentur für Arbeit getragen.

"Priorität hat es, die Wirtschaft zu stabilisieren und nicht den Staat vor möglichen Verlusten zu schützen", sagt Bofinger. Entsprechend wichtig sei es, darauf zu achten, dass Unternehmen auch künftig unterstützt werden. Die Kurzzeitarbeitergeldregelung sei zunächst durchaus sinnvoll. Ob das reicht, bleibt erstmal offen.

(tkr)

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