Deutschland
German Chancellor Angela Merkel attends a session of the German lower house of parliament Bundestag, in Berlin, Germany, September 30, 2020. REUTERS/Hannibal Hanschke

Bundeskanzlerin Angela Merkel will strengere Maßnahmen gegen die Virusausbreitung. Bild: reuters / HANNIBAL HANSCHKE

Merkel fordert von Ländern "beherzten Schritt" gegen Corona

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Länder zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung im Kampf gegen das Coronavirus aufgefordert. "Wollen wir einen beherzten Schritt machen, oder uns wieder Woche für Woche treffen wie im Frühjahr", sagte die CDU-Politikerin nach Angaben von Teilnehmern am Mittwochnachmittag bei der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Schon vor der Konferenz hatte Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt, dass die Verhandlungen sehr schwierig werden könnten und in den Raum gestellt, dass sie am Ende zu keiner einheitlichen Linie führen könnten.

Bei der Konferenz im Kanzleramt ringen die Länder mit dem Bund um eine einheitlichere Linie in der Pandemie-Bekämpfung für den Herbst und den Winter. In vielen Regionen in ganz Deutschland, darunter viele Großstädte, waren die Fallzahlen in den vergangenen Tagen und Wochen wieder massiv gestiegen. Mancherorts droht bereits ein exponentielles Wachstum, die Rückverfolgung von Ansteckungen könnte im schlimmsten Fall unmöglich werden.

Söder für entschlossenes Vorgehen, Laschet zögert

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mahnte seine Länderkollegen den Teilnehmerangaben zufolge zu einem schnellen und einheitlichen Vorgehen: "Wenn es losgeht, dann geht es sehr schnell. Wir kommen wieder voll in die Sprungkurve rein", sagte er. Die Frage sei daher nur, ob jetzt noch rechtzeitig gehandelt werde, "denn sonst sitzen wir in zehn Tagen eh wieder hier". Er wünsche sich daher eine Systematik, die alle nachvollziehen und nach der alle handeln könnten.

"Die Bevölkerung wird ihr Urteil sprechen. Politiker in anderen Ländern, die geschwankt sind und zu früh geöffnet haben, wurden fundamental abgestraft."

Markus Söder (CSU)

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ergänzte: "Wir werden in drei Wochen ganz andere Diskussionen führen, müssen jetzt handeln."

Dagegen äußerte sich der nordrhein-westfälische Regierungschef Armin Laschet (CDU) eher zurückhaltend und skeptisch, etwa was Einschränkungen von privaten Feiern angeht: "Das ist mir zu früh und zu rigoros", zitierten ihn Teilnehmer. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) betonte, er sehe vor allem bei privaten Feiern die größten Probleme für die Verbreitung des Virus.

(om/dpa)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Interview

Experte für Verschwörungs-Mythen zum Fall Wendler: "Das ist eine echte Gefahr"

Xavier Naidoo, Eva Hermann, Attila Hildmann, jetzt Michael Wendler: Wieder bekennt sich ein Prominenter zu Verschwörungsmythen. Warum passiert das derzeit immer wieder? Und wie gefährlich ist das für die demokratische Gesellschaft?

Watson hat darüber mit Alexander Waschkau gesprochen. Waschkau ist Psychologe und Publizist. Bekannt ist er vor allem durch den Podcast "Hoaxilla", den er zusammen mit seiner Ehefrau Alexa Waschkau seit 2010 moderiert. In dem Audio-Format beschäftigen sich beide aus …

Artikel lesen
Link zum Artikel